Bissig und fokussiert den Konkurrenzkampf angeheizt

Befreiung pur: Nach seinem Treffer zum 3:0 brach bei Fin Bartels die ganze Erleichterung hervor (Foto: nph).
Profis
Samstag, 29.11.2014 // 20:02 Uhr

Vier Tore für Werder! Das gab es zuletzt vor über 25 Monaten an der Weser beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Mit dem enorm wichtigen und verdienten 4:0-Erfolg gegen Paderborn schoben sich die Grün-Weißen - zumindest für den Moment - auf Tabellenrang 14 vor. Vor allem aber bescherten sie den Fans im ausverkauften Weser-Stadion einen rundum gelungenen Nachmittag: Zahlreiche Bundesliga-Premieren, vier wunderschöne Treffer und zuhause zum zweiten Mal in Serie der Sieger - und das ohne jedes Gegentor. Themen gab es also genug zu besprechen in der Mixed Zone nach dem Spiel.

WERDER.DE hat sich umgehört und fasst die wichtigsten Stimmen zusammen.

Zum Spielverlauf:

Viktor Skripnik: "Ich freue mich sehr über diesen Sieg. Wir waren vor dem Spiel wieder Letzter, das war nicht einfach. Aber wir haben heute zu Null gespielt und vier Tore erzielt, die wir uns zum Teil spielerisch erarbeitet haben. Das macht mich besonders froh. Solche Siege bringen Selbstvertrauen, das ist enorm wichtig. Das Ergebnis hat gezeigt, dass wir Fußball spielen können, aber wir müssen weiter auf dem Teppich bleiben und hart an unseren Fehlern arbeiten."

Levent Aycicek: „Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert und genau das gezeigt, was wir in der Kabine besprochen haben. Wir waren bissig und haben heute endlich unsere Chancen genutzt - auch wenn wir deutlich mehr Tore hätten schießen können."

Thomas Eichin: „Wir hätten sicherlich noch mehr Standards verhindern können. Das müssen wir besser machen. In der Halbzeit hat Viktor dem Team klar gemacht, dass sie weiter auf das zweite und dritte Tor gehen müssen. Das war eine entscheidende Botschaft an die Mannschaft. Die Jungs haben das im zweiten Durchgang gut gemacht."

Fin Bartels: „Wir haben ein super Spiel gezeigt und es vor allem mal entspannt zu Ende spielen können. Die erste Halbzeit war noch schwer, aber mit den schnellen Toren nach der Pause war die Partie gegessen. Danach haben wir es uns deutlich leichter gemacht."

Davie Selke: „Wir waren heute von der ersten Sekunde an sehr fokussiert, wollten unbedingt gewinnen. Vor allem nach der Derbyniederlage wollten wir unseren Fans heute diesen Sieg schenken. Wir freuen uns sehr, dass es geklappt hat."

Janek Sternberg: „Ich war super froh, dass ich überhaupt dabei sein durfte. Dass wir dann auch noch 4:0 gewonnen haben, ist ein unbeschreibliches Gefühl."

Zur Aufstellung:

Thomas Eichin: „Viktor Skripnik hat mit der Aufstellung Mut bewiesen und alles richtig gemacht. Ich denke nicht, dass er damit ein allzu großes Risiko eingegangen ist. Er kennt die Fähigkeiten der jungen Spieler. Das war ein Grund, warum wir uns für ihn als Cheftrainer entschieden haben. Wir befinden uns auf einem alternativlosen Weg. Wir müssen den jungen Spielern auch in wichtigen Partien vertrauen. Es war nicht einfach für die Jungs ihren Mann zu stehen, aber es hat mich nicht überrascht, dass sie ihren Mann gestanden haben."

Davie Selke: „Es ist sicherlich ungewöhnlich, dass so viele junge Spieler zum Einsatz kommen, aber Viktor Skripnik gibt jedem Spieler eine reelle Chance. Der Trainer hat heute Mut bewiesen, aber die Aufstellung hat gezeigt, dass Werder viele gute Nachwuchsspieler hat. Es ist umso schöner, dass es geklappt hat, aber wir wissen alle, dass es nur ein Spiel war und wir uns jeden Tag präsentieren müssen."

Viktor Skripnik: "Wir wollten die jungen Spieler auch mal aktiv sehen und nicht immer nur über sie reden. Heute war eine gute Gelegenheit dafür, weil wir vor eigenem Publikum gespielt haben und wir viele verletzte und gesperrte Spieler ersetzen mussten. Mein Vorteil ist, dass ich als Trainer der U 23 schon anderthalb Jahre mit den Jungs zusammengearbeitet habe. Wir haben dabei gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Deshalb wusste ich genau, was sie bringen können. Das hat auch das Training gezeigt. Aber Kompliment auch an die erfahrenen Spieler, wie Zlatko Junuzovic und Sebastian Prödl, die den Jungs nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine sehr geholfen haben. Ich freue mich einfach, dass alles geklappt hat und die Jungs den Konkurrenzkampf zusätzlich anheizen, davon werden wir alle profitieren."

Zum Freistoßtor:

Zlatko Junuzovic: „Ich hatte die letzten Spiele oft ein wenig Pech, da ist mir einiges nicht gelungen. Heute war ich mal wieder dran. Ich kann nicht sagen, dass der Ball aus 30 Metern genau so gewollt war, aber ich hatte das nötige Glück. Es war ein schönes Gefühl, aber viel wichtiger war, dass wir die Punkte geholt haben."

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky