Hunt-Interview: "Meine Freunde werden nicht für Wolfsburg sein"

Freut sich auf das Wiedersehen mit den alten Kollegen: Aaron Hunt (Foto: NPH).
Profis
Mittwoch, 24.09.2014 // 14:45 Uhr

Zum Abschluss der „Englischen Woche" steht für den SV Werder am Samstagabend das Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg und damit das Wiedersehen mit einigen ehemaligen Werderanern an ...

Zum Abschluss der „Englischen Woche" steht für den SV Werder am Samstagabend das Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg und damit das Wiedersehen mit einigen ehemaligen Werderanern an. Neben Naldo und Kevin De Bruyne trägt seit diesem Sommer in Person von Aaron Hunt noch ein weiterer ehemaliger Bremer das Trikot der ,Wölfe‘. Nach zehn Profi-Jahren und 215 Bundesliga-Spielen für Werder wird diese Begegnung für den ehemaligen Vizekapitän des SVW das erste Duell gegen seinen alten Klub. „Das ist ein komisches Gefühl", verrät Hunt im Gespräch mit WERDER.DE.

Hallo Aaron. Nach zehn Profi-Jahren bei Werder bist du seit dem 01. Juli beim VfL Wolfsburg. Wie war die erste Zeit beim neuen Verein für dich?

Aaron Hunt: „Ich habe ein bisschen gebraucht, um mich hier zurechtzufinden. Wenn man so lange bei einem Verein war, ist das aber wohl normal. Von den Abläufen ist es halt schon etwas anders. Jeder Trainer hat eigene Vorstellungen. Das kannte ich ja auch ein bisschen von Werder, dass es da auch mal Unterschiede geben kann. Für mich ist es vor allem deshalb ein Unterschied, weil es ein völlig neues Umfeld ist. Inzwischen bin ich ganz gut drin und auch zufrieden."

Da war es doch bestimmt hilfreich, dass du den einen oder anderen deiner neuen Kollegen schon vorher kanntest, oder?

Aaron Hunt: „Klar, am Anfang ist das natürlich gut, wenn man schon einige Spieler kennt oder sogar mit denen zusammengespielt hat. Das hat es auch für mich leichter gemacht, mich hier zu integrieren. Egal ob Naldo, Kevin De Bruyne oder Klaus Allofs - sie haben mir alle sehr geholfen.

Und am vergangen Samstag bist du durch dein Tor beim 4:1-Heimsieg gegen Leverkusen endgültig angekommen?

Aaron Hunt: „So weit würde ich nicht gehen, aber natürlich hat dieses Tor schon eine gewisse Bedeutung für mich. Es war wichtig auch mal zu treffen. So darf es gerne weitergehen."

Am Wochenende gibt es dann das große Wiedersehen mit deinen alten Kollegen. Wie groß ist die Vorfreude nach 13 Bundesliga-Spielen für Werder gegen den VfL, nun erstmals gegen deinen Ex-Klub zu spielen?

Aaron Hunt: „Die Vorfreude ist wirklich riesengroß. Ich freue mich auf die Fans, die alten Mitspieler und auch auf alle anderen. Obwohl ich noch nicht lange weg bin, ist es etwas Besonderes die alten Kollegen wiederzusehen. Aber es sind auch gemischte Gefühle dabei."

Inwiefern?

Aaron Hunt: „Es ist schon eine komische Vorstellung, gegen den Verein zu spielen, für den ich fast ausschließlich gespielt habe. Zum ersten Mal gegen Werder aufzulaufen wird sehr ungewohnt für mich sein. Aber so richtig wird das Gefühl dann wohl erst am Samstag kommen, wenn beide Mannschaften auf dem Platz stehen."

Wie groß ist denn die Gefahr, dass du aus Gewohnheit in die falsche Kabine gehst?

Aaron Hunt: „In Bremen wäre die Gefahr deutlich größer." (lacht)

Also ein Vorteil, dass ihr erst in Wolfsburg gegeneinander spielt?

Aaron Hunt: „Ich kann gar nicht sagen, ob das besser für mich ist, oder nicht. In Bremen zu spielen und erstmals wieder ins Weser-Stadion einzulaufen, wird auf jeden Fall noch besonderer für mich sein."

Werden am Samstag denn viele Bekannte aus Bremen im Stadion sein?

Aaron Hunt: „Es haben sich einige angekündigt. Es werden aber bei weitem nicht alle für meine aktuelle Mannschaft sein, das kann ich schon sagen. Aber das ist auch absolut in Ordnung." (lacht)

Auch auf die Gefahr hin, dass du es dir mit deinen Freunden versaust, wirst du vermutlich trotzdem auf einen Heimsieg hoffen?!

Aaron Hunt: „Klar. So ist das im Fußball: Ich spiele jetzt für Wolfsburg und möchte das Beste für den Verein. Auch wenn Werder nicht optimal in die Saison gestartet ist, hoffe ich daher auf einen Heimsieg."

Das Interview führte Dominik Kupilas