Galvez-Skype-Interview: "Bremen ist beeindruckend''

Interview mal anders: Per Skype sprach das CLUB MEDIA-Team mit Werder-Neuzugang Alejandro Galvez.
Profis
Montag, 16.06.2014 // 12:40 Uhr

In zehn Tagen starten die Werder-Profis in die Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison. Dann wird auch Neuzugang Alejandro Galvez mit dabei sein. Bis dahin genießt "Alex" noch die letzten Urlaubstage in der spanischen Heimat, plant den Umzug in die Hansestadt und hat mit WERDER.DE ein Interview über Skype geführt.

WERDER.DE: Alejandro, dein Wechsel zum SV Werder stand gefühlt schon etwas länger fest, hing aber lange in der Luft. Wann war für dich klar, dass du zu Werder wechselst?

Alejandro Galvez: „Den ersten Kontakt gab es schon vor Weihnachten 2013. Werder hatte großes Interesse an mir, die Gespräche waren sehr angenehm. Es hatte sich damals angedeutet, dass ich nach Deutschland wechseln werde. Fix war es für mich aber auch erst dann, als der Verbleib von Rayo Vallecano in der ersten Liga feststand."

WERDER.DE: Erinnerst du dich an die erste Situation, in der du Werder wahrgenommen hast. Zum Beispiel Werders Auftritte in der Champions League gegen Madrid, Barcelona oder Valencia?

Alejandro Galvez: „Ja, das war das UEFA-Cup-Spiel von Werder bei Espanyol Barcelona. Darüber hinaus habe ich Werder immer in der Champions League wahrgenommen, wo der Verein sehr lange am Stück gespielt hat. Doch nicht nur aufgrund dieser Spiele hat Werder eine große Historie. Werder war mir grundsätzlich in Spanien schon lange ein Begriff."

WERDER.DE: Was verbindest du mit den Grün-Weißen?

Alejandro Galvez: „Ich wurde in Februar zum Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach eingeladen. Ich habe dabei auch kurz die Stadt kennenlernen dürfen. Sie ist schön, hat was Besonderes. Ich habe mitbekommen, dass die Fans in den letzten Jahren besonders gute Stimmung gemacht haben und jederzeit hinter der Mannschaft standen. Das finde ich beeindruckend."

WERDER.DE: Wie war denn dein Eindruck von deinem ersten Mal im Weser-Stadion?

Alejandro Galvez: „Es hat mir sehr gut gefallen. Ich habe auch eine kleine Stadionführung bekommen, durfte auch schon mal einen Blick in die Umkleidekabine werfen. Das Umfeld gefiel, das Stadion ist beeindruckend. Es ist viel größer und schöner, als die Arena von Rayo Vallecano."

WERDER.DE: Mit Franco Di Santo und Santiago Garcia gibt es bereits zwei spanisch sprechende Spieler im Kader - wie wichtig ist das für dich? Waren die beiden sogar ein Stück weit dafür verantwortlich, dass du dich für Werder entschieden hast?

Alejandro Galvez: „Nein, ich habe meine Entscheidung nicht von den beiden abhängig gemacht. Es hat mich einfach überzeugt, was Werder mir für eine Perspektive geboten hat. Dennoch ist es natürlich eine große Hilfe für mich, gerade am Anfang und im Training, dass ich zwei spanische sprechende Spieler um mich habe."

WERDER.DE: Gab es schon Kontakt zu Franco und Santi?

Alejandro Galvez: „Nein, ich habe sie noch nicht kennengelernt. Ich hatte bei meinem Besuch in Bremen selbst noch zeitnah ein Spiel mit Vallecano. Da blieb nicht allzu viel Zeit."

WERDER.DE: Hast du dich bei irgendjemand über Werder informiert? Möglicherweise bei einem Spanier aus der Bundesliga?

Alejandro Galvez: „Gerhard Poschner hat mir ein bisschen über die Bundesliga und den deutschen Fußball erzählt. Zu Tiago oder Javi Martinez von Bayern hatte ich aber keinen Kontakt."

WERDER.DE: In der Öffentlichkeit wirst du als Innenverteidiger wahrgenommen. Auf welcher Position siehst du deine Stärken?

Alejandro Galvez: „Ich habe zwar früher auch auf der Sechs und der Acht gespielt. Mittlerweile sehe ich mich aber auch primär in der Innenverteidigung. Da fühle ich mich am wohlsten und habe die größten Stärken."

WERDER.DE: In knapp zwei Wochen ist in Bremen der Trainingsauftakt. Wann ziehst du nach Bremen?

Alejandro Galvez: „Am 24. Juni komme ich mit meiner Schwester nach Bremen und bleibe zunächst in einem Hotel. In Bremen schaue ich dann nach einer Wohnung für mich und meine Freundin, die zeitnah nachkommen wird."

WERDER.DE: In einem Interview mit futbol.as sagtest du, dass es dir wichtig ist, eine Grundlage in deinen Deutschkenntnissen zu legen. Wie weit bist du?

Alejandro Galvez: „Ich habe drei Wochen lang Deutschunterricht bei einem Privatlehrer in Madrid gehabt. Den habe ich unterbrechen müssen, da ich derzeit in Granada bei meiner Familie bin. Ich spreche natürlich noch nicht so gut."

WERDER.DE: Was kannst du schon auf Deutsch sagen?

Alejandro Galvez: „Danke. Hallo. Wie geht's? Mir geht's gut. Mein Name ist Alejandro. Also erst die ganz einfache Sachen (lacht)."

WERDER.DE: Blick zurück auf deine Zeit in Spanien: Wie war es gegen Messi und Cristiano Ronaldo zu verteidigen?

Alejandro Galvez: „Es war schwer, gegen diese beiden zu verteidigen, weil sie nun mal die besten Spieler der Welt sind. Ich war stolz, gegen Messi und Ronaldo gespielt zu haben."

WERDER.DE: Und auf welche Spieler freust du dich in der Bundesliga?

Alejandro Galvez: „Die Liste wird ziemlich lang ausfallen, da die Bundesliga mit die beste der Welt ist. Auf Franco Di Santo zum Beispiel. Aber auch auf Spieler wie Ribéry, Götze, Robben, Subotic, Hummels oder Joselu."

WERDER.DE: Wie groß ist deine Vorfreude jetzt auf Werder?

Alejandro Galvez: „Ich bin sehr glücklich, bald nach Bremen zu kommen und meine neuen Teamkollegen kennenzulernen. Ich freue mich auf die Bundesliga. Ich freue mich sehr auf Werder Bremen."

WERDER.DE: Du verlässt zum ersten Mal dein Heimatland. Mit welchen Gefühlen gehst du?

Alejandro Galvez: „Das ist in erster Linie nicht so schlimm. Dafür freue ich mich einfach zu sehr auf meine neue Aufgabe, auf ein neues Land, auf neue Leute und auf eine neue Sprache. Ich glaube, ich kann in Bremen sehr glücklich werden. Natürlich werde ich meine Familie vermissen. Dennoch freue ich mich auf meine neue Aufgabe bei Werder."

WERDER.DE: Die Weltmeisterschaft ist in vollem Gange: Wo verfolgst du das Turnier und wie wird Spanien abschneiden?

Alejandro Galvez: „Ich habe die ersten Spiele bislang mit meinen Freunden und meiner Familie in Granada gesehen. Ich hoffe, Spanien wird trotz der Niederlage gegen die Niederlande noch ein gutes Turnier spielen, weit kommen und am Ende erneut den Titel holen."

WERDER.DE: Ist Spanien also auch dein Favorit?

Alejandro Galvez: „Mein Traumfinale wäre Spanien gegen Deutschland, wenn das ginge. Dann wäre ich aber auch für Spanien (lacht)."