Unglücklicher Ausgang, aber akzeptable Punkteteilung

Davie Selke erzielte nach 27 Minuten mit seinem sechsten Saisontreffer die Führung für den SV Werder (Foto: nph).
Profis
Samstag, 21.03.2015 // 19:19 Uhr

Die Reaktionen nach dem Abpfiff machten eines deutlich: Santiago Garcia war vielleicht der Unglücksrabe in diesem Spiel, aber keinesfalls der Sündenbock. Seine Mitspieler sprachen ihm auf dem Weg in die Kabine Mut zu, nahmen ihn in den Arm und richteten ihren Linksverteidiger wieder auf. "Das passiert im Fußball", sprachen Fritz, Vestergaard und Co. ihren Mitspieler beim von ihm verursachten Elfmeter, der zum Ausgleich kurz vor Schluss führte, von jeder Schuld frei.

Mit dem Remis konnten am Ende alle Beteiligten leben: "Vor zwei Monaten waren wir noch unter der Erde. Jetzt haben wir einen Punkt geholt und vier Auswärtsspiele in Folge nicht verloren", hob Werder-Coach Viktor Skripnik hervor. Auch die Akteure auf dem Feld stimmten ihrem Trainer zu. 

WERDER.DE fasst die wichtigsten Stimmen aus der Mixed Zone zusammen:

Zum Spielverlauf:

Clemens Fritz: "Es war eine enorm intensive Partie, ein harter Kampf. Die erste Halbzeit haben wir gut gespielt, viel Ruhe am Ball gehabt. In der zweiten Hälfte haben wir nicht mehr so für Entlastung sorgen können und zu wenig dagegen gehalten. Kurz vor Schluss den Ausgleich zu bekommen ist immer ärgerlich. Den Schuh müssen wir uns aber selber anziehen. Wir hätten das zweite Tor nachlegen müssen."

Thomas Eichin: "In der zweiten Halbzeit gab es keine Entlastung, der FC hat uns dominiert. Wir standen hinten gut, die Abwehr hat eine gute Partie gemacht. Am Ende haben uns drei, vier Minuten gefehlt. Damit müssen wir jetzt zwei Wochen leben."

Viktor Skripnik: "Wir haben viele gute Sachen gezeigt, gut gegen den Ball gearbeitet. Sicher hätten wir in der zweiten Halbzeit aktiver sein könnnen, aber wir sind noch nicht in der Lage, diese Leistung aus der ersten Halbzeit über 90 Minuten zu zeigen. Jeder ist ans Limit gegangen"

Zlatko Junuzovic: "Es war klar, dass wir nach dem 1:0 auf Konter lauern würden. Köln hat zwar Druck gemacht, aber auch nicht wirklich Fußball gespielt. Wir haben zwar eine gute Leistung gezeigt, bestrafen uns am Ende aber selber."

Punktgewinn oder Punktverlust?

Jannik Vestergaard: "Die Enttäuschung ist groß, so kurz nach Schluss. Ich denke trotzdem, dass wir mit dem Punkt zufrieden sein müssen. Beide Mannschaften haben kaum Fußball gezeigt, deshalb ist es ein faires Ergebnis."

Viktor Skripnik: "Mit einem Sieg hätten wir jetzt sicher andere Laune, aber in unserer Tabellensituation nehmen wir den Punkt mit. Bei Schalke 04 haben wir den Ausgleich in der Nachspielzeit gemacht, jetzt den Ausgleich kurz vor Schluss bekommen. So ist Fußball, das müssen wir akzeptieren."

Rouven Schröder: „Definitiv überwiegt im ersten Moment die Enttäuschung. Wenn man über weite Strecken führt, will man am Ende auch gewinnen. Mit drei Punkten und 36 Zählern insgesamt wäre der Sack nach unten hin so gut wie zu gewesen."

Thomas Eichin: „Ich überlege die ganze Zeit, was ich sagen soll. Wenn wir aus dem Spiel ein Gegentor kassiert hätten, würden wir alle sagen, es war eine verdiente Punkteteilung. So ist der Spielausgang natürlich bitter. Ein Punkt auswärts in Köln ist okay, aber durch die lange Führung fühlt es sich an, wie zwei verlorene Zähler."

Zur Elfmeter-Situation:

Jannik Vestergaard: „Das ist eine schwierige Situation gewesen. Santi orientiert sich nur zum Ball. Der Kölner macht das geschickt, sucht den Körperkontakt und bekommt ihn auch. Deshalb kann man dem Schiedsrichter auch keinen Vorwurf machen, dass er den Elfer gibt. Natürlich ist das ärgerlich, aber sauer auf den Mitspieler ist man da nicht. Santiago kann da nichts dafür. Er hat gut gespielt, viele Kopfbälle gewonnen."

Clemens Fritz: „Er ärgert sich selbst am meisten. Schade, dass es passiert ist, aber das macht ja keiner mit Absicht. Es ist wichtig, dass wir ihn jetzt wieder aufbauen."

Zlatko Junuzovic: „Das war eine unglückliche Situation, passiert im Fußball aber. Wir bauen Santiago wieder auf, er wird den Kopf schon nach oben bekommen."

Viktor Skripnik: „Das ist Fußball. Santiago ist ein ehrgeiziger Junge, hat uns mit seiner Kopfballstärke geholfen. Er ist angeschlagen gewesen, hatte Knieprobleme, wollte aber unbedingt helfen. Der Elfmeter ist schade für ihn, aber er muss den Kopf wieder hoch nehmen. Die Entscheidung an sich kommentiere ich nicht."

Zur Tabellensituation:

Viktor Skripnik: „Wir wollen uns weiter stabilisieren. Wir haben jetzt ein paar Tage frei und stellen den Spaß etwas in den Vordergrund. Das Testspiel gegen den Kosovo am Freitag passt da perfekt."

Rouven Schröder: „Das Umfeld darf immer gerne träumen und Wünsche haben, aber wir haben immer klar gesagt, dass wir den Abstand nach unten halten wollen. Deshalb gilt es, die Kräfte in der Länderspielpause zu bündeln und gegen Mainz zu Hause drei Punkte zu holen."

Clemens Fritz: „Die Mannschaften unten haben gewonnen, die Tabelle bleibt eng und wir tun gut daran, nur von Punkt zu Punkt zu denken. Wir werden unsere Punkte holen."

Thomas Eichin: „Wir müssen weiter höllisch aufpassen."

Zlatko Junuzovic: „Auf den Punkt können wir aufbauen. Jetzt ist erstmal Pause, da können wir alle etwas durchschnaufen. Gegen Mainz wollen wir drei Punkte holen und einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Das ist unser wichtigstes Ziel.

Aus Köln berichten Yannik Cischinsky und Erik Scharf