Ekici: ''Die Brust wird breiter, der Rückenwind stärker''

Dankbarkeit beruht auf Gegenseitigkeit: Memo dankt den Fans für den Support, die Fans ihm für seinen Siegtreffer. (Foto: nph)
Profis
Samstag, 17.08.2013 // 20:07 Uhr

Jan Moravek ließ er einfach stehen, zwei Schritte, Abschluss aus 20 Metern und drin war der Ball. Befreit lief Mehmet Ekici vor die Fankurve und feierte. Es sollte der entscheidende Siegtreffer werden, die Belohnung für eine geschlossene Teamleistung, aber eben auch der Fingerzeig, dass Mehmet Ekici auf einem guten Weg ist.

Cheftrainer Robin Dutt schätzte die Leistung des Mittelfeldstrategen nach Schlusspfiff so ein: „Die Entwicklung von Mehmet Ekici läuft parallel zur Entwicklung des ganzen Teams. Er hat viele harte Schritte hinter sich, er macht viele kleine Schritte nach vorn und es gibt immer viele Punkte, die ihn noch besser machen können. Er hat sich heute schon viel weniger foulen lassen, hat sich eher vom Ball getrennt. Und als er mal nicht durch Foul zu stoppen war, hat er ein wichtiges Tor geschossen."

Ein Tor, auf das sich der türkische Nationalspieler nichts einbilden wollte. „In der Szene kam ich ganz gut durch den ersten Mann durch, dann habe ich einfach mal geschossen. Das ging alles so schnell, dass ich mir das auch erst noch im Fernsehen anschauen muss. Aber ganz ehrlich, das Tor bedeutet mir nicht viel. Der Sieg ist mehr wert, weil die Mannschaft im Vordergrund steht. Ich bin nur ein Teil dieses Teams. Ich erledige momentan genau so 100-prozentig meine Aufgaben wie alle anderen auch", so Ekici bescheiden. Dass er dieser Mannschaft einiges zutraut, daraus machte er jedoch keinen Hehl. „Klar, sind wir noch in der Findungsphase, aber wenn wir weiter so hart arbeiten, dann wird es immer schwerer gegen uns. Die Brust wird breiter und der Rückenwind stärker", so Ekici schmunzelnd.

Ein Lächeln kommt ihm auch über die Lippen, als Mehmet Ekici auf seine beiden Auswechslungen in den ersten beiden Spielen angesprochen wird. Die Umarmung danach wirkte im Weser-Stadion deutlich freiwilliger als in Braunschweig. Ekici dazu: „Wir haben das doch schon letzte Woche ganz gut gelöst, heute lief es runder. Dass der Trainer so entscheidet, muss ich akzeptieren, das ist absolut in Ordnung."

Für Robin Dutt war der Wechsel des Torschützen keine Frage der abgelieferten Leistung. „Die hat heute wieder gestimmt. Mehmet ist unheimlich viel gelaufen und man darf nicht vergessen, dass er im letzten Jahr kein Stammspieler war, diese Wettkampfausdauer muss er erst wieder aufbauen. Dafür bekommt er Zeit. Es ist ja die Kunst eines Trainers, einen Wechsel dann vorzunehmen, wenn es noch nicht zu spät ist. Heute hat das gepasst, Mehmet hat eine starke Leistung gebracht, das Tor geschossen, eine Umarmung vom Trainer bekommen und dann das Feld für einen Felix Kroos verlassen, der auch sehr gut drauf ist."

Auf die Kommunikation mit dem Trainer lässt der Torschütze ohnehin nichts kommen. „Es läuft gut. Das Team steht hinter mir und der Trainerstab auch. Wenn du diese Unterstützung bekommst, ist es einfacher."

Aus dem Weser-Stadion berichten Michael Rudolph, Dominik Kupilas und Marcel Schmidt