Junuzovic: "Reaktion zeigen statt entschuldigen!"

So wie Zlatko Junuzovic gegen Diaz, hatte Werder heute gegen Mainz meistens das Nachsehen (Foto: nph).
Profis
Samstag, 12.04.2014 // 20:25 Uhr

Drei Gegentore, kaum gewonnene Zweikämpfe und nahezu keine einzige eigene Torchance. Die erste Halbzeit in der Mainzer Coface-Arena war zum Vergessen. Und auch im zweiten Durchgang wurde es nicht besser. Entsprechend bedient war Kapitän Clemens Fritz von der Teamperformance. „Das Spiel heute war eine Frechheit. Wir haben als Mannschaft versagt, weil wir gepennt haben - anders kann ich mir das nicht erklären. Den Schuh müssen wir uns anziehen. Da muss sich jeder Einzelne hinterfragen. Wir haben keine zweiten Bälle gewonnen, vorne keinen Ball festgemacht. Die Mainzer konnten machen was sie wollten. Wenn du so spielst, nimmst du hier in Mainz nichts mit", brachte es Fritz auf den Punkt.

Auch Teamkollege Zlatko Junuzovic sparte nicht an klaren Worten. „Das war eine der schlechtesten Halbzeiten überhaupt, und wir haben schon einige schlechte Halbzeiten diese Saison gezeigt. Die gesamte Mannschaft hat das Gegenteil davon gemacht, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben es geschafft, in einer Halbzeit das zu zerstören, was wir uns vorher mühsam aufgebaut haben. So geht das nicht", kritisierte der Österreicher. „Wenn du gerade mal Selbstvertrauen getankt hast, dann musst du komplett anders auftreten. Deshalb ist das noch unerklärlicher, warum wir diesen Aufwind nicht mitgenommen haben. Da fehlen mir die Worte", polterte 'Zladdi' weiter.

WERDER.DE hat sich in der Mixed Zone umgehört und die Stimmen zusammengefasst.

Zum Spielverlauf:

Clemens Fritz: „Wir haben uns in den letzten Wochen viel aufgebaut. Da haben wir uns gegenseitig unterstützt, jeder hat Verantwortung übernommen, und wenn einer einen Fehler gemacht hat, haben wir das gemeinsam ausgebügelt. Davon war heute nichts zu sehen. Was wir uns aufgebaut haben, das haben wir heute in der ersten Halbzeit wieder eingerissen. Das war ein gebrauchter Tag."

Robin Dutt: „Wir müssen uns heute vor allem über unsere Zweikampfführung unterhalten. Unsere Zweikämpfe haben uns in den letzten Spielen ausgezeichnet, heute nicht. Da waren uns die Mainzer deutlich überlegen. Sie sind derzeit sehr formstark. Wir haben insgesamt all das, was uns gegen Hannover und Schalke stark gemacht, vermissen lassen."

Zlatko Junuzovic: "Die Mainzer waren uns im ersten Durchgang in allen Belangen überlegen, sind einfach drübergefahren über uns. Sie hatten zig Schüsse, haben jeden zweiten Ball gehabt, alle Zweikämpfe gewonnen. In der zweiten Halbzeit war es etwas besser, aber auch nur, weil schon alles entschieden war."

Thomas Eichin: „Wir wussten, dass das heute kein Selbstläufer wird. Wir müssen die Zweikämpfe annehmen. Die Mainzer haben uns das in dieser Hinsicht vorgemacht. Sie haben uns mit unseren eigenen Waffen geschlagen. Sie haben uns in den Zweikämpfen den Schneid abgekauft und sind früh in Führung gegangen. Der Sieg der Mainzer hätte auch noch zwei Tore höher ausfallen können, er geht absolut in Ordnung. Ich hoffe, dass das jetzt ein rechtzeitiger Schuss vor dem Bug für uns war."

Zum Leistungseinbruch nach zwei überzeugenden Partien:

Clemens Fritz: „Nein, das Lob ist uns nicht zu Kopf gestiegen. Wir können das schon sehr gut einschätzen. Wir haben nicht in der Kabine gesessen und 'Juhu' geschrien nach den letzten Spielen. Wir kennen dieses hin und her - mal sind wir abgestiegen, mal sind wir durch. Das ändert sich von Woche zu Woche in den Medien. Wichtig ist, dass wir das richtig einordnen können und ich weiß, dass wir auf dem Boden der Tatsachen stehen."

Zlatko Junuzovic: „Jeder Spieler muss jetzt dieses Spiel für sich analysieren. Jeder muss sich an die eigene Nase greifen, weil es war auf jeder Position eine extrem schlechte Halbzeit. Beim Foul war ich etwas zu spät. Das war irgendwie auch sinnbildlich für das gesamte Spiel. Das Foul habe ich machen müssen, sonst wären wir wieder in einen Konter reingerauscht wo wir nur zu zweit oder dritt gegen vier gewesen wären. Das ist einfach bitter. Wir hatten allesamt einen schlechten Tag."

Zum Eigentor von Nils Petersen:

Nils Petersen: „Das war eine ärgerliche Aktion, ein unnötiges Gegentor. Es tut mir leid."

Zlatko Junuzovic: „Das war ein ganz krummes Ding. Mehr Pech kann man fast gar nicht haben. Was soll man da machen? Das hätte jeden von uns treffen können, dass der Ball dann so unglücklich rein geht. Irgendwie war das der Anfang vom Ende. Es hat zu unserer Leistung heute gepasst."

Zu den Ergebnissen der Konkurrenz: 

Thomas Eichin: „Die Ergebnisse der anderen Mannschaften interessieren mich nicht. Wir müssen selbst dafür sorgen, dass wir die Punkte einfahren. Wir müssen nur auf uns schauen und unser Spiel spielen."

Robin Dutt: „Nach solch einem Spiel sitzt der Frust sehr tief. Da schaue ich weniger auf die anderen Ergebnisse, wobei diese schon ein ganz kleines Trostpflaster sind. Wir müssen aber schon auf uns selbst schauen."

Die Tabellensituation vor den letzten vier Partien:

Zlatko Junuzovic: „Die Lage hat sich zwar nicht verändert, aber wir hätten unsere Position mit einer besseren Leistung verbessern können. Deswegen ist diese Niederlage sehr bitter."

Robin Dutt: „Wir wissen, was wir können. Wir kennen aber auch unsere Probleme. In den Medien ist seit Wochen abwechselnd zu lesen, dass wir erst durch sind, dann aber wieder nicht. Daran beteiligen wir uns nicht. Ich kann mich nur wiederholen: Wir brauchen unsere Punkte."

Reaktion im Hoffenheim-Spiel?:

Zlatko Junuzovic: „Wir müssen uns jetzt aufraffen und gegen Hoffenheim das Beste rausholen. Wir müssen eine Reaktion zeigen, allein schon wegen der ersten Halbzeit. Das sind wir uns und den Fans schuldig. Für die Leistung reicht es nicht, wenn wir uns nur entschuldigen, da müssen wir eine Reaktion zeigen. Wir müssen die nächsten Tage nutzen, um uns zu fangen und dann gegen Hoffenheim die Leistung bringen, die wir eigentlich bringen können. Auch wenn ich nicht dabei sein kann, bin ich sicher, das wir uns diese Woche fangen und eine Reaktion zeigen. Ich hoffe, dass wir gemeinsam als Mannschaft wieder aufstehen."

Thomas Eichin: „Wir nehmen die Situation nicht zu leicht. Wir haben zuletzt zwei gute Spiele gemacht und vier Punkte geholt. Vielleicht hat sich da der ein oder andere gedacht, dass es mit etwas weniger Prozenten heute auch wieder geht. Doch das darfst du dir in der Bundesliga nicht erlauben. Das wird sofort bestraft. Gegen Hoffenheim müssen wir schleunigst wieder unseren Weg finden. "

Clemens Fritz: „Das war ein sehr schlechtes Spiel von uns. Das müssen wir aufarbeiten und analysieren. Wir werden das jetzt in aller Ruhe, aber vor allem in aller Deutlichkeit tun. Bislang haben wir die Sachen immer offen angesprochen und es ist wichtig, dass wir das auch jetzt machen. Dann gehen wir an die kommenden Aufgaben."

aus Mainz berichten Yannik Cischinsky und Timo Volkmann