Zu geringe Ausbeute für beste Saisonleistung

Profis
Samstag, 05.04.2014 // 19:51 Uhr

„Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Das war wirklich eine starke Leistung, über 90 Minuten gesehen vielleicht sogar die stabilste der Saison", lobte Thomas Eichin seine Grün-Weißen nach dem Schlusspfiff. „Dieser Punktgewinn war keine Leichtigkeit. Wir haben gekämpft und die Schalker vor Probleme gestellt. Wir haben sehr großen Aufwand betrieben und wurden am Ende nicht belohnt", resümierte Sebastian Prödl.

Einen Punkt gewonnen? Oder doch zwei verloren? Das war die Frage nach dem Unentschieden gegen den FC Schalke 04. Schließlich war mit den „Königsblauen" der Tabellendritte an der Weser zu Gast, die erst eine Niederlage in der Rückrunde hinnehmen musste - gegen den Meister Bayern München. Der SV Werder hatte die Schalker am Rande ihrer zweiten Rückrunden-Niederlagen. Doch es sollte nicht sein. Ob der Pfosten bei Franco Di Santos Großchance kurz nach der Führung (17.) oder der starke S04-Keeper Ralf Fährmann beim Volleyschuss von Zlatko Junuzovic. Am Ende blieb es beim Remis.

Wie die Werder-Profis das Ergebnis bewerten, ob der Abstiegskampf in den Köpfen bereits abgehakt ist und wie schwer Di Santos fünfte Gelbe Karte wiegt - WERDER.DE hat die Stimmen nach dem Spiel zusammengefasst.

Punktgewinn oder zwei Zähler verloren?

Sebastian Prödl: „Wenn uns vor dem Spiel ein 1:1 angeboten worden wäre, hätten wir, glaube ich, alle sofort unterschrieben. Jetzt sind wir allerdings etwas enttäuscht. Ein Sieg wäre meiner Meinung nach drin gewesen."

Aaron Hunt: „So richtig sind wir nicht zufrieden. Wir müssen nach der Führung das 2:0 machen, vielleicht sogar das dritte Tor. Die Chancen hatten wir. Ich denke, dass wir mehr vom Spiel hatten und insgesamt die bessere Mannschaft waren, aber vor allem das Gegentor hat uns zeitweise aus dem Konzept gebracht. Trotzdem haben wir uns weiter Chancen erspielt - gerade nochmal in der Schlussphase. Natürlich nehmen wir den Punkt gerne, weil Schalke Tabellendritter ist, aber restlos zufrieden können wir nicht sein."

Thomas Eichin: „Für mich sind es ganz klar zwei verlorene Punkte. Wir haben fast 90 Minuten gegen eine Mannschaft, die zu Recht da oben steht, sehr gut gespielt. Deshalb ärgere ich mich gerade, dass wir uns dafür nicht belohnt haben. In ein paar Stunden kann ich mich aber bestimmt auch über den Punktgewinn freuen."

Raphael Wolf: „Wenn man sich die letzten Spiele anschaut, kann man mit Ausnahme des Freiburg-Spiels schon davon sprechen, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben. Aber das reicht natürlich nicht. Damit geben wir uns nicht zufrieden. Wir wollen aus den letzten Spielen noch möglichst viel Zählbares holen."

Robin Dutt: "Wenn man mich heute nur nach dem Ergebnis fragt, bin ich enttäuscht. Spielerisch war es vielleicht sogar unsere beste Saisonleistung, da haben wir schon mit deutlich schwächeren Leistungen mehr Punkte geholt. Wir sind heute super reingekommen, haben fast alle entscheidenden Zweikämpfe gewonnen und die Situationen spielerisch sehr gut aufgelöst. Ich hätte es vor dem Spiel nicht für möglich gehalten, dass ich heute mit einem Punkt unzufrieden sein würde."

Zum Thema Abstiegskampf:

Sebastian Prödl: „Natürlich wäre es wünschenswert gewesen, wenn man den Abstiegskampf hätte abhaken können, aber wir sind immer noch nicht durch. Im Prinzip waren wir der kleine Verlierer dieses Spieltags, weil Stuttgart und gestern auch Hamburg gewonnen haben."

Clemens Fritz: „Wir haben noch nichts erreicht. Wir müssen jetzt das Selbstvertrauen aus diesen beiden Spielen mitnehmen, die Spannung hochhalten und fokussiert bleiben. Letzte und diese Woche hat man gesehen, dass wir zu einhundert Prozent konzentriert in die Partien gehen. Wir wissen was wir können, deshalb glauben wir an uns."

Thomas Eichin: „Ich hoffe, die Tatsache, dass wir heute unseren Vorsprung gegenüber Stuttgart und Hamburg nicht halten konnten, war ein Warnschuss für die Mannschaft. Wir dürfen uns noch nicht ausruhen."

Robin Dutt: "Die 33 Punkte bedeuten nichts. Unsere Aufgabe ist es nicht, jede Woche eine neue Rechnung aufzustellen, sondern weiter so zu spielen und die nötigen Punkte zu holen. Ich bin davon überzeugt, dass uns das schnell gelingt."

Zu Di Santos Gelbsperre und zum Schiedsrichter:

Thomas Eichin: „Franco ist momentan sehr gut drauf, deshalb ist die Gelbe natürlich sehr ärgerlich. Das war eine saudumme Aktion. Aber früher oder später würde die kommen, das war klar. Trotzdem muss man diese Karte hinterfragen, wie einige andere Entscheidungen des Schiedsrichters insgesamt. Er hat die Mannschaft in einer wichtigen Phase enorm verunsichert. Da hat man richtig gemerkt, dass die Jungs nicht mehr wussten, wie sie hingehen sollten."

Robin Dutt: „Herr Sippel hatte heute nicht seinen besten Tag. Er hat in einer Phase, in der wir fast alle Zweikämpfe gewonnen haben, viele 50:50-Situationen gegen uns gepfiffen. Daraus ist dann auch ein Tor gefallen. Das waren aber alles keine gravierenden Sachen. Dass Franco für diese Situation allerdings eine gelbe Karte bekommt und auf der anderen Seite der Schalke für die gleiche Aktion nur ermahnt wird, ist ärgerlich. Es ist sehr schade, dass Franco nächste Woche nicht spielen kann."

aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas, Marcel Kuhnt und Yannik Cischinsky