Ein Spiel, zwei Gesichter und gemischte Gefühle

Zufrieden sein mit dem ersten Durchgang oder sich über Halbzeit zwei ärgern? Die Werder-Profis machten sich nach dem 2:5 in München mit gemischten Gefühlen auf den Rückweg (Foto: nph).
Profis
Samstag, 26.04.2014 // 19:07 Uhr

Ein Spiel, zwei Gesichter - und eine Heimfahrt mit gemischten Gefühlen. So lässt sich Werders Auswärtspartie beim FC Bayern München kurz und prägnant zusammenfassen. "Das waren heute zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten. In der ersten Halbzeit haben wir das seht gut gemacht, hatten einen Matchplan, der sehr gut aufgegangen ist. Da haben wir hinten dicht gestanden und mutig nach vorne gespielt", fasste Geschäftsführer Thomas Eichin die positive Seite der Begegnung zusammen. "Nach der Pause sind wir aber nicht mehr in die Zweikämpfe gekommen und haben den Bayern zu viel Raum gelassen. Wir können das Resultat dennoch gut einschätzen und wissen, dass es schwierig ist, so eine Leistung wie im ersten Durchgang über 90 Minuten durchzuziehen. Wir nehmen das Positive aus dem Spiel mit", so Eichin weiter.

Die Gemütslage des Werder-Geschäftsführers teilten am späten Samstagnachmittag die meisten Werder-Akteure. WERDER.DE hat sich in der Mixed Zone der Münchner Allianz Arena umgehört und die Reaktionen auf die 2:5-Niederlage beim Rekordmeister zusammengetragen.

Zum Spielverlauf:

Clemens Fritz: „Wir haben heute lange gut mitgehalten und waren gut in den Zweikämpfen drin. Im ersten Durchgang haben wir unser Spiel genau so umgesetzt, wie wir das wollten. Wir wussten in der Pause, dass es noch ganz intensive 45 Minuten werden würden. Leider sind wir in der zweiten Halbzeit dann nicht mehr so gut in die Zweikämpfe gekommen und nur noch hinterhergelaufen - dann ist es gegen die Bayern natürlich schwierig. Am Ende hatten wir ihnen nichts mehr entgegen zu setzen. Das Ergebnis fällt trotzdem zu hoch aus."

Zlatko Junuzovic: „Ich habe das Spiel mit gemischten Gefühlen erlebt. In der ersten Halbzeit ist unser Plan fast perfekt aufgegangen. Die Gegentore in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs haben uns dann total aus dem Konzept gebracht. Leider sind die Treffer aus Situationen gefallen, die nicht so gefährlich waren. So sind wir jetzt enttäuscht über das Ergebnis, weil wir hier viel Kraft investiert haben. Aber es war klar, dass wir das Tempo nicht über die gesamte Distanz halten können, vielleicht hätten wir deshalb cleverer agieren müssen - aber das ist leichter gesagt, als getan. Die Bayern haben ein sehr eingespieltes System, jeder weiß, was er machen muss und sie bewegen sich brutal gut. Wir hätten gerne etwas Zählbares mitgenommen, aber heute hat die individuelle Klasse gesiegt."

Sebastian Prödl: „In der ersten Halbzeit war das ein sehr gutes Spiel von uns, im zweiten Durchgang dafür sehr schlecht. Da waren wir nicht mehr so präsent, haben die Bayern spielen lassen. Dazu kommt noch, dass der FC Bayern heute vor allem in der zweiten Halbzeit das beste Spiel seit langem gemacht hat. Sie hatten plötzlich Überzahl in jeder Aktion und waren zu stark für uns."

Robin Dutt: „Wir sind sehr selbstbewusst ins Spiel gegangen, haben viele Zweikämpfe für uns entschieden und haben super umgeschaltet. Die beiden Kontertore haben wir bilderbuchmäßig herausgespielt. Wenn du hier mit einer 2:1-Führung in die Pause gehst, hoffst du natürlich, dass du am Schluss etwas mitnimmst. Die ersten fünf Minuten nach der Halbzeit waren auch noch okay, aber dann bekommen wir Tore aus dem Nichts. Am Ende ist das Ergebnis zu hoch ausgefallen, weil meine Mannschaft das lange gut gemacht hat."

 

Über die Gegentore:

Clemens Fritz: „Die Tore sind wie aus dem Nichts gefallen, jeder Schuss war ein Treffer. Aber daran sieht man die enorme Qualität der Bayern. Vielleicht haben wir sie mit unserer Leistung in der ersten Halbzeit wütend gemacht."

Sebastian Prödl: „Dass wir direkt nach der Halbzeit ein Tor nach einer Ecke bekommen, ist naiv. Das darf uns gegen die Bayern nicht passieren. Dadurch sind sie zurück ins Spiel gekommen. Auch die anderen Tore kann man verhindern, aber auch das ist die Klasse der Bayern - man weiß, was sie machen wollen, kann es aber nicht unterbinden. So fahren wir jetzt mit gemischten Gefühlen nach Hause."

 

Der Ausblick auf die nächste Woche:

Clemens Fritz: „Noch sind wir rechnerisch nicht durch. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht noch ganz unten reinrutschen. Deshalb wollen wir nächste Woche gegen Berlin ein richtig gutes Spiel zeigen."

Robin Dutt: „Ich freue mich auf das letzte Heimspiel. Das wird nochmal ein ganz heißer Tanz."

aus München berichtet Dominik Kupilas