Keine Ausreden: "Verdient verloren"

Frustriert über das Ausscheiden und enttäuscht von der eigenen Leistung: die Grün-Weißen nach Schlusspfiff (Foto: nph).
Profis
Mittwoch, 04.03.2015 // 22:07 Uhr

In der Mixed Zone hörte WERDER.DE mit rein und fasst die wichtigsten Stimmen des Abends zusammen:

Es war der erwartete Pokalfight auf der Bielefelder Alm - mit dem bitteren Ende für den SV Werder. Nach der 1:3-Niederlage zeigten sich die Grün-Weißen enttäuscht über das Ausscheiden im Achtelfinale. „Wir haben uns nicht genug gewehrt. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen", erklärte Kapitän Clemens Fritz, der kurz vor dem Schlusspfiff mit Gelb-Rot vom Platz musste. „Es war ein verdienter Sieg für die Arminia. Wir brauchen uns nicht über das Wetter, den Platz oder den Schiedsrichter beklagen", ließ Cheftrainer Viktor Skripnik keinen Platz für Ausreden.

Zum Spielverlauf:

Clemens Fritz: „Wir wussten, dass es heute ein nickliches Spiel mit vielen versteckten Fouls wird, aber diesen Kampf haben wir nicht angenommen. Zu Beginn haben wir die Chancen liegen lassen. Mit dem Rasen mussten beide Mannschaften klarkommen, das ist keine Entschuldigung. Wir suchen uns auch keine Ausreden. Wir haben verloren und müssen uns für die Leistung an die eigene Nase fassen."

Viktor Skripnik: „Wir haben nicht schlecht angefangen, haben es in dieser Phase aber versäumt, ein Tor zu schießen. Danach wurde Bielefeld mutiger und hat das gut genutzt. Am Ende haben wir verdient verloren, weil alles gefehlt hat: die richtige Einstellung, Konzentration und Glück. Der Platz ist jedenfalls keine Ausrede, da mussten beide Mannschaften drauf spielen. Ich bin enttäuscht, dass wir phasenweise gedacht haben, dass es ein Selbstläufer ist."

Thomas Eichin: „Wir waren in der Anfangsphase dominant, hatten durchaus unsere Möglichkeiten, aber haben das Tor nicht gemacht. Da müssen wir cleverer sein und uns mit viel mehr Vehemenz in den Strafraum kombinieren. Das ärgert mich. Bielefeld ist durch das Führungstor erst ins Spiel gekommen. Plötzlich haben sie gemerkt, da geht etwas und wir sind erst in der 76. Minute wieder aufgewacht. Die Bielefelder können kicken, das haben sie oft genug gezeigt. Das war ein klassischer Pokalabend: Die Kulisse, der Platz - das hat alles zusammengepasst."

Zum Ausscheiden und dem Bundesligaspiel in Freiburg:

Fin Bartels: „Diese Niederlage ärgert uns alle ungemein. Es war der erwartete Pokalfight, den wir im Vorfeld oft angesprochen haben, aber wir haben uns das natürlich ganz anders vorgestellt. Es ist schwer zu erklären, woran es lag. Vielleicht hat hier und da die letzte Geilheit gefehlt. Extrem bitter, dass wir so eine Chance auf das Viertelfinale nicht genutzt haben. Wir müssen die Partie jetzt so schnell wie möglich abhaken. Ich glaube es ist gut, dass schnell das nächste wichtige Spiel kommt, so kann man sich nicht lange mit dieser bitteren Niederlage beschäftigen."

Koen Casteels: „Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden. Wir fahren alle mit einem Scheiß-Gefühl nach Bremen zurück. Wir haben es einfach zu oft versucht,  spielerisch zu lösen. Lange Bälle wären vielleicht die bessere Wahl gewesen. Aber wir müssen aus der Partie lernen und uns schnell wieder auf Samstag konzentrieren. Das wird ein ganz anderes Spiel, in dem wir wieder mehr Fußballspielen können."

Thomas Eichin: „Wir haben schon Samstag ein brutal wichtiges Spiel in Freiburg, die ebenfalls im Pokal ran mussten. Die werden sicherlich nicht fitter sein, aber mit deutlich mehr Selbstbewusstsein ausgestattet durch ihren Sieg. Da gilt es, aus den beiden Niederlagen die richtigen Schlüsse zu ziehen und die wichtigen Dinge anzusprechen."

Sebastian Prödl: „Wir müssen heute nichts schönreden und keine Ausreden suchen. Wenn du gegen einen Drittligisten ausscheidest, dann ist das blamabel und ein Ausrutscher. Wir müssen uns jetzt schnell wieder auf die Bundesliga konzentrieren, da wartet am Samstag schon das nächste schwere Spiel."

Zum ersten Gegentor:

Sebastian Prödl: „Die ganze Situation ist sehr unglücklich gelaufen. Koen spielt mich an, ich gerate unter Druck und will den Ball wegschlagen, kläre aber zur völlig falschen Richtung. Danach hatten wir noch ein, zwei Mal die Gelegenheit zu klären, haben es aber nicht geschafft."

Zum Torwartwechsel:

Viktor Skripnik: „Es ist nicht unüblich, dass der zweite Torhüter im Pokal spielt. Zum Wochenende werde ich das wieder neu entscheiden."

Aus Bielefeld berichten Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky