Abwarten - und auf keinen Fall Tee trinken

Nach außen oft die Ruhe selbst, ist Werder-Coach Viktor Skripnik vor seiner Heimpremiere doch "aufgeregt" (Foto: nph).
Profis
Donnerstag, 06.11.2014 // 15:55 Uhr

„Natürlich bin ich aufgeregt", gab Skripnik zu, als er auf der Pressekonferenz am Donnerstag nach seinen Gefühlen vor dem Spiel am Samstagabend gegen den VfB Stuttgart befragt wurde. Schließlich wisse er nicht, was ihn erwarte. Am 15.05.2004 stand er zuletzt bei einer Pflichtaufgabe auf dem Rasen des Weser-Stadions. Nach 70 Minuten eingewechselt, durfte er 20 freudentrunkene Minuten bis zur Übergabe der Meisterschale mitwirken. Schlaflose Nächte wegen seiner Rückkehr hat der Werder-Coach aber nicht: „Nur wenn ich Tee trinke, kann ich nicht schlafen. Egal, ob mit grünem oder schwarzem Tee, nicht einmal mit dem ‚Gute-Nacht-Tee‘, den mir meine Frau mal gegeben hat", berichtete Skripnik schmunzelnd und fügte an, dass er aber ohnehin schlafe „wie ein Baby".

Viktor Skripnik ist Stammgast im Weser-Stadion. Daran wird sich auch am kommenden Samstag nichts ändern. Lediglich sein Platz ist dann ein anderer: „Die letzten zehn Jahre habe ich immer auf der Tribüne gesessen. Diesmal gehe ich von der Kabine aus ins Stadion." Denn den neuen Cheftrainer der Grün-Weißen erwartet das erste Heimspiel seiner Karriere als Cheftrainer an der Weser.

So richtig zur Ruhe gekommen ist er nach seinen anstrengenden ersten Wochen als Cheftrainer aber erst am trainingsfreien Dienstag. „Diese Erholung habe ich gebraucht. Auch wenn ich an diesem Tag trotzdem Fußball geschaut und mich mit der sportlichen Leitung ausgetauscht habe. Überhaupt ist es bei mir zu Hause immer hektisch, da ist es schwer, mal richtig auszuschlafen", berichtete der Ukrainer. So hinderte ihn ausgerechnet am freien Tag die Tochter am Ausschlafen. „Sie hat verschlafen, glaube ich, musste dringend zur Uni und plötzlich war es viel zu laut, um weiterzuschlafen", erzählte er gut gelaunt.

Insgesamt will der 44-Jährige aber nicht allzu viel über sein Befinden reden. „Wie es mir geht, ist völlig egal. Die Konzentration liegt nur auf der Mannschaft", stellte er klar. Sicher ist er sich, dass die Zuschauer wieder der „zwölfte Mann" sein werden: „Das ganze Stadion wird uns unterstützen und unseren Jungs helfen. Wir haben zu Hause schon gute Spiele gemacht und am Samstag wollen wir wieder ein gutes Spiel zeigen." Bis dahin heißt es: Abwarten, und auf keinen Fall Tee trinken.

Von Erik Scharf