"Kopf nicht in Sand stecken und weiter arbeiten"

Zlatko Junuzovic führte Werder als Kapitän an. Der Österreicher ärgerte sich über die zwei Tore nach der Pause (Foto: nph).
Profis
Dienstag, 23.09.2014 // 23:25 Uhr

Gut gespielt und doch wieder keine Punkte. Obwohl der SV Werder über weite Strecken der Partie - vor allem in der ersten Hälfte - die spielbestimmende Mannschaft war, unterlagen die Grün-Weißen gegen den FC Schalke 04 mit 0:3 ...

Gut gespielt und doch wieder keine Punkte. Obwohl der SV Werder vor allem in der ersten Hälfte die spielbestimmende Mannschaft war, unterlagen die Grün-Weißen gegen den FC Schalke 04 am Ende deutlich mit 0:3. "Es reicht eben nicht nur schön zu spielen", sagte Assani Lukimya nach der Partie. "Wir müssen uns auch mal für den betriebenen Aufwand belohnen", meint Thomas Eichin und Robin Dutt stimmt ein: "Wenn du die spielüberlegene Mannschaft sein darfst und so klare Torchancen hast, dann darfst du dich kein zweites Mal einladen lassen." Für Zlatko Junuzovic waren vor allem die beiden Gegentreffer direkt nach dem Seitenwechsel „der Knackpunkt der Begegnung."

WERDER.DE hörte sich nach dem Spiel in der Mixed Zone des Weser-Stadions um und sammelte Reaktionen der Akteure.

Zum Spielverlauf:

Robin Dutt: "In der ersten Halbzeit haben wir etwas mehr für das Spiel gemacht, hatten schon guten Chancen beim Schuss von Davie Selke, der knapp am langen Pfosten vorbeigeht und beim Kopfball von Lukimya. Es spricht dann für das Spiel, wie Eljero Elia das Tor kurz vor der Halbzeit nicht macht und wir dann kurz nach der Pause den Gegentreffer bekommen. Wir konnten nach dem Doppelschlag dann heute nicht den Druck aufbauen wie in den letzten Spielen."

Raphael Wolf: „Im ersten Abschnitt haben wir ein gutes Spiel gemacht. Wir hatten viele schöne Kombinationen nach vorne und erspielten uns die Möglichkeiten. In der Phase müssen wir uns einfach belohnen und in Führung gehen." 

Thomas Eichin: „Natürlich bin ich nach diesem Spiel enttäuscht. Du bist gut im Spiel drin und verlierst am Ende. Aber die Bundesliga ist nun mal gnadenlos. Wir müssen einfach konsequenter in unseren Aktionen sein. Schalke hat es dann am Ende gut gemacht. Wir haben uns einfach zu dumme Gegentore gefangen. Das müssen wir einfach abstellen. Aber wir müssen jetzt weiter hart arbeiten und nicht den Kopf in den Sand stecken." 

Assani Lukimya: „Wir haben in der ersten Hälfte vieles richtig gemacht. Da haben wir auch sehr guten Fußball gespielt. Doch es reicht eben nicht nur schön zu spielen."

Zlatko Junuzovic: „Wir haben die ersten Hälfte klar dominiert. Wir müssen unsere Chancen einfach ausnutzen und in Führung gehen, um das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Da musst du dich für dein Spiel auch einfach mal belohnen. Da fehlte einfach die Konsequenz in den Aktion."

Zu den beiden frühen Gegentreffern:

Assani Lukimya: „Du kommst raus und auf einmal steht es 0:2. Das war schon ein Schreck gerade nach dem ersten Durchgang. Es ist schwer zu erklären wie sowas zustande kommt. Wir bekommen auf jeden Fall zu viele Gegentore."

Zlatko Junuzovic: „Die beiden Gegentreffer waren der Knackpunkt der Begegnung." 

Raphael Wolf: „Im zweiten Durchgang haben wir einfach den Faden verloren. Wir wollten rausgehen und was reißen. Plötzlich kassierst du solch unnötige Gegentore und hast einen Bruch im Spiel. In den anderen Spielen haben wir diese Dinger in der ersten Halbzeit bekommen, heute nach dem Wechsel. Es ist wie verhext und am Ende ist man natürlich bitter enttäuscht."

Zu dem kursierenden Magen-Darm-Infekt:

Robin Dutt: "Das habe ich vor dem Spiel nicht als Grund genannt und das werde ich auch nach dem Spiel nicht tun. Wir haben trotzdem eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und die Fehler hätten wir auch ohne Magen-Darm-Virus genauso gemacht. Es gibt kein Alibi, auch wenn deshalb heute wichtige Spieler nicht zur Verfügung standen."

Raphael Wolf: "Das ist wie eine Kettenreaktion. Ich haben mich heute zwar gut gefühlt, aber ich war nicht bei 100 Prozent. Und Clemens Fritz, Sebastian Prödl und Nils Petersen hat es sogar noch schlimmer erwischt. Aber das hat heute trotzdem keine Rolle gespielt. Wir hoffen, dass es bis Samstag bei allen weg ist."

Thomas Eichin: "Die Jungs, die auf dem Platz standen, waren alle fit und sind ordentlich maschiert. Die haben auf ihren Einsatz gebrannt. Wir haben immer gesagt, dass wir 18 bis 20 Spieler brauchen."

Zlatko Junuzovic: "Wir haben heute die vielleicht beste Halbzeit der Saison gespielt, hatten alles unter Kontrolle. Aber dafür müssen wir uns belohnen. Dass wir verloren haben, kann also nicht an dem Virus gelegen haben."

Zu den kommenden Aufgaben: 

Zlatko Junuzovic: „Wir müssen uns jetzt aufrappeln und diese entscheidenden Fehler abstellen. Das ganze Stadion hat gesehen, dass wir guten Fußball spielen können." 

Robin Dutt: "Uns stehen harte Wochen bevor, dass wird im mentalen Bereich Knochenarbeit für uns. Wir hatten vor dem Spiel trotz der Niederlage in Augsburg eine positive Grundstimmung. Aber wenn man nach einem über 90 Minuten gesehen ausgeglichenen Spiel im eigenen Stadion mit 0:3 verliert, werden wir bei dem einen oder anderen jungen Spieler mentale Arbeit leisten müssen. Aber das werden wir annehmen, um aus der Situation herauszukommen."

Assani Lukimya: „Es wird jetzt nicht einfacher, doch langsam müssen wir anfangen zu punkten."

Raphael Wolf: „Wir müssen uns jetzt zusammensetzen und das Spiel analysieren. Am Samstag wartet mit Wolfsburg erneut ein sehr starker Gegner. Danach kommt Freiburg zu Hause. Wir müssen uns jetzt auf beide Spiele sehr gut vorbereiten und versuchen vor der Länderspielpause einen Dreier einzufahren."

aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Marcel Kuhnt