Ein würdiger Rahmen, ein kurzweiliger Abend

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Freitag, 19.12.2014 // 14:24 Uhr

„45 geile Jahre" - so hatte Klaus-Dieter Fischer in den letzten Tagen und Wochen immer wieder seine Zeit bei Werder beschrieben. Und auch auf seiner feierlichen Verabschiedung am Donnerstagabend im Rathaus ...

"45 geile Jahre" - so hatte Klaus-Dieter Fischer in den letzten Tagen und Wochen immer wieder seine Zeit bei Werder beschrieben. Und auch auf seiner feierlichen Verabschiedung am Donnerstagabend im Bremer Rathaus beendete der Ehrenpräsident mit diesen Worten seine Rede. Unter tosendem Beifall erhoben sich die 350 Ehrengäste, minutenlang spendeten sie Applaus. Es war die würdige Verabschiedung eines Mannes, der Werder geprägt hat, wie an allen Stellen betont wurde.

In dem gut anderthalbstündigen, kurzweiligen Festakt blickten ehemalige Spieler, Kollegen und Freunde zurück auf das Lebenswerk des „Vize", wie Fischer seit Jahrzehnten aufgrund seiner langen Amtszeit als Vizepräsident gerufen wird, zurück. Neben den „Mini-Fischer-Chören", die eine A-Capella-Version von „Wo die Weser einen großen Bogen macht" aufführten, sangen die Afterburner um WERDER BEWEGT-Botschafter Tjalf Hoyer die auf Fischer umgeschriebene Version „Du bist Werder Bremen". „Es war ein mehr als würdiger Rahmen, aber das Leben geht jetzt weiter. Und ich bin mir sicher, dass er nicht von der Bildfläche verschwinden wird", sagte Otto Rehhagel.

Werder ohne Fischer? "Nur schwer vorstellbar!"

Von Valdez über Borowski bis Junuzovic folgten zahlreiche ehemalige Spieler der Einladung. Fischer ehrte sie, indem er tat, was ihm immer „verwehrt geblieben" war. Er stellte als selbsternannter Trainer kurzerhand drei ganz eigene Lieblingsformationen zusammen. „Es ist eine große Ehre für mich, in seiner persönlichen Lieblingsmannschaft zu stehen. Ich freue mich sehr, ihn zu kennen und muss mich bei ihm bedanken. Er ist eine sehr wichtige Person für mich", sagte Ex-Werderaner Naldo. Der ebenfalls aus Wolfsburg angereiste Aaron Hunt ergänzte: „Er ist ein toller Mensch, auch abseits des Sports. Wir haben in den Jahren einige intensive Gespräche geführt, in denen er mir viele Tipps und Ratschläge mit auf den Weg gegeben hat."

Für Klaus Allofs, der acht Jahre gemeinsam mit Fischer in der Geschäftsführung des SV Werder tätig war, sind „Menschen wie Klaus-Dieter Fischer selten". Er habe sich "nicht nur fachlich eingebracht, es war ihm gleichzeitig immer eine Herzensangelegenheit. Diese Kombination ist außergewöhnlich und macht ihn besonders", so Allofs. Werder Bremen ohne Klaus-Dieter Fischer sei „nur schwer vorstellbar", pflichtete Thomas Schaaf bei.

Mit dem Jahreswechsel wird der Ehrenpräsident nun entspannt in der nach ihm benannten Klaus-Dieter-Fischer-Halle Platz nehmen dürfen, sich Handball oder Tischtennis ansehen, die U 23 auf Platz 11 unterstützen - und auch bei den Heimspielen im Weser-Stadion wird er nicht fehlen. Das betonte der 73-Jährige zum Abschluss. Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode ist sich ohnehin sicher, dass Fischer "immer ein Werderaner im Herzen bleiben wird."

Von Yannik Cischinsky