"Mit einem blauen Auge davon gekommen"

Matchwinner Zlatko Junuzovic und Viktor Skripnik zeigten sich zufrieden mit dem glücklichen Punktgewinn (Foto: nph).
Profis
Samstag, 09.05.2015 // 19:06 Uhr

Dass der SV Werder Bremen die Rückreise aus Hannover am Ende mit einem Punkt im Gepäck antreten konnte, hatten die Grün-Weißen vor allem der Freistoß-Kunst von Zlatko Junuzovic und einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang zu verdanken. „Wir können mit der Leistung nicht zufrieden sein. Die erste Halbzeit war unterirdisch. Da war wirklich alles katastrophal. Die 15-minütige Halbzeit-Pause hat Viktor nicht gereicht, um alle Fehler anzusprechen", machte Thomas Eichin deutlich.

„Aber die Moral und der Einsatz nach der Pause waren in Ordnung. Wir sind inzwischen in der Lage, trotz einer solchen Leistung einen Punkt mitzunehmen", so der Geschäftsführer Sport weiter. "Hannover hat uns im ersten Durchgang an die Wand gespielt, da standen wir neben uns. Wir hatten keine Idee und sind nicht nach vorne gekommen", befand auch Torschütze Zlatko Junuzovic.

WERDER.DE hat sich in der Mixed Zone der HDI-Arena umgehört und die Reaktionen zusammengefasst.

Zum Spielverlauf:

Jannik Vestergaard: „Der eine Punkt ist für uns heute glücklich. Wir waren insbesondere in der ersten Halbzeit immer einen Schritt hinterher. Nach dem ersten Durchgang konnten wir uns glücklich schätzen, dass wir nur mit 0:1 in die Kabine gegangen sind. Da waren wir überhaupt nicht im Spiel. Nach der Pause war es etwas besser, da konnten wir es ausgeglichener gestalten. Aber insgesamt wollte Hannover den Sieg mehr als wir, das dürfen wir nicht akzeptieren. Wir müssen genauso griffig auftreten wie der Gegner. Heute müssen wir hinterfragen, ob wir alles gegeben haben."

Viktor Skripnik: „Wenn man diese erste Halbzeit heute gesehen hat, dann können wir über den Punkt sehr glücklich sein. In der Halbzeit haben wir dann aber einiges geändert, wollten nach vorne spielen und wurden dafür mit dem Ausgleich belohnt. Da hat die Mannschaft wieder einmal eine super Reaktion gezeigt, hat nur noch wenige Chancen des Gegners zugelassen und hatte selbst die große Möglichkeit auf den Sieg. Aber mir ist unverständlich, warum wir immer erst in Rückstand geraten müssen, bis wir am Spiel teilnehmen."

Fin Bartels: „Wir wissen, dass das nicht eines der besseren Spiele war. Wir haben uns verdammt schwer getan. Hannover hat sehr gut gespielt, definitiv nicht wie ein Vorletzter. Mit den Fans im Rücken haben sie alles in die Waagschale geworfen.“ 

Zu Junos Traumfreistoß:

Viktor Skripnik: „Als der Ball zum Freistoß bereit lag, habe ich natürlich gehofft, dass er reingeht. Zlatko ist nicht nur in der Bundesliga dafür bekannt, dass er das kann. Das ist seine Spezialität. Ich freue mich extrem über dieses Tor und noch mehr freue ich mich für ihn. Leider hat bei dem zweiten Freistoß ein halber Meter gefehlt."

Jannik Vestergaard: „Zlatko hat schon oft bewiesen, dass er solche Freistöße schießen kann. Da kann man als Gegner auch nichts gegen machen, der hat einfach ganz genau gepasst. Heute hat er uns durch sein Tor gerettet, weil wir aus dem Spiel heraus nicht viele Chancen erspielen konnten. Wir haben uns als Mannschaft riesig über das Tor gefreut, weil die Fans heute eine bessere Leistung abgeliefert haben, als wir - so konnten wir denen wenigstens ein Tor zurückgeben."

Thomas Eichin: „Er war mal wieder dran, das habe ich schon vor dem Spiel gesagt. Schließlich hatte er jetzt eine längere Pause. Das ist seine Stärke und wir sind froh, ihn in unseren Reihen zu haben. In der Bundesliga sind alle Spiele sehr eng, da braucht man so einen Spezialisten."

Fin Bartels: „Seine Qualität ist unfassbar gut und für uns unfassbar wichtig. Er darf gerne noch ein, zwei Dinger in den letzten beiden Spielen reinhauen. Wenn der Ball auf der Position liegt, ist das für den Gegner eine Gefahr."

Zlatko Junuzovic: „Das sind die besonderen Momente im Fußball. Wenn der Ball so ins Tor geht, man auf die Fans zuläuft - einfach ein geiler Augenblick. Ich hätte explodieren können vor Freude. Beim zweiten Freistoß hatte ich die eigentlich bessere Position, den habe ich schon reinfliegen sehen."

Zur Tabellensituation:

Viktor Skripnik: „Die Bundesliga ist kein Wunschkonzert, die Gegner kämpfen auch alle für ihre Ziele, wollen auch unbedingt gewinnen. Deshalb haben wir nicht erwartet, dass alle anderen Mannschaft Punkte liegenlassen. Ich bin froh, dass wir auswärts wieder nicht verloren haben. Jetzt sind noch zwei Spiele Zeit - danach werden wir sehen, wo wir landen."

Thomas Eichin: „Diese Spiele sind ein Lernprozess für uns. Wir kennen fast alle nur den Kampf gegen den Abstieg, wie es ist, mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Es ist spannend zu sehen, welcher Spieler mit dieser neuen, veränderten Situation wie umgeht."

Zlatko Junuzovic: „Wir kommen aus der Hölle, sind alle ausgelaugt und nicht mehr in der Form wie zum Rückrundenstart. Der Herbst hat uns viel Kraft gekostet. Es war klar, dass wir dieses spielerische Niveau vom Januar und Februar nicht halten können. Irgendwann wollen wir diese dominanten Auftritte dauerhaft zeigen, aber soweit sind wir noch nicht. Das hat man heute wieder gesehen. Ich bin fast ein bisschen froh, dass wir jetzt gegen zwei starke Mannschaften spielen. Gegen die Teams aus dem Keller haben wir uns zuletzt sehr schwer getan. Jetzt kommt ein Heimspiel vor den Fans, die auch heute wieder phänomenal waren. Darauf freue ich mich, das sollten wir genießen."

Aus Hannover berichten Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky

 

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