Baumann: ''Das wird ein fantastischer Tag''

Als wäre es gestern gewesen: Paul Stalteri und Frank Baumann feiern das Tor von Tim Borowski im Pokalfinale (Foto: nph).
Profis
Freitag, 02.05.2014 // 16:19 Uhr

Am Samstagnachmittag ist es soweit! Nach knapp zehn Jahren trifft sich Werders Double-Mannschaft aus der Saison 2003/04 zum allerersten Mal in offizieller Runde wieder. Zum letzten Heimspiel der aktuellen Spielzeit gegen Hertha BSC werden Micoud, Baumann und Co. gemeinsam mit den Fans das „Doubiläum" feiern. Die Vorfreude auf das Event ist bei allen Ex-Werder-Profis riesig, unabhängig davon von wo die Bremer Meister- und Pokalgewinner anreisen.

Den kürzesten Weg haben auf jeden Fall das Trio Frank Baumann, Tim Borowski und Viktor Skripnik. Alle drei stehen noch immer beim SV Werder unter Vertrag - in den unterschiedlichsten Funktionen. Während Skripnik die U 23 trainiert, ist Borowski Management-Trainee und Baumann Direktor für Profifußball und Scouting. „Das Double war ein Highlight meiner Karriere, an das ich sehr gerne zurückdenke. Das sind Erinnerungen und Gefühle, die man als Fußballer in seinem ganzen Leben nicht vergisst", sagt Frank Baumann. „Unsere Mannschaft damals war einmalig und ich freue mich riesig, die ganzen alten Kollegen wiederzusehen. Ich glaube, das wird ein fantastischer Tag mit jeder Menge emotionalen Momenten aber auch lustigen Erinnerungen", ist sich ‚Baumi‘, der direkt nach seinem Karriereende als Assistent in die Geschäftsführung des SVW wechselte, sicher.

Ernst: "So etwas habe ich nie wieder erlebt"

Wie Baumann ist auch Tim Borowski den Grün-Weißen treu geblieben. Seine Fußballschuhe hängte der mittlerweile 34-Jährige vor knapp zwei Jahren an den Nagel. Seit Anfang 2013 ist ‚Boro‘, der im Pokalfinale gegen Alemania Aachen zwei Treffer erzielte und das Double perfekt machte, aber wieder täglich am Weser-Stadion. Er absolviert eine Management-Ausbildung. „Ich bin sehr gespannt, ein Stück weit sogar auch aufgeregt. Mit Fabian Ernst stehe ich ja zum Beispiel regelmäßig in Kontakt, wir haben uns schon über den Tag unterhalten. Ich freue mich vor allem darüber, dass so viele andere Jungs auch zugesagt haben und wir uns wiedersehen können", so Borowski. „Wir waren damals eine richtig gute Einheit und sind es sicherlich auch am Samstag wieder", ist er sich sicher.

Von Torschützenkönig Ailton bis Regisseur und „le chef" Johan Micoud, von Außenverteidiger Paul Stalteri bis „Killer" Ivan Klasnic - fast alle Doublesieger werden gegen Hertha im Weser-Stadion sein. Neben dem Spiel und Anfeuerung der aktuellen Werder-Elf bleibt sicher aber auch Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen. „Mit am besten in Erinnerung ist mir der Rückflug aus München. Als wir in Bremen ankamen, hat unser kleiner ‚OLT‘-Flieger erst mal eine Extrarunde über dem Flughafen gedreht. In dem Moment haben wir gesehen, dass sich halb Bremen am Rollfeld versammelt hatte. Einen schöneren Empfang hätte man sich nicht wünschen können", blickt Fabian Ernst zurück, dem das Kunststück „Double" ein zweites Mal in der Türkei mit Besiktas Istanbul gelang. „Aber die Bundesliga hat natürlich einen anderen Stellenwert, als die türkische Liga", stellt Ernst klar. „Wir hatten tolle Charaktere in der Mannschaft. Und die Art und Weise, wie Werder damals Fußball gespielt hat, war etwas ganz Besonderes. So etwas habe ich danach nie wieder erlebt", schwärmt der Ex-Mittelfeldmotor.

Skripnik: "Schön, dass wir uns wiedersehen"

In Bremen geblieben ist auch Viktor Skripnik, der seine Karriere und acht Jahre im Trikot des SV Werder mit dem Double im Sommer 2004 auf dem Höhepunkt beendete. Der 24-fache ukrainische Nationalspieler war in der Hinserie zwar komplett verletzt, kam im Winter aber zurück ins Team und wurde von den Mannschaftskollegen beim 6:0-Sieg gegen Hamburg mit einem Elfmeter - den er verwandelte - beschenkt. „Ich bin dankbar für meine Einsätze, die mir Thomas Schaaf trotz der langen Verletzung noch einmal gegeben hat. Ich habe diese Halbserie nach meiner Verletzung einfach genossen. Ich war froh ein Teil dieser Mannschaft sein zu dürfen. Es war ein Jahr, das ich niemals vergessen werde", erinnert sich Skripnik. "Wir waren nicht nur auf dem Platz Freunde, sondern haben auch nach dem Spiel oder in der Kabine gut harmoniert. Umso schöner, dass wir uns jetzt alle wiedersehen."

Alle Zusagen für das "Doubiläum" im Überblick:

Andreas Reinke, Fabian Ernst, Frank Baumann, Paul Stalteri, Angelos Charisteas, Johan Micoud, Pascal Borel, Ivan Klasnic, Ailton, Marco Stier, Nelson Valdez, Tim Borowski, Holger Wehlage, Viktor Skripnik, Markus Daun, Mladen Krstajic und Ümit Davala sowie Dieter Burdenski, Karl-Heinz Kamp und Thomas Schaaf aus dem Trainerteam.