Skripnik: "Kleinigkeiten haben Derby entschieden"

Die Werder-Profis waren nach der späten Niederlage sichtlich enttäuscht (Foto: nph).
Profis
Sonntag, 23.11.2014 // 19:40 Uhr

„Heute war mehr drin, die eine oder andere Möglichkeit hatten wir. Jetzt ist die Enttäuschung natürlich groß", fasste Zlatko Junuzovic seine Gefühle nach der Niederlage im prestigeträchtigen Nordderby zusammen. „Wir haben lange Zeit bewiesen, dass wir stabil stehen, aber uns vielleicht zu früh mit dem 0:0 abgefunden. Wenn das Spiel torlos geblieben wäre, hätten alle gesagt: ‚clever‘.  Aber so haben wir die Punkte hergeschenkt", fügte Nils Petersen an.

Bis fünf Minuten vor dem Schlusspfiff stand die grün-weiße Abwehrreihe im 101. Nordderby stabil. Konzentriert und ohne Kompromisse leistete die Defensive des SV Werder ihren Dienst. Am Ende waren es Kleinigkeiten, die zu den beiden späten Gegentoren führten. „So ist der Fußball. Ein Spiel endet eben nicht nach 85 Minuten", stellte Cheftrainer nüchtern fest, der seine Mannschaft unmittelbar nach dem Gang in die Kabine wieder aufmunterte. „Jeder hat alles gegeben, aber gegen Ende waren wir müde. In den letzten Aktionen hat die Frische und Konzentration gefehlt", so der Werder-Coach nach seiner ersten Niederlage als Cheftrainer weiter.

WERDER.DE hat sich umgehört und die wichtigsten Stimmen zusammengefasst:

Zum Spielverlauf:

Viktor Skripnik: „Wir haben im ersten Durchgang gut gegen den Ball gearbeitet. Natürlich wünscht sich jeder - inklusive mir - dass wir mutiger nach vorne agieren und uns mehr Chancen erarbeiten. Aber wir müssen gucken, wo wir stehen und wie viele Gegentore wir bekommen haben. Schlussendlich waren es Kleinigkeiten, die es entschieden haben."

Nils Petersen: „Es war das Spiel des Sechzehnten gegen den Siebzehnten, das hat man gesehen. Beide Mannschaften sind wenig Risiko gegangen und hatten Angst, Fehler zu machen. Es gab wenige Torraumszenen. Das Spiel hat von der Spannung gelebt und folgerichtig hat ein Standard die Entscheidung gebracht. Wir hatten uns vorgenommen, den entscheidenden Nadelstich zu setzen, aber das ist uns nicht gelungen. Das ist für den Moment enorm bitter."

Theodor Gebre Selassie: „Wir haben zunächst gut gespielt, kompakt gestanden und auf unsere Chance gewartet. Vielleicht hätten wir mehr riskieren können, aber grundsätzlich war bis zum Gegentor alles in Ordnung."

Thomas Eichin: „Heute haben Kleinigkeiten das Spiel entschieden. Wir sind kein großes Risiko nach vorne gegangen."

Zur Personalsituation:

Nils Petersen: „Es werden andere in die Bresche springen. Jeder muss beweisen, warum er einen Vertrag bei Werder besitzt. Es liegt an uns, zu zeigen, dass wir uns weiterentwickelt haben und den nächsten Schritt gehen."

Fin Bartels: „Es werden einige ausfallen. Wir müssen deshalb noch enger zusammenrücken um zu Hause mit aller Macht Druck ausüben zu können."

Viktor Skripnik: „Natürlich ist es frustrierend, dass neben den Verletzten jetzt auch Fritz und Garcia ausfallen. Viele Stammkräfte fehlen uns, aber wir haben einen breiten Kader und andere haben die Chance, sich zu zeigen."

Zum kommenden Heimspiel:

Nils Petersen: „Es war klar, dass irgendwann die erste Niederlage kommt, aber es ist ärgerlich, dass sie ausgerechnet in Hamburg kommt - auch wegen der Tabellensituation. Aber das wirft uns nicht aus der Bahn, wir müssen zusammen wieder aufstehen."

Fin Bartels: „Generell kann ich nach Niederlagen kaum schlafen. Zum Glück ist das Wochenende schnell vorbei und die nächste Woche steht an. Gegen Paderborn müssen wir dann zeigen, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben."

Theodor Gebre Selassie: „Nur wegen der Niederlage ist nicht gleich alles schlecht. Nächste Woche geht es von vorne los. Da wollen wir unbedingt gegen Paderborn gewinnen."

Viktor Skripnik: „Paderborn ist kein schlechter Gegner. Sie sind für mich kein Abstiegskandidat und haben bereits einige Punkte gesammelt. Es wird eine harte Aufgabe, aber ich bin sicher, dass die Jungs eine Reaktion zeigen werden."

Rouven Schröder: „Wir wollen gegen Paderborn alles daran setzen, zu gewinnen. Dann haben wir wieder unsere Fans im Rücken, die uns auch heute großartig unterstützt haben. Wie sie heute nach der Niederlage der Mannschaft applaudiert haben, hat gezeigt, dass die Fans voll hinter dem Team stehen."

Aus Hamburg berichten Dominik Kupilas, Yannik Cischinsky und Erik Scharf