"Für den Titel muss alles optimal laufen"

Europameister Dieter Eilts zur EM

Europameister 1996 und früherer U21-Nationaltrainer: Dieter Eilts (Foto: nordphoto).
Dieter Eilts
Donnerstag, 16.06.2016 // 11:43 Uhr

Von Dominik Kupilas

Am 16.06.1996 traf Dieter Eilts mit der deutschen Nationalmannschaft am zweiten Spieltag der Vorrunde der damaligen Europameisterschaft im Old Trafford auf Russland. Durch einen 3:0-Sieg sicherte sich die DFB-Elf den Einzug ins Viertelfinale. Der weitere Turnierverlauf ist bekannt, am Ende holten Eilts, Bierhoff und Co. den bis dato letzten EM-Titel für Deutschland. Heute, exakt 20 Jahre später, steht für die deutsche Auswahl ebenfalls der zweite Spieltag an und die Partie gegen Polen dürfte die schwierigste Aufgabe der Vorrunde sein. Mit einem Sieg wäre dem Weltmeister das Achtelfinale sicher. 

"Der gelungene Start war unwahrscheinlich wichtig, um ohne den ganz großen Druck in das heutige Spiel gehen zu können“, sagt Dieter Eilts. „Durch einen Auftaktsieg wird man lockerer, die Stimmung im Team ist positiv und das Selbstbewusstsein steigt“, weiß der heutige Leiter der WERDER Fußballschule. Die Ausgangsposition sei zwar beruhigend, aber „man darf sich keine Nachlässigkeiten erlauben, das Weiterkommen ist mit nur einem Sieg noch nicht sicher.“

Dieter Eilts leitet heute die WERDER Fußballschule (Foto: nordphoto).

Die Auftritte der deutschen Nationalmannschaft verfolgt Eilts nach wie vor mit großem Interesse. „Die Mannschaft ist gut dabei. Natürlich waren im ersten Spiel defensiv einige Unsicherheiten da, aber jeder einzelne Spieler wird sich im Laufe des Turniers steigern“, so der 51-Jährige, der den Deutschen den EM-Titel zutraut. „Aber dafür muss wirklich alles optimal laufen“, weiß er aus eigener Erfahrung.

Dass die DFB-Elf bei den letzten Turnieren am zweiten Vorrunden-Spieltag regelmäßig die schwächste Leistung zeigte, spielt für Eilts keine Rolle. „Das wird die Spieler nicht belasten, dafür sind sie als Mannschaft zu stark.“ Stark bewertet der frühere Defensivspezialist auch den ersten EM-Auftritt Ungarns mit Werder-Profi Lazslo Kleinheisler. „Das Spiel habe ich sehr interessiert geschaut, weil zwei Werderaner gegeneinander gespielt haben“, berichtet Eilts. „Vor dem Spiel hätte ich nicht auf Ungarn getippt, aber das Ergebnis geht vollkommen in Ordnung. Sie haben das gut gemacht und insbesondere Laszlo hat eine super Leistung gezeigt.“

Nicht zuletzt dieses Ergebnis zeigt, dass die vermeintlich kleinen Nationen weiter aufgeholt haben. „Vor allem defensiv sind die kleineren Nationen bei dieser EM bislang gut organisiert und stellen die Favoriten vor große Probleme“, so der 51-Jährige, der die Favoritenrolle heute Abend bei der deutsche Mannschaft sieht. „Allerdings sind die Rollen nicht ganz klar verteilt. Das wird auf jeden Fall ein sehr interessantes Spiel.“ Vielleicht mit einem 3:0-Sieg für das DFB-Team – eben ganz so wie vor 20 Jahren?