Deutsche U21-Nationalmannschaft: Yildirim debütiert über 90 Minuten

Machte beim Spiel gegen die Franzosen eine sehr gute Figur: Özkan Yildirim.
Profis
Mittwoch, 14.08.2013 // 10:28 Uhr

Der Wunsch nach dem ersten Spiel für die deutsche U21-Nationalmannschaft ist für Özkan Yildirim in Erfüllung gegangen. Als einer von nur zwei Spielern kam ...

Der Wunsch nach dem ersten Spiel für die deutsche U21-Nationalmannschaft ist für Özkan Yildirim in Erfüllung gegangen. Als einer von nur zwei Spielern kam der Werder-Profi am Dienstagabend über die kompletten 90 Minuten gegen Frankreichs U21 zum Einsatz. Dabei überzeugte er die Zuschauer und Neu-Trainer Horst Hrubesch mit einer starken Leistung. 

Während der deutsche Nationalcoach beim torlosen Remis ab der zweiten Halbzeit ordentlich durchwechselte, waren es nur Freiburgs Matthias Ginter und Bremens Yildirim, die sich über die komplette Spieldauer profilieren durften. Werders Mittelfeldspieler wäre dabei sogar beinahe sein Debüt-Tor gelungen, hätte Frankreichs Torwart in der 48. Spielminute nicht in höchster Not klären können. Welche Ereignisse das Spiel abseits des ‚Ötzi-Einsatzes parat hatte, können Sie dem folgenden DFB-Spielbericht (Quelle: dfb.de) entnehmen:

Teilerfolg beim Hrubesch-Comeback: 0:0 gegen Frankreich

Die deutsche U 21-Nationalmannschaft hat im ersten Spiel unter dem neuen, alten Trainer Horst Hrubesch einen Teilerfolg gefeiert. Gegen Frankreich endete die Partie in Freiburg zwar 0:0, doch das fast völlig neu formierte Team zeigte nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der EM in Israel eine ansprechende Vorstellung.

"Das sind alles Riesentalente", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in der Halbzeitpause, "das, was die hier spielen, geht absolut in Ordnung. Zumal sie ja auch das erste Mal zusammen spielen nach nur wenigen Trainingseinheiten."

Hrubesch: "Darauf können wir gut aufbauen"

"Ich bin zufrieden. Die Mannschaft hat das umgesetzt, was ich mir vorgestellt habe", sagte Hrubesch nach der Partie. "Wir hätten sogar gewinnen müssen. Darauf können wir gut aufbauen. Aber ich weiß auch, dass noch mehr Qualität in den Jungs steckt." Hrubeschs Gegenüber Willy Sagnol stimmt dem DFB-Coach zu: "Das war ein schönes Spiel mit hohem Tempo. Ich bin zufrieden." Lokalmatador Matthias Ginter vom SC Freiburg sagte: "Ich habe mich sehr gefreut. Wir waren das bessere Team, leider hat es aber nicht zu einem Tor gereicht."

Rainer Adrions Nachfolger Hrubesch, der die U 21 2009 in Schweden zum WM-Titel geführt hatte und von Niersbach als "Ideallösung" und "Mann der klaren Worte" in den höchsten Tönen gelobt wurde, gab gleich fünf Debütanten von Beginn an die Chance zur Bewährung. In der Vierer-Abwehrkette kam Ingolstadts Danny Vieira da Costa zu seinem ersten Einsatz im Trikot der U 21. Nico Schulz (Hertha BSC) und Özkan Yildirim (Werder Bremen) sollten im Verbund mit Moritz Leitner vom Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund für Offensivaktionen sorgen und die einzige Spitze, den Mainzer Shawn Parker, mit Bällen füttern.

Zudem bildete Leon Goretzka, mit erst 18 Jahren Jüngster des Quintetts, zusammen mit Emre Can von Bayer Leverkusen die Doppel-Sechs in der Schaltzentrale.

Und der Neu-Schalker Goretzka war vor 8222 Zuschauern im Mage Solar Stadion in Hälfte eins der auffälligste Akteur. Bereits in der achten Minute zog der Mittelfeldmann ab und verfehlte das Tor der vom Ex-Bayern-Profi Willy Sagnol trainierten Franzosen nur um Zentimeter. Nachdem Moritz Leitner den französischen Torwart Zacharie Boucher (Le Havre AC) geprüft hatte (13.), war es erneut Goretzka, der aus 17 Metern mit einem Flachschuss nur knapp das 1:0 für das forsche deutsche Team verfehlte (19.).

Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte verflachte die Partie ein wenig. Die "Équipe tricolore", zusammen gestellt aus dem Kern der diesjährigen U 20-Weltmeister, kam etwas besser ins Spiel, ohne sich jedoch zunächst Torchancen herauszuspielen. Erst in der 35. Minute musste Deutschlands Keeper Bernd Leno (Bayer Leverkusen) gegen Adrien Rabiot von Paris St. Germain sein ganzes Können aufbieten, um mit einer Fußabwehr das 0:1 zu verhindern. In der Nachspielzeit setzte dann Marvin Plattenhardt (1. FC Nürnberg) einen Freistoß aus rund 18 Metern nur an die Latte (45.+1).

Deutschland weiter dominant, aber ohne Durchschlagskraft

In der Pause wechselte Hrubesch fast komplett durch. Sieben Akteure wurden ein- bzw. ausgewechselt. Das tat dem deutschen Spiel jedoch zunächst keinen Abbruch. Boucher rettete kurz nach dem Seitenwechsel in höchster Not gegen Yildirim (48.). Auf der Gegenseite durfte sich Timo Horn vom 1. FC Köln, der für Leno in die Partie gekommen war, gegen Anthony Martial (AS Monaco) auszeichnen (55.).

Zwölf Minuten später rettete Horn dem deutschen Team das Unentschieden, als der junge Kölner Schlussmann gegen Paul Ntep de Madiba (AJ Auxerre) stark parierte (67.). Deutschland war auch im weiteren Verlauf der Partie dominant, es fehlte jedoch an der Durchschlagskraft in der Offensive.

So blieb Deutschland über Distanzschüsse am gefährlichsten. Doch auch ein Versuch des eingewechselten Mainzer Johannes Geis flog am französischen Kasten vorbei (77.). Auch die deutsche Schlussoffensive, in der man dem Hrubesch-Team den unbedingten Siegeswillen anmerkte, blieb nicht von Erfolg gekrönt. Die beste Chance vereitelte der starke französische Schlussmann Boucher, der einen satten Direktschuss von Hannovers Leonardo Bittencourt mit den Fingerspitzen noch an die Latte lenkte (83.).