Heiße Drähte vor dem "Heimspiel"

Davie Selke ist voller Vorfreude auf sein "Heimspiel" (Foto: nph).
Profis
Mittwoch, 04.02.2015 // 10:03 Uhr

Für den Werder-Stürmer ist die Sinsheimer Arena „so etwas wie die zweite Heimat". Vier Jahre kickte Selke in der Nachwuchsabteilung von 1899 Hoffenheim, bevor es ihn im Januar 2013 an die Weser zog. „Ich habe früher viele Spiele in dem Stadion gesehen. Damals wäre es für mich das Größte gewesen, hätte ich da auch spielen dürfen. Deswegen wäre es etwas Besonderes für mich, jetzt selber auf dem Platz zu stehen." In der vergangenen Saison stand er beim Gastspiel im Kraichgau immerhin schon im Kader, „der nächste Schritt wäre jetzt noch, dass ich ein paar Minuten auf dem Platz habe", erzählt der U19-Europameister.

Die Transferperiode ist zwar vorbei, doch die Drähte auf dem Handy von Davie Selke laufen erst jetzt richtig heiß. Es sind aber keine Spielerberater oder Manager anderer Vereine, die sich melden. Vielmehr sind es seine Familie und Freunde, die für sein „Heimspiel" die Ticketwünsche platzieren wollen.

Selke-Fans mit grünen Trikots

Die Chancen dafür stehen beim 20-Jährigen, der zuletzt zum Stammpersonal von Werder-Coach Viktor Skripnik gehörte, gut. Klar, dass die Familie des gebürtigen Stuttgarters, Freunde und seine Gastfamilie aus Hoffenheimer Zeiten dabei sein wollen, wenn „ihr Davie" an alte Wirkungsstätte zurückkehrt. „Es ist schon so, dass mein Telefon häufiger klingelt als sonst. Viele von denen habe ich seit meinem Wechsel zu Werder erst einmal wiedergesehen", verrät Selke freudestrahlend. Die Anzahl an Kartenwünschen lässt sich aber nicht genau definieren. Vielmehr „muss ich gucken, wie viele Karten ich bekomme und werde so viele Karten nehmen, wie es geht". Fest steht, dass sein persönlicher Fanblock ihm, und damit auch dem SVW, fest die Daumen drückt. „Das sind alles Selke-Fans und ich habe auch schon ein paar grüne Trikots verteilet", stellt der Werderaner lachend klar.

Für einen speziellen alten Weggefährten braucht der Torjäger allerdings kein Ticket ordern, denn der sitzt auf der Trainerbank der Kraichgauer. Der jetzige Co-Trainer der TSG, Franz Fröhling, holte Selke damals nach Hoffenheim. Vor dem Aufeinandertreffen am Mittwoch „haben wir auch kurzzeitig geschrieben. Aber eigentlich haben wir ununterbrochen Kontakt, es ist ein besonderes Verhältnis. Er hat mir immer viel Vertrauen geschenkt", erklärt Selke. Doch sobald der Ball rollt, sind alle alten Freundschaften vergessen: „Ich bin mit Werder da, der Fokus liegt voll auf dem Spiel." Sollte er aber nach einem eigenen Treffer jubeln dürfen, will sich der Ex-Hoffenheimer zurückhalten: „Das hat für mich etwas mit Respekt gegenüber meinem alten Verein zu tun", verrät er, um schelmisch grinsend hinterher zu schieben: „Außer wenn ich per Fallrückzieher treffe. Aus dreißig Metern."

von Erik Scharf