Pfeifenberger, Arnautovic und Co.: Ösis bei Werder

Zweimaliger WM-Teilnehmer für Österreich: Werders ehemaliger Spieler Heimo Pfeifenberger (Foto: Getty).
Profis
Freitag, 30.05.2014 // 15:59 Uhr

Von Österreich zum Osterdeich - immer und immer wieder zog es Spieler in der Vergangenheit aus der Alpenrepublik an die Weser zum SV Werder. Gerhard Steinkogler machte Ende der 70iger Jahre den ...

Von Österreich zum Osterdeich - immer und immer wieder zog es Spieler in der Vergangenheit aus der Alpenrepublik an die Weser zum SV Werder. Gerhard Steinkogler machte Ende der 70er Jahre den Anfang, Bruno Pezzey und Andi Herzog zogen später nach.

Im zweiten Teil des Rückblicks auf ehemalige ‚Werder-Ösis‘ beleuchtet WERDER.DE die Ex-Bremer Heimo Pfeifenberger, Martin Harnik und Marko Arnautovic.  

Heimo Pfeifenberger: Ein einziges Mal wagte er sich aus den heimischen Gefilden zum „großen Bruder" nach Deutschland. Im nicht mehr ganz so zarten Alter von 29 Jahren verließ er den SV Austria Salzburg und schloss sich 1996 Werder Bremen an. Gemeinsam mit Andreas Herzog bildete er dort erstmalig ein österreichisches Duo, das für zwei Jahre an der Weser wirbeln sollte. Nach 51 Spielen, in denen ihm zehn Treffer gelangen, sagte der Offensivakteur „Pfiati" und ging zurück nach Salzburg. Der zweimalige WM-Teilnehmer von 1990 und 1998 beendete nach seinem 40. Länderspiel (2:2 gegen Frankreich) im Wiener Ernst Happel Stadion am 19. August 1998 seine Nationalmannschaftskarriere. „Ich wollte immer am Fußballplatz stehen, weil ich dort meine Emotionen besser ausleben kann. Das ist einfach mein Leben und mir ist egal wo", sagte der heute 47-Jährige nach seiner aktiven Karriere.

Gesagt, getan. Die Anfänge machte er in der Jugendabteilung von Red Bull Salzburg. An der Seite von Kumpel Herzog coachte er später die österreichische U21-Auswahl. Über Axams-Götzens und Gröden ging es im Sommer 2012 zum Erstligisten SC Wiener Neustadt, wo er den Job des jetzigen Kölner Cheftrainers Peter Stöger übernahm. Entsprechend wurde Pfeifenbergers Vertrag im März dieses Jahres bis zum 30.06.2015 verlängert.

Marko Arnautovic: Nach Inter Mailand und Twente Enschede war Werder Bremen im Sommer 2010 der dritte Profi-Verein des Marko Arnautovic. Gleich bei seinem ersten Auftritt vor den Werder-Fans im Weser-Stadion gelangen dem 1,92 Meter großen Linksaußen zwei Tore beim 4:2-Erfolg über den 1. FC Köln. Doch es sollte 32 Spieltage dauern, bis er seinen dritten Werder-Treffer in Kaiserslautern folgen ließ - nach den Anfangserfolgen eine eher durchwachsene erste Saison. Im zweiten Jahr erhöhte Arnautovic sein Torkonto um sechs weitere Treffer in 19 Einsätzen. Doch der in Wien geborene Offensivakteur sorgte zunehmend auch außerhalb des Platzes für Wirbel.

Nach über drei Jahren an der Weser, mit 14 Toren aus 72 Bundesligaspielen im Gepäck, ging er in die englische Premier League zu Stoke City. Natürlich gemeinsam mit Frau Sarah, die er in Bremen kennenlernte und schließlich auch heiratete, und Töchterchen Emilia. Sein letztes Spiel im Werder-Dress bestritt der Fanliebling kurz zuvor im Gladbacher Borussia-Park. In England wurde Arnautovic nach der abgelaufenen Saison trotz seiner 25 Jahre zum Stoker ‚Jung-Profi‘ des Jahres gewählt. Sein österreichischer Landsmann Herzog sagte einst in einem Interview über ihn: „Es gab einen Krankl, einen Herzog, einen Polster, einen Prohaska, aber Arnautovic stellt sie alle in den Schatten, wenn er sein Potenzial abruft. Das ist mit Abstand der beste Fußballer, der in den letzten 30 Jahren auf dem Fußballplatz herumgelaufen ist." Doch bei Werder sollte er dieses Potenzial nie vollständig abrufen können.

Martin Harnik: Seinen absoluten Höhepunkt erlebte Harnik am 25. August 2007. In der 61. Minute feierte der damals 20-Jährige sein Bundesliga-Debüt, als er für Markus Rosenberg in der Partie beim 1. FC Nürnberg eingewechselt wurde. Acht Zeigerumdrehungen später vergoldete der Angreifer seinen ersten Einsatz im Fußballoberhaus mit dem 1:0-Siegtreffer, indem er die Vorlage von Christian Schulz verwertete. Acht weitere Male durfte Harnik in zwei Jahren für den SV Werder Bundesliga-Luft schnuppern. Immer wieder ging es für ihn auch zurück in die U23, zu der er Anfang des Jahres 2006 vom SC Vier- und Marschlande wechselte.

Zu Beginn der Vorbereitung auf die Saison 2009/2010 schulte Cheftrainer Thomas Schaaf seinen Schützling zum Rechtsverteidiger um - mit eher mäßigem Erfolg. Harnik ließ sich zur Fortuna nach Düsseldorf in die zweite Liga ausleihen und markierte dort 13 Treffer auf seinem gewohnten Terrain im Sturm. Von Düsseldorf zog es den Rechtsfuß dann zum VfB Stuttgart zurück in die Bundesliga. Bis dato blickt Harnik auf insgesamt 164 Einsätze in sämtlichen Wettbewerben bei den Schwaben zurück, in denen er 56 Tore markieren konnte. Als Sohn einer Hamburgerin und eines Steirers durfte er sich schließlich aussuchen, für welche Nation er spielen wolle. Nachdem der ehemalige Werderaner bereits die Stationen von der österreichischen U19 bis zur U21 durchlief, entschied er sich für das A-Team der Austria. Wie auch schon bei Werder schoss Harnik bei seinem Länderspiel-Debüt gegen Tschechien im August 2007 kurz nach seiner Einwechselung ein Tor - diesmal nach sechs Minuten und nur zwei Ballkontakten.

von Timo Volkmann