Wahnsinns-Lauf: Werder schlägt FCA mit 3:2

Samstag, 14.02.2015 // 17:33 Uhr

Der Wahnsinns-Lauf von Werder Bremen ging auch am 21. Spieltag weiter. Dank eines 3:2 (3:1)-Erfolges vor gut 40.000 Zuschauern im Weserstadion gegen den bisherigen Tabellenvierten FC Augsburg gelang den Grün-Weiße... 

Der Wahnsinns-Lauf von Werder Bremen geht auch am 21. Spieltag weiter. Dank eines 3:2 (3:1)-Erfolges vor gut 40.000 Zuschauern im Weserstadion gegen den bisherigen Tabellenvierten FC Augsburg gelang den Grün-Weißen der nunmehr fünfte Bundesliga-Sieg in Serie. Assani Lukimyas Kopfballtor bereitete den Anfang (16.). Ragnar Klavans zwischenzeitlicher Ausgleich für den FCA (21.) währte keine 120 Sekunden, da Franco Di Santo einen an Selke verursachten Foulelfmeter sicher verwandelte (23.). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff baute Theo Gebre Selassie per Kopf den Vorsprung aus (45.). Für die Gäste sollte es im Schlussspurt nur noch zum Anschlusstor reichen (Werner, 79.). Mit nun schon eingesammelten 29 Punkten festigte Werder den aktuellen achten Platz im Bundesliga-Tableau.

Aufstellung und Formation: Offensive sollte Trumpf sein: Auch weil Cheftrainer Viktor Skripnik wieder auf Top-Angreifer Franco Di Santo nach überstandenen Oberschenkelproblemen zurückgreifen konnte. Bartels, zuletzt neben Selke im Angriff, rutschte diesmal hinter die Spitzen, unterstützt von Junuzovic und Kapitän Fritz auf den Halbpositionen. Komplettiert wurde die Mittelfeldraute von Felix Kroos auf der Sechs, da Rückenprobleme Bargfrede zur Pause zwangen. Zwei Wechsel gab es auch in der Viererkette: Links hinten erhielt Santiago Garcia (für Sternberg) den Vorzug. Assani Lukimya ersetzte innen Gálvez (Anriss des Syndesmosebandes).

Drei Bremer Tore aus Standardsituationen

Di Santo zielt nach rechts, FCA-Keeper Manninger kann nur hinterherschauen (Foto: NPH.).

Die Höhepunkte:

7. Min.: Erste richtig gute Bremer Gelegenheit. Der FCA verschlampt den Ball in Werders Hälfte, Fritz reagiert blitzschnell und schickt Selke per Steilpass in den Raum - im Sechzehner angekommen, missglückt ihm der letzte Ballkontakt etwas, sodass sein Abschluss einen Meter am kurzen Pfosten vorbeifliegt.

10. Min.: Schon etwas genauer: Fritz zieht an der Strafraumgrenze nach innen, schließt ansatzlos ab, aber FCA-Keeper Manninger ist zur Stelle.

16. Min.: Tooooooooooooooor, 1:0, Assani Lukimya.
Super Start und verdiente Führung. Die Grün-Weißen belohnen sich einstweilen aus einer Standardsituation heraus für ihr schnörkelloses Angriffsspiel. Junuzovic' lang gezogene Freistoßflanke fast von der rechten Außenlinie findet am langen Pfosten Lukimya, der seinem Bewacher Ji entwischte und zielsicher aus sechs Metern einköpfte.

21. Min.: Ausgleich, 1:1 für den FCA, Ragnar Klavan. Bisher waren die Gäste noch nicht wirklich in die Bremer Gefahrenzone eingedrungen. Bobadillas Eckball an den Fünfmeterraum ändert das, Garcia verliert Augsburgs aufgerückten Innenverteidiger Klavan aus den Augen und der nickt - abgefälscht von Gebre Selassie - ein.

23. Min.: ELFMETER für Werder!
Keine Atempause. Torschütze Klavan streckt Selke im Strafraum nieder, klares Foul, richtige Entscheidung.

23. Min.: TOOOOOOOOOOOOR, 2:1 für Werder, Franco Di Santo. Werders bester Torschütze bleibt ganz cool, verlädt Manninger und trifft zum zehnten Mal in dieser Saison.

29. Min.: Die nächste gefährliche Aktion aus einem ruhenden Ball heraus. Wieder bereitet Junuzovic per Freistoß vor, niemand beachtet Garcia, dessen gerissene Kopfballbogenlampe sich erst ganz knapp hinter dem rechten oberen Tordreieck senkt.

35. Min.: Plötzlich gibt Lukimya den pfeilschnellen Konterstürmer - von Bartels bedient, taucht der Innenverteidiger plötzlich im gegnerischen Strafraum auf und wird im letzten Moment von Manninger gestoppt.

36. Min.: Die anschließende Junozovic-Ecke köpft Selke Richtung Tor - Werner leistet seinem Schlussmann auf der Linie erste Hilfe und klärt.

45. Min.: TOOOOOOOOOOOOR, 3:1, Theo Gebre Selassie. Wenn's läuft, dann läuft's. Zum perfekten Zeitpunkt unmittelbar vor der Pause erhöhen die Grün-Weißen! Wieder aus einer Standardsituation, wieder bereitet Junuzovic vor, diesmal köpft Gebre Selassie dessen Eckball ein. Vorher hatte Manninger einen tollen Dropkick von Kroos aus dem rechten Eck gekratzt.

45. + 2 Min.: Pausenpfiff im Weserstadion. Fast hätte der FCA zuvor sogar noch verkürzt. Aber sowohl Werner als auch Höjbjerg köpften - wiederum nach Ecken - knapp vorbei.

 

Enorme Energieleistung im zweiten Durchgang

Durch Werners Anschlusstor wurde es nochmal eng (Foto: NPH.).

46. Min.: Das Spiel läuft wieder. Clemens Fritz hat in der ersten Hilfte einen Pferdekuss abbekommen, für ihn darf nun Geburtstagskind Levent Aycicek mitwirken.

49. Min.: Die Grün-Weißen lassen weiterhin nichts an ihrem Angriffsmut der ersten Hälfte vermissen. Garcia bringt einen Ball nach innen, Junuzovic nimmt den leicht aufsetzenden Ball direkt und trifft die Latte. Schade!

58. Min.: Aycicek inszeniert eine schnelle Kombination, die Di Santo im Strafraum fortführt, scharf in den Fünfmeterraum passt, wo Selke erst vorbeirutscht und Bartels den Ball am langen Pfosten aus sechs Metern drüber hebt.

62. Min.: Aaaaaaaaaah. Da fehlen Zentimeter zum Traumtor: FCA-Innenverteidiger Callsen-Bracker klärt zu kurz an die Strafraumgrenze, Junuzovic dreht sich in der Luft und setzt einen kunstvollen Fallrückzieher nur allzu knapp über die Querlatte.

72. Min.: Auch wenn es im zweiten Durchgang bislang keine einhundertprozentigen Augsburger Chancen zu überstehen gab. Sowohl Caiuby als auch Altintop hätten gerade kurz aufeinanderfolgend durchaus mehr aus ihren Gelegenheiten machen können. Noch ist das Spiel nicht durch!

77. Min.: Aycicek bewegt viel, kurbelt an und bereitet Chancen vor - auch diese von Junuzovic, der aus 20 Metern links vorbei zieht.

79. Min.: Anschlusstor, nur noch 3:2 für Werder, Tobias Werner. Die Ruhe war trügerisch. Der FCA ist wieder dran. Die Grün-Weißen bekommen einen Eckball nicht aus dem Strafraum, der Ball landet auf Werners linkem Fuß, der ihn aus Nahdistanz im Tor unterbringt.

82. Min.: Mist! Nur Aluminium! Junuzovic' Freistoß aus dem Halbfeld irritiert Mit- und Gegenspieler und klatscht an den langen Pfosten.

84. Min.: Gefährlich: Werner kommt nach Parkers Flanke zum Kopfball, der ist aber nicht genau platziert.

90. Min.: Die reguläre Spielzeit ist um. Schiri Dingert lässt drei Minuten nachspielen. Kommt schon, Jungs! Durchhalten!

90. + 3 Min: Schluss! Auch wenn es doch noch mal eng wurde: Werder lässt sich auch diese drei Punkte nicht nehmen.


Fazit: Es bedurfte einer enormen Energieleistung, um schlussendlich auch diesem seit Monaten bärenstark aufspielenden FC Augsburg den Zahn zu ziehen. Allen voran im ersten Durchgang bestach die Elf von Viktor Skripnik durch ein schwungvolles, ohne Umwege aufgezogenes Offensivspiel, wodurch sie die Gäste wiederholt in Verlegenheit bringen konnten. Die Tore wiederum fielen aus bestens vorgetragenen Standardsituationen. Schon viel eher hätte das Spiel entschieden sein können, doch nach der Pause schluderte Werder etwas mit guten Chancen. In der engen Schlussphase, als der FCA noch einmal verkürzen konnte, mussten die Grün-Weißen alles an Kraft und Leidenschaft herausschmeißen für neuerliche drei Punkte. Sie taten es erfolgreich!

von Maximilian Hendel


Highlighs und Stimmen der Partie auf WERDER.DE und WERDER.TV folgen im Laufe des Nachmittags