Ohne Angst, mit Mut

Viktor Skripnik setzt auf einen selbstbewussten Auftritt seiner Mannschaft gegen Bayern (Foto: nph).
Profis
Donnerstag, 12.03.2015 // 16:42 Uhr

Im Gegenteil. „Wer Angst hat, der kann direkt in der Kabine bleiben", machte Skripnik unmissverständlich klar. Schon im vergangenen Heimspiel hat seine Mannschaft bewiesen, dass sie durchaus in der Lage ist, das Spielfeld mit viel Einsatzwillen zu betreten. „Das Wolfsburg-Spiel war das beste Beispiel dafür. Ohne Mut brauchst du nicht anzutreten", erklärte Skripnik trotz der am Ende unglücklichen 3:5-Niederlage selbstbewusst. Wie schon gegen die „Wölfe" wolle er auch gegen den FC Bayern mit Vollgas spielen lassen. Gegen so einen Gegner müsse schließlich „keiner motiviert werden, alle freuen sich auf das Spiel".

Immer wieder hallte ein Wort durch den vollbesetzten Pressekonferenzraum im Bauch des Weser-Stadion: Angst. Die Frage nach dem Respekt erscheint logisch, ist doch am kommenden Samstag Bayern München zu Gast. Der unangefochtene Tabellenführer in der Bundesliga, gerade mit einem 7:0-Kantersieg über Schachtjor Donezk in das Viertelfinale der Champions-League eingezogen, kommt an die Weser. Doch hinter dem Podium, dort wo Werder-Coach Viktor Skripnik saß, war von Angst nichts zu spüren.

Der Geschäftsführer Sport, Thomas Eichin, sieht das ähnlich: „Wir müssen von Beginn an die Angst und Ehrfurcht ablegen. Dann hast du im Fußball immer eine Chance, deinen Gegner zu schlagen. Wir freuen uns drauf", pflichtet er Skripnik bei. Sollte dieser mit seiner Mannschaft den Ligaprimus ärgern können, wäre das für den Ukrainer „ein Traum".

Um diesen Traum zu verwirklichen, trainiert der Fußballlehrer in dieser Woche spezifisch. „Wir trainieren vor allem das Spiel ohne Ball. Dann wollen am Wochenende alle unbedingt die Kugel", verrät er augenzwinkernd mit Blick auf die ballbesitzorientierte Spielweise der Münchner. Seine Jungs seien auf jeden Fall „heiß" auf das Spiel, weiß Skripnik. Nicht zuletzt tun die Rahmenbedingungen ihr Übriges. Das Weser-Stadion ist ausverkauft (in der Online-Ticketbörse können Fans Tickets anbieten und ergattern), die Zuversicht seit Wochen groß und die Mannschaft gut drauf. Zumindest im Vorfeld lässt die Begegnung keine Wünsche offen.

Von Erik Scharf