Arbeit, die unter die Grasnarbe geht

Das Grün auf dem Trainingsgelände des SVW sprießt - und erhält eine ganz besondere Pflege (Foto: WERDER.DE).
Profis
Mittwoch, 24.06.2015 // 19:13 Uhr

Noch erholen sich Garcia, Fritz und Co. im wohlverdienten Urlaub oder sind international im Einsatz, wie Jannik Vestergaard bei der U 21-Europameisterschaft. Doch in der Sommerpause steht beim SV Werder keineswegs alles still. Wo man nur hinschaut, wird bereits kräftig an den Vorbereitungen für die kommende Spielzeit gearbeitet. WERDER.DE blickt hinter die Kulissen. Im ersten Teil steht der Rasen, das „heilige Gün", im Fokus.

Für Sebastian Breuing und sein Team ist die Sommerzeit im Gegensatz zum allgemeinen Irrglauben keine Urlaubszeit, sondern die arbeitsintensivste Phase der Saison. "Viele denken: 'Die Profis sind weg, es finden keine Spiele statt, dann können die Greenkeeper ja frei machen'. Das Gegenteil ist der Fall", erzählt Breuing. Seit genau einem Jahr ist er Greenkeeper beim SV Werder und damit Wächter des "heiligen Rasens".

"R2G2" aus England im Einsatz für Werder

Arbeit gibt es um diese Jahreszeit jede Menge: Während der letzten Wochen wurden auf den Trainingsplätzen die alten Grasnarben komplett abgetragen und um zwei Zentimeter heruntergefräst. "Um die Wurzelmasse und die organische Blattmasse zu entfernen. Eine rabiate Methode, aber die einzig richtige", wie Breuing erklärt. Die Begeisterung für seine Arbeit ist spürbar.

Die Maschinen für die "noch sehr neue Prozedur" kommen von einem Dienstleister. Und auch aktuell sind wieder Maschinen leihweise auf dem Trainingsgelände rund um das Weser-Stadions im Einsatz. Der "R2G2" beispielsweise erinnert nicht nur durch seinen Namen an die Weltraum-Saga "Star Wars", auch das Design könnte der Serie entstammen. Das Gerät ist erstmalig in Deutschland unterwegs und kommt aus England, dem Mutterland des perfekten Grüns. "Die Engländer leben diese Art Arbeit noch ein wenig mehr als wir und sind uns einfach in Sachen Forschung einen Schritt voraus", so Breuing.

Im Anschluss an das Abtragen des Rasens wurden beim SVW neue Samen gesät und alles unter einer Multifunktionsfolie versteckt, um optimales Wachstum anzuregen. Auch wenn der Bremer Sommer einmal mehr zu wünschen übrig lässt, ist Breuing zufrieden: "Wenn man sich so umschaut, sieht das doch gar nicht so schlecht aus." Und schließlich haben er und sein Team ja bis zum Trainingsstart am kommenden Mittwoch, 01.07.2015, auch noch eine Woche Zeit.

Von Svend-Philipp Kallmayer