Gebre Selassie: ''Zuschauen ist stressiger''

Positiv gestimmt: Theodor Gebre Selassie beim ''Werder-Talk'' in Bremerhaven (Foto: Nordsee-Zeitung).
Profis
Mittwoch, 17.09.2014 // 15:13 Uhr

Egal ob Oldenburg, Tianjin oder Chelsea - bei allen Testspielen der Sommervorbereitung stand Theodor Gebre Selassie auf dem Platz. Der tschechische Nationalspieler hätte sicherlich schon einige Pflichtspielminuten auf dem Konto, wenn ihn nicht kurz vor dem Saisonauftakt eine Verletzung gestoppt hätte. Seit fünf Wochen ist er aufgrund eines Ödems im rechten Oberschenkel bereits außer Gefecht gesetzt. Doch ein Ende ist in Sicht.

„Ich hoffe, dass ich bald wieder auf den Platz kann. Leider kann ich nicht sagen, ob es in zwei oder drei Wochen ist. Mir geht es aber langsam besser. Ich muss einfach geduldig bleiben und kleine Schritte nach vorne machen", erzählt der 27-Jährige in den WERDER.TV-News. Ganz spurlos ist die Verletzung jedoch nicht am Tschechen vorbeigegangen. „Die letzten Wochen waren für mich eine schwere Situation, aber ich denke nicht zu viel über das nach, was war oder wo ich stehen könnte, wenn ich mich nicht verletzt hätte. Ich schaue positiv nach vorne", erklärt Gebre Selassie, der vor allem im vergangenen Saisonendspurt starke Leistungen im Werder-Mittelfeld ablieferte.

Mehr Zeit für die Familie

Den Humor hat ‚Theo‘ trotz seiner derzeitigen Lage nicht verloren. „Das Training ist zurzeit ein wenig langweilig. Ich mache ja jeden Tag die gleichen Kraft- und Stabilisationsübungen", sagt er scherzend. Auch im Hinblick auf sein wöchentliches MRT, das die Reha-Fortschritte kontrollieren soll, hat Werders Nummer 23 einen Scherz auf den Lippen: „In der Klinik habe ich schon ziemlich viele Freunde gefunden."

Einen positiven Aspekt hat die Verletzungspause von Theodor Gebre Selassie dann doch, wie er selbst eingestehen muss: „Im Moment habe ich mehr Zeit für meine Familie." Vor allem für seinen Sohn Noe, der im Juni geboren wurde, kann sich ‚Theo‘ viel Freizeit nehmen. „Er ist jetzt in der Phase, wo er anfängt neugierig zu werden. Das ist schon lustig mit anzusehen, auch wenn es ein 24-Stunden-Job ist", sagt Gebre Selassie.

Obwohl die Vaterschaft Werders Mittelfeldmann auf Trapp hält, lässt er sich kein Spiel seiner Kollegen entgehen - auch wenn das für ihn besonders nervenaufreibend ist. „Unser Heimspiel gegen Hoffenheim habe ich im Stadion verfolgt, die Auswärtspartien gucke ich zu Hause am Fernseher und ich muss zugeben, das ist mehr Stress, als selber zu spielen. Allein die zweite Hälfte gegen Leverkusen. Da bin ich andauernd aufgesprungen und habe laut rumgeschrien", sagt der gelernte Rechtsverteidiger und ergänzt: „Wenn wir gegen Augsburg an die Leistung der zweiten Hälfte anknüpfen, dann klappt es bestimmt mit einem Sieg." Egal wie das Spiel ausgeht, Theodor Gebre Selassie wird das Spiel Daumen drückend vor dem Fernseher verfolgen.

Von Marcel Kuhnt