Derbysieger-Gefühle: "Ein wichtiger Erfolg, ein ganz besonderer Tag"

Mehr Leidenschaft geht nicht: Cheftrainer Robin Dutt zeigt nach Spielende der Ostkurve seinen Werder-Schal (Foto: nph).
Profis
Samstag, 01.03.2014 // 20:50 Uhr

Die Bedeutung des 100. Nordderbys war schon Tage vor der Partie an jeder Ecke Bremens spürbar. Wie wichtig dieser hart umkämpfte Erfolg gegen den Rivalen aus Hamburg war, wurde während des Spiels und vor allem nach dem Abpfiff dann aber noch deutlicher. Als Schiedsrichter Florian Meyer die Partie nach 96 Minuten beendete, kannte die Freude keine Grenzen mehr. Die Arme wurden in die Höhe gestreckt, die Erleichterung aus der Seele gebrüllt und der Nebenmann freudetaumelnd umarmt.

„Das war ein beeindruckender Derby-Fight. Die Mannschaft hat heute eine unglaubliche Leidenschaft an den Tag gelegt und wurde dabei pausenlos angetrieben von den Fans. Auch deswegen war es ein rundum gelungener Nachmittag, ein ganz besonderer Tag", schwärmte Robin Dutt. Sebastian Prödl sah das ähnlich: „Der Druck vor dem Spiel war extrem groß, aber wir haben ihm standgehalten. Es war ein hart umkämpftes, ein mitreißendes Derby, der Sieg ein großer Teamerfolg."

Welche Themen nach dem Jubiläums-Derby sonst noch besprochen wurden, hat WERDER.DE im Folgenden zusammengetragen.

Zum Spiel und dem ersten Sieg in 2014:

Nils Petersen: „Wir haben jetzt zwei Spiele hintereinander gegen direkte Konkurrenten nicht verloren. Das sind die Partien, die man für sich entscheiden muss. Wir wussten, dass das heute hart umkämpft sein wird, das eine Aktion entscheidend sein kann. Wir waren heute von Anfang an voll da, dafür wurden wir belohnt. Der Sieg fühlt sich gut an, ich freue mich für das Team, die Fans und den Verein."

Robin Dutt: „Wir wussten, dass das ein Kampf-Spiel wird, wollten nicht, dass sich die Hamburger den Zweikämpfen entziehen können. Das hat die Mannschaft heute in beeindruckender Weise umgesetzt, hat sich von der ersten Minute in jeden Ball geschmissen, ständig nachgesetzt und einer hat für den anderen gefightet. Und das haben die Jungs 96 Minuten durchgezogen."

Raphael Wolf: „Das war ein sehr, sehr wichtiger Sieg für uns. Zum einen für unsere Moral, aber vor allem konnten wir durch die drei Punkte den Vorsprung auf die unteren Plätze etwas ausbauen. Wir wissen aber, dass wir noch ganz wichtige Spiele vor der Brust haben. Deshalb werden wir uns jetzt nicht zurücklehnen, sondern weiter hart arbeiten. Die gute Stimmung werden wir hoffentlich in die nächsten Spiele mitnehmen können."

Aaron Hunt: „Das war ein sehr wichtiger Sieg für die Tabellensituation, aber auch für die Fans. Wir sind alle richtig happy. So haben wir uns das vorgestellt. Der Sieg gibt uns Kraft und Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben. Sicherlich war es ein Sechs-Punkte-Spiel, da Hamburg ein direkter Konkurrent ist, aber sie sind auch nicht die einzigen Konkurrenten. Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, sonst ist der Sieg nichts wert."

Thomas Eichin: „Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben verdient das 1:0 erzielt. In der zweiten Halbzeit ist Hamburg dann stark aufgekommen und wir haben etwas gebraucht, um wieder rein zu finden. Aber wir haben zurück ins Spiel gefunden und sind der verdiente Sieger. Auch weil wir, wie ich finde, in allen Einzelbereichen besser waren als Hamburg."


Zu Dutt's Werder-Schal:

Robin Dutt: „Wenn der Schal Glück bringt, dann lasse ich ihn auch in den nächsten Spielen gerne um. Aber den Sieg haben wir nicht dem Schal zu verdanken, sondern der Mannschaft, die leidenschaftlich gekämpft hat."

Thomas Eichin: „Da muss ich mal mit ihm drüber reden. Wir sind ja alle etwas abergläubisch, ich trage auch schon seit drei Spieltagen immer den gleichen Pullover."

Zur Situation nach dem Sieg:

Robin Dutt: „Wir sind vor der Partie ruhig und gelassen geblieben und tun gut daran, jetzt weiterhin besonnen zu sein. Für die Tabelle war das natürlich ein ganz wichtiger Sieg über den wir uns heute noch etwas freuen werden."

Nils Petersen: „Wir wissen, dass es auch in den nächsten Spielen ein harter Kampf wird. Durch diesen Sieg ist der enorme Druck aber etwas abgefallen und wir haben uns leicht von den unteren Plätzen distanziert."

Sebastian Prödl: „Nach den Unentschieden zuletzt war das heute von den Punkten her mal wieder ein ordentlicher Schritt, der uns hoffentlich Auftrieb geben wird. Wir wussten, dass es ein extrem enges Spiel wird. Wir haben heute ein bisschen mehr an den Sieg geglaubt."

Thomas Eichin: „Wir haben uns Luft verschafft, aber das war noch kein Meilenstein. Es ist wichtig, dass wir das Derby jetzt schnell abhaken. Wir dürfen stolz sein, aber ab Montag gilt die Konzentration dann Nürnberg. Nürnberg ist eine gute Mannschaft, die zu hause enormen Willen zeigt. Aber da können wir gegenhalten. Es wird ein weiteres spannendes Spiel. Die Fans dürfen aber gerne die ganze Woche feiern."


Zum Siegtor(-schützen):

Thomas Eichin: „Juno hat heute gefightet und ist gerannt für zwei. Es war ein richtig gutes Spiel von ihm. Aber die gesamte Mannschaft hat das heute super gemacht.

Robin Dutt: „Das Tor haben wir so natürlich nicht trainiert, das war ein Geniestreich von Aaron und Juno ist hervorragend eingelaufen. Normalerweise hebe ich keine Einzelspieler heraus, aber bei Zlatko muss ich heute eine Ausnahme machen. Er ist heute unglaublich viel gelaufen, hat mit Bravur drei verschiedene Positionen ausgefüllt und ganz nebenbei das Siegtor geschossen."

Zur kämpferischen Leistung:

Thomas Eichin: „Wir waren die bissigere Mannschaft. Die Innenverteidiger haben das sehr gut gemacht. Wir standen defensiv sehr gut und haben wenig zugelassen."

Zlatko Junuzovic: „Wir haben als gesamtes Team agiert und verdient gewonnen. Wir hatten eine sehr gute Zweikampf-Mentalität und auch die ein oder andere gute Offensivaktion. Wir sind auf einem guten Weg, was die Aggressivität betrifft. Spielerisch müssen wir nicht drüber reden. Da können wir uns steigern."

Aaron Hunt: „Man hat gesehen, dass jeder für den anderen läuft."

Zur Pyro:

Thomas Eichin. "Über die Aktion müssen wir nicht groß reden, das hilft Niemandem. Das war aber eine kleine Gruppe. Die Fans sind einfach überragend. Die Fans sind unserer 12. Mann."

Robin Dutt: "Ich möchte dieser Aktion keine weitere Plattform bieten."

aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas, Yannik Cischinsky und Timo Fresen