Eiskalt effektive Gladbacher - Werder verliert 1:4

Mittwoch, 17.12.2014 // 21:44 Uhr

Nichts zu holen beim Tabellen-Vierten am Niederrhein. Vor 44.513 Zuschauer im Borussia-Park zog Werder Bremen am 16. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:3 (0:2) den Kürzeren.

Nichts zu holen beim Tabellen-Vierten am Niederrhein. Vor 44.513 Zuschauern im Borussia-Park zog Werder Bremen am 16. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:4 (0:2) den Kürzeren. Trotz ordentlichem Beginn der Grün-Weißen genügten den Gastgebern die ersten beiden Torschüsse für einen zwei-Tore-Vorsprung vor der Pause. Zunächst behielt Max Kruse vom Elfmeterpunkt die Nerven (32.), Oscar Wendt legte wenig später nach (38.). Ein erneut grandioser Freistoß von Zlatko Junuzovic ließ Hoffnung keimen (51.). Doch gerade als die Bremer sich nachhaltig in der gegnerischen Hälfte festgesetzt hatten, wurden sie wiederum kalt erwischt: Kramer köpfte ein (64.). Noch dezimiert durch Caldirolas Platzverweis (Gelb-Rot, 66.) kam Werder nicht mehr zurück und kassierte noch den Schlusspunkt von Branimir Hrgota (88.).

Aufstellung und Formation: Cheftrainer Viktor Skrinik änderte die Startelf auf fünf Positionen. Stammkeeper Wolf hatte seine Beckenprellung auskuriert, Strebinger blieb dafür draußen. Garcia verdrängte Sternberg vom Linksverteidigerposten, Kroos musste vor der Viererkette Bargfrede weichen, während Makiadi den verletzten Aycicek (Adduktorenprobleme) ersetzte. Im Angriff wurde ein Hannover-Torschütze (Selke) für einen anderen (Lorenzen) hereinrotiert.

Die ersten beiden Gladbacher Schüsse sitzen

Alejandro Gálvez bringt Patrick Herrmann zu Fall (Foto: NPH).

Die Höhepunkte:

5. Min.: Probates und richtiges Mittel für den heutigen Abend: Junuzovic' energischer Ballgewinn im Mittelfeld und sein schnelles Umschalten erwischt die Gladbacher auf dem falschen Fuß - die anschließende, halbhohe Vorbereitung von links findet Bartels per Flugkopfball. Schön herausgespielt, doch knapp links vorbei.

9. Min.: Borussias Traoré, der seine Qualitäten auf der rechten Außenbahn schon in den bisherigen Minuten anklingen ließ, zwingt Wolf mit einer gefährlich aufsetzenden Eingabe zum Eingreifen. Bestens gelöst vom Bremer Keeper.

21. Min.: Riesenchance für die Grün-Weißen. Erneut treibt Junuzovic den Ball durch das halbe Mittelfeld, setzt dann den über die rechte Seite mitgelaufenen Makiadi im Strafraum herrlich in Szene - Makiadi könnte schon abschließen, entscheidet sich aber dafür querzulegen, doch weder Bargfrede noch Selke profitieren von seinem zu ungenauen Zuspiel.

23. Min.: Defensiv sehr aufmerksam, mischt Werder auch offensiv bislang richtig gut mit. Caldirola macht einen halbherzig geklärten Ball der Gastgeber wieder scharf, Selke kommt dadurch aus acht Metern zum Kopfball, Gladbachs Schlussmann Sommer muss sich mächtig strecken - und fängt sicher.

31. Min.: Oh, nein. Elfmeterpfiff für die Borussia! Ein schneller Doppelpass mit Hrgota ebnet Traoré den Weg in den Strafraum, Bargfrede versucht, ihn abzudrängen und erwischt den Flügelspieler dabei am Fuß. Traoré fällt, Schiri Hartmann zögert nicht und zeigt auf den Punkt

32. Min.: Tor, 1:0 für Gladbach, Max Kruse. Der ehemalige Bremer verlädt Wolf und schiebt flach halblinks ein.

38. Min.: Nächster Nackenschlag, Tor zum 2:0 für Gladbach, Oscar Wendt. Hrgota legt hinaus auf die linke Seite, von dort aus öffnet Kruse mit klugem Pass in den Rücken der Bremer Viererkette auf den eingelaufenen Linksverteidiger Wendt, der bei seinem erfolgreichen Lupfer über Wolf hinweg ins Netz noch davon profitiert, dass Caldirola unglücklich und unhaltbar abfälscht.

46. Min.: Pünktlich pfeift Robert Hartmann zur Pause. Nur zwei Schüsse auf das eigene Tor zugelassen, aber zwei Gegentreffer - das ist die bittere Bilanz des ersten Durchgangs aus Bremer Sicht.

Hoffnung dank Junuzovic - Vorentscheidung durch Kramer

Schwerer Stand: Angreifer Davie Selke im Duell mit Gladbachs Verteidiger Roel Brouwers (Foto: NPH).

49. Min.: Das Spiel läuft wieder und Werder scheint neuen Mut geschöpft zu haben. Dominguez köpft zu kurz aus dem Gladbacher Strafraum heraus, Gebre Selassie lässt den Ball von der Brust tropfen und probiert es volley - gut getroffen, aber zu zentral. Sommer ist auf dem Posten.

51. Min.: Jaaaaaa, nur noch 1:2 aus Bremer Sicht, Zlatko Junuzovic. Der auch heute wieder mit Abstand beste Bremer untermauert das Aufbäumen. Schon wieder schlenzt Junuzovic einen Freistoß mit chirurgischer Präzision in den oberen Torwinkel. Diesmal aus gut 18 Metern. Was für ein Füßchen!

61. Min.: Eine Stunde ist um. Werder - reanimiert durch den Anschluss - investiert sehr viel, setzt sich fest in der Gladbacher Spielhälfte, die sich ihrerseits gegenwärtig ziemlich einigeln. Einzig die entscheidende Chance fehlt. Noch.

64. Min.: Gegentor, 3:1 für die Borussia, Christoph Kramer. Mitten hinein in die Bremer Drangphase erhöht Gladbach doch wieder. Und das ging zu einfach. Aus einem Einwurf heraus spielt Hazard ungestört Kruse auf der Grundlinie frei, der flankt, Kramer ist im Fünfmeterraum vor Garcia am Ball und nickt ein.

66. Min.: Gelb-Rote Karte für Luca Caldirola. Die nächste ungemütliche Nachricht gleich hinterher. Caldirola foult an der Außenlinie und sieht binnen weniger Minuten die zweite Gelbe Karte. Werder ist nur noch zu zehnt.

76. Min.: Explosiv zieht Traoré die Strafraumgrenze entlang nach innen, visiert die linke untere Ecke an, doch Wolf pariert sehenswert mit einer Hand.

88. Min.: Tor, 4:1 für Gladbach, Branimir Hrgota. Dieser Konter sitzt. Gálvez grätscht vergeblich in einen langen Ball aus der Gladbacher Hälfte heraus, Hazard ist auf und davon, legt quer, damit Hrgota aus Nahdistanz lediglich einschieben muss.

91. Min.: Schlusspfiff im Borussia-Park. Es brauchte hier nicht viel Nachspielzeit. Das Spiel war bereits vorzeitig entschieden.


Fazit: Eiskalte Effektivität zum jeweils richtigen Zeitpunkt - gegen diese Gladbacher Mittel konnte Werder letztendlich nichts ausrichten. Auch wenn die Elf von Viktor Skripnik insbesondere nach Junuzovic' tollem Anschlusstreffer einige Zeit am erfolgreichen Comeback kratzte, schlugen die Gastgeber in Person von Christoph Kramer noch einmal entscheidend zu. Nach Caldirolas Gelb-Roter-Karte wollten die Grün-Weißen nicht mehr ins offene Messer laufen. Folgerichtig konnte die clevere Borussia das Spiel souverän zu Ende bringen.

von Maximilian Hendel

Die Stimmen und Zusammenfassungen zur Partie auf WERDER.TV und WERDER.DE folgen im Laufe des späten Abends