''Kuschelige Runde'' - Hangout-Premiere für Bartels

Spaß beim Chatten: Werder-Neuzugang Fin Bartels und Dominik Kupilas, verantwortlicher Social Media- und Online-Redakteur, saßen gemeinsam vor der Webcam am Trainingsplatz im Zillertal.
Profis
Dienstag, 22.07.2014 // 17:29 Uhr

Vier Profi-Stationen, vier Hansestädte. Seine Vereine sucht sich Werders Neuzugang Fin Bartels offenbar nach einem eindeutigen Muster aus: Ob von Holstein Kiel nach Rostock, von der Hansa zu St. Pauli in Hamburg oder von da aus an die Weser - Werders neue Nummer 22 blieb bei all seinen Transfers dem Norden treu. Warum er ein echtes Nordlicht ist, verriet der 27-Jährige im Hangout on Air, einer Art Videochat, auf Werders Google+-Plattform. Den lockeren Plausch am Montagabend konnten alle Werder-Fans im Livestream verfolgen, via Twitter und YouTube eigene Fragen stellen und so viel Neues über den Neuen erfahren.

Dabei konnte Bartels froh sein, überhaupt bis zum Abend „überlebt" zu haben, schließlich wäre er bei der morgendlichen Schwimmeinheit eigenen Angaben zufolge „fast ertrunken". „Ich musste bei meiner Seepferdchen-Prüfung damals nur 50 Meter schwimmen, heute waren es viel mehr", scherzte Bartels zur Begrüßung und sorgte gleich für den ersten Lacher bei seinen vier Gesprächspartnern. Im Hangout saßen dem Neu-Werderaner virtuell gegenüber: Lars Kranenkamp von transfermarkt.de, Lisa Heckl von Sky Samstag LIVE!, Werders Twitter-Fanreporter im Zillertal, Steffen (@S666HB), sowie Sky-Reporter-Legende Rolf Fuhrmann.

"Habe beim richtigen Verein in Hamburg gespielt"

Von der Aufnahme durch die Mannschaft, über seine Wunschposition, die China-Tour bis hin zu Eljero Elias neuer Frisur - kein Thema wurde in der unterhaltsamen Talkrunde ausgespart. Über den Kurznachrichtendienst Twitter erreichten die Runde zudem immer wieder Fan-Fragen. Und so wurde unter anderem beantwortet, dass Fin Bartels selbst kein Fan von sozialen Netzwerken ist, er kein offizielles Profil betreibt. „Ich telefoniere lieber", gab der Stürmer zu - sehr zum Erstaunen seiner Gegenüber. Sky-Moderator „Rollo" Fuhrmann, der direkt aus dem Urlaub in Dänemark am Hangout teilnahm und seit einigen Monaten begeisterter Twitterer ist, versuchte Bartels zwar von den Vorzügen der Social-Media-Welt zu überzeugen, hatte mit dem Neu-Bremer allerdings eine harte Nuss zu knacken.

Gesprächiger wurde Bartels hingegen, als es rund um das Werder-Team und das Sportliche ging. „Es war eine sehr positive Begrüßung durch die Mannschaft", schwärmte er. „Ich fühle mich schon als echtes Teammitglied. Die Jungs haben es mir sehr, sehr leicht gemacht, mich zu integrieren und mich wohl zu fühlen. Ich kenne Felix Kroos und Assani Lukimya ja noch aus Rostock. Sie haben mich herzlich empfangen", so Bartels weiter. Mit Kroos, der am Dienstag seinen Vertrag beim SVW vorzeitig bis 2017 verlängert hat (siehe Meldung), und Lukimya spielte Bartels zwei beziehungsweise ein Jahr gemeinsam in Rostock.

Seinen Gesprächspartnern und den Werder-Fans verriet der gebürtige Kieler, ein echtes Nordlicht zu sein. „Gefühlt ist Bremen schon das südlichste, wo ich je war", scherzte Bartels, der offenbar kurz das Zillertaler Alpenpanorama in seinem Rücken vergessen hatte. „Ich brauche einfach meine Familie und Freunde um mich herum. Das ist mir sehr wichtig", erklärte Bartels seine Heimatverbundenheit. Natürlich kam auch seine Zeit als Hamburger zur Sprache, doch der sympathische 27-Jährige wusste auch darauf eine charmante Antwort. „Ich habe ja beim richtigen Verein in Hamburg gespielt", so der Ex-Paulianer mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht.

Hangout mit Gebre Selassie am Freitag

Knapp anderthalb Wochen nach dem Ende der Weltmeisterschaft in Brasilien durfte auch die Taktik-Diskussion nicht fehlen. 3er-Kette in der Abwehr? Zwei laufstarke Außenverteidiger? Und doch wieder eine echte Sturmspitze? Für Bartels viel wichtiger als Taktik-Trends: "Dass man als Team füreinander kämpft und alles gibt. Aber da mache ich mir keine Sorgen. Wir haben eine super Truppe zusammen", so sein Zwischenfazit nach den ersten dreieinhalb Wochen der Vorbereitung. Die eigene Position ist dem vielseitigen Offensivakteur innerhalb des Mannschaftsgefüges nicht so wichtig. „Fußball ist kein Wunschkonzert. Der Trainer entscheidet, wo ich spiele. Das ist leider auch das Los der Vielseitigkeit, aber egal ob ich von Anfang an spiele, von der Bank komme oder gar nicht auflaufe, ich werde zu hundert Prozent Gas geben", sagte Bartels.

Am Ende musste er sogar zugeben, dass es ihm in der „kuscheligen Runde", wie Kranekamp den Hangout betitelte, sehr gut gefallen habe. Und wer weiß, vielleicht tritt der 27-Jährige in nächster Zeit ja doch noch via Social Media mit den Fans in Verbindung. Bis dahin dürfen sich die grün-weißen Anhänger auf den zweiten Hangout on Air aus dem Zillertal mit Theodor Gebre Selassie am Freitagabend, 25.07.2014, freuen.

von Yannik Cischinsky