Natürliche Scheuklappen

Für Thomas Eichin ist klar: Die eigene Leistung zählt, nicht was anderswo passiert (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 05.05.2016 // 15:17 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Der Bundesliga-Modus sieht es so vor: An den letzten beiden Spieltagen finden traditionell alle neun Duelle gleichzeitig statt. Positiv einerseits, da Werder nicht wie vergangenes Wochenende dem Druck der anderen Ergebnisse ausgesetzt ist. Negativ andererseits, da durch die Anzeigetafeln schon auf dem Feld alle über die Zwischenstände der Konkurrenten informiert werden. „Da schielen wir überhaupt nicht drauf. Während des Spiels schaut keiner, was die anderen machen“, macht Thomas Eichin deutlich, der wie Trainerteam, Ersatzspieler und Betreuer auf der Bank wahrlich „anderes im Kopf“ hat. 

Der Blick richtet sich auf den Rasen. „Wir fokussieren uns ganz auf unser eigenes Spiel. Wir müssen unsere Leistung bringen und Punkte holen“, wiederholt Werders Geschäftsführer Sport, was schon für die letzten Wochen im Abstiegskampf galt. Die Siege von Frankfurt und Hoffenheim hatten die Grün-Weißen nicht eingeschüchtert, Zwischenstände am Samstag – beispielsweise aus der Main-Metropole, Stuttgart oder vom Auswärtsspiel der Darmstädter – werden dies vermutlich noch weniger.

Zlatko Junuzovic kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass am Samstag zwischen 15.30 Uhr und 17.15 Uhr auch nur ein Wimpernschlag Zeit bleibt, gen Anzeigetafel zu spähen. „Dafür ist man viel zu konzentriert und im eigenen Spiel drin“, berichtet der Österreicher aus der eigenen Erfahrung. Künstliche Scheuklappen braucht es für die Werderaner deshalb nicht. Nach dem Schlusspfiff bleibt Zeit, die anderen Ergebnisse zu analysieren, erklärt Eichin. Ohnehin glaubt der 49-Jährige aber nicht, „dass nach diesem Wochenende schon irgendwas geklärt ist“. Am letzten Spieltag hat Werder es beim Duell mit Eintracht Frankfurt ja selbst in der Hand – ganz egal, was anderswo passiert.