''The special one'' dirigiert die Top-Stars

José Mourinho holte mit Chelsea zwei Meistertitel und den Pokalsieg. Seit 2013 ist er zurück als Coach der 'Blues' (Foto: getty).
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Freitag, 01.08.2014 // 12:08 Uhr

The Blues, the Pensioners, die blauen Löwen - an Spitznamen mangelt es dem FC Chelsea nicht. An Titeln und Erfolgen ebenso wenig. Seit rund einem Jahrzehnt kommt im europäischen Spitzenfußball keiner ...

The Blues, the Pensioners, die blauen Löwen - an Spitznamen mangelt es dem FC Chelsea nicht. An Titeln und Erfolgen ebenso wenig. Seit rund einem Jahrzehnt kommt im europäischen Spitzenfußball keiner mehr umher, die West-Londoner in einem Atemzug mit Real Madrid, Bayern München oder Manchester United zu nennen. Am Sonntag, 03.08.2014, um 17 Uhr, tritt die Elf im Bremer Weser-Stadion zum Testspiel gegen den SV Werder an. Neben den zahlreichen Stars auf dem Feld kommt vor allem mit José Mourinho ein internationaler Erfolgscoach zum "Tag der Fans".

1905 gegründet durchlebte Chelsea eine bewegte Geschichte: Hooligan-Problematik in den 70er-Jahren, Beinahe-Bankrott, Fast-Abstieg in die dritte Liga auf der einen Seite, zahlreiche europäische Titel und Weltstars auf der anderen Seite. Ob Michael Ballack oder André Schürrle, auch einige deutsche Profis spielten im Starensemble der Londoner. Und auch drei (Ex-)Werderaner trugen das Jersey des Klubs. Claudio Pizarro spielte 2007/08 bei Chelsea, ehe er zurück zu Werder ging. Marko Marin wechselte vor zwei Jahren  von der Weser an die Themse und Franco Di Santo, von Chelsea nach Europa geholt, ging den umgekehrten Weg. Er trifft am Sonntag auf seinen Ex-Klub.

Chelsea - Das Cottbus Englands

Schon einmal zu Gast an der Weser: Didier Drogba trat in der Champions-League-Gruppenphase 2006 gegen Werder und Tim Borowski an (Foto: nph).

1999 sorgte Chelsea für ein Novum im englischen Fußball. Als erster Verein setzten die 'Blauen' in einem Premier-League-Spiel keinen einzigen Akteur aus dem Vereinigten Königreich ein. In der Bundesliga spielte Energie Cottbus zwei Jahre später zum ersten Mal ohne einen einzigen deutschen Profi. Während dieser Epoche rund um die Jahrtausendwende gehörte Chelsea regelmäßig zur Spitzengruppe der Liga, zur Champions-League-Qualifikation oder gar zur Meisterschafte reichte es aber nicht. Zudem häuften sich die Schulden des Vereins.

Das sollte sich mit dem Einstieg von Investor Roman Abramowitsch ändern. Seit der Übernahme durch den russischen Oligarchen feiert der Klub wieder Erfolge: dreimal englischer Meister, viermal englischer Pokalsieger, dazu der Europa-League-Titel 2012/13. Den größten Vereinserfolg errungen die Pensioners, wie sie in Anlehnung an ihr erstes Wappen genannt werden, aber in der Saison 2011/12. Als „Bayern-Schreck" gingen sie in die Geschichte ein. Auswärts in der Münchner Allianz-Arena schlugen sie den FC Bayern im Champions-League-Finale 4:3 und sicherten sich den Titel. Ein Jahr später folgte der Gewinn der Europa League.

Drei Neuzugänge und zwei Rückkehrer

Ex-Werderaner Claudio Pizarro spielte in der Saison 2007/08 für den FC Chelsea (Foto: getty).

Auf zwei Rückkehrern ruhen die Hoffnungen der blau-weißen Fans: Trainer José Mourinho und Kult-Stürmer Didier Drogba. Der portugiesische Coach, der sich selbst den Spitznamen "the special one" verpasste, kehrte bereits im letzten Sommer an die Stamford Bridge zurück, Drogba dagegen ist erst seit wenigen Tagen wieder in seiner fußballerischen Heimat. Seit seiner Rückkehr führte Mourinho den Klub auf Rang drei der Premier League sowie ins Champions-League-Halbfinale. Wie kein zweiter Trainer kann er sich mit internationalen Titel schmücken. Mourinho "dirigierte" schon den FC Porto, Inter Mailand und Real Madrid. Jetzt ist er zurück.

Gemeinsam mit den drei namhaften Neuzugängen Cesc Fabregas, Diego Costa und Verteidiger Luis Felipe will Mourinho in der kommenden Saison wieder ganz nach oben. In der Vorbereitung gilt es, dafür den Grundstein zu legen. Doch am „Tag der Fans" haben Robin Dutt und seine Grün-Weißen da ganz sicher etwas dagegen.

Wer das Spiel gegen den FC Chelsea live im Weser-Stadion verfolgen möchte, der kann sich hier noch Tickets sichern.

von Yannik Cischinsky