Dutt zum Konkurrenzkampf: ''Da blutet mir das Herz''

Wer soll spielen? Robin Dutt und Co-Trainer Damir Buric haben im Moment die Qual der Wahl bei der Kaderzusammenstellung.
Profis
Donnerstag, 18.09.2014 // 16:52 Uhr

Wenn Robin Dutt den Begriff Stammelf in den Mund nimmt, dann meint er nicht die elf Profis, die er zu Beginn einer Partie auf den Platz schickt. Ganz im Gegenteil. Für den Cheftrainer gehören auch die Spieler zwölf bis 15 des Kaders zu den etablierten Stammkräften.

Die aktuelle Kadersituation ist dabei für den Coach ein Luxusproblem. „Ich bin momentan in einer Situation, in der ich einerseits eine Mannschaft aufstellen kann, bei der es wenige Gründe gibt, die Spieler auszutauschen. Das ist eine Situation, die mich als Trainer sehr freut", sagte Dutt auf der Pressekonferenz am Donnerstag und ergänzte: „Andererseits habe ich ein paar Spieler auf der Bank, die in der Woche so viel investieren und über so viel Qualität verfügen, dass mein Herz ein wenig blutet, wenn ich sie draußen lassen muss."

Punktuelle Rotation

Einer davon ist Luca Caldirola. Werders Innenverteidiger, der letzte Saison 33 von 34 Bundesligaspiele absolvierte, saß zuletzt zweimal in Folge auf der Bank. Grund dafür war nicht die Leistung des Italieners, sondern die überzeugenden Auftritte von Sebastian Prödl und Assani Lukimya. Ohnehin bewegen sich alle drei Innenverteidiger auf einem Niveau und es entscheiden nur Nuancen, wer aufläuft. Es spricht für den Italiener, dass er trotz seiner Situation sich voll in den Dienst der Mannschaft stellt und bereit steht, wenn seine Fähigkeiten gefragt sind. „Es ist zwar nicht leicht, aber wir haben einen großen Konkurrenzkampf in der Mannschaft und es geht alleine darum, dass die Besten auf dem Platz stehen. Ich hoffe natürlich, dass ich gegen Augsburg spiele, aber wichtig ist der Erfolg des Teams", sagt Caldirola.

Wer gegen den FC Augsburg im Abwehrzentrum auflaufen wird, ließ Robin Dutt offen. „Am Samstag wird es mit Sicherheit keine fünf Veränderungen geben. Zwei, drei Wechsel sind aber immer möglich. Komplett rotieren werde ich nicht", erklärte Werders Cheftrainer, der bei der Nachmittagseinheit auf Franco Di Santo verzichten musste. Der Argentinier pausierte aufgrund von leichten muskulären Problemen - eine reine Vorsichtsmaßnahme. In Augsburg will Di Santo auf jeden Fall dabei sein.

Am Ende ist es egal, welche Stammelf in der SGL arena aufläuft. Robin Dutt ist überzeugt, dass seine Mannschaft an die guten Leistungen anknüpft und sich endlich mit einem Sieg belohnt: „Für mich ist es wichtig, wie die Mannschaft sich präsentiert, wie sie in ein Spiel geht, wie sie arbeitet. Genau da haben wird momentan Wind unter den Flügeln. Aber wir wissen auch, dass nicht allein nur die Haltungsnoten zählen. Es ist ein dreifacher Punktgewinn einfach mal fällig ist. Wir müssen mit der Beharrlichkeit der letzten Spiele auftreten!" Egal ob Caldirola, Prödl oder Lukimya - auf nahezu allen Positionen kann Dutt aus den Vollen schöpfen.

Von Marcel Kuhnt