Werder verliert zum ersten Mal 2013/2014

VfL-Verteidiger Marcel Stadel und Werders Zlatko Junuzovic im Duell. Oft war es eine Partie auf Augenhöhe. (Foto: nph)
Profis
Sonntag, 14.07.2013 // 21:02 Uhr

Beim vierten Testspiel 2013/14 ist es passiert: Der SV Werder hat seine erste Niederlage einstecken müssen. Beim VfL Osnabrück unterlagen die Grün-Weißen ...

Beim vierten Testspiel 2013/14 ist es passiert: Der SV Werder hat seine erste Niederlage einstecken müssen. Beim VfL Osnabrück unterlagen die Grün-Weißen am Sonntagabend mit 0:1 durch den Treffer von Andreas Spann in der 29. Minute. „Wir haben noch körperliche Defizite und können noch kein ganz hohes Tempo gehen. Wir dürfen das Ergebnis nicht so hoch hängen, es aber auch nicht weg reden. Wir wollten den Gegner beschäftigen, leider hat er uns heute beschäftigt", fand Trainer Robin Dutt schnell den Grund für die Niederlage.

Ganz Osnabrück war heiß auf dieses Duell. Das stellte der Zuschauer auch daran fest, dass 10.000 Besucher den Weg in die „osnatel Arena" auf sich nahmen, um einen unterhaltsamen Fußball-Abend zu erleben. Werder wirkte nach zwei kräftezehrenden Trainingslagern allerdings nicht wach genug, um am Ende die 0:1-Niederlage beim VfL Osnabrück zu verhindern. „Wir können das deutlich besser machen. Die Osnabrücker sind gut ins Pressing gegangen. Wir konnten uns davon nur selten befreien", erklärte Dutt im Anschluss an die Partie.

Tor des Tages durch VfL-Neuzugang

Osnabrücks Andreas Spann war heute der Matchwinner: Er erzielte den 1:0-Siegtreffer für die Lila-Weißen. (Foto: nph)

Das Spiel begann aber zunächst vielversprechend. Die Grün-Weißen kamen dem Osnabrücker Tor zum ersten Mal in der siebten Minute nahe, als dann auch jener Hartherz in den Lauf von Zlatko Junuzovic spielte. Der Pass war zu unpräzise -Torwart Heuer-Fernandes kam vor dem Österreicher an den Ball. In der Folge versuchten die „Jungen Wilden" wie Felix Kroos immer wieder, Offensivaktionen einzuleiten. Zu häufig ließen sich die Bremer allerdings den Ball schon im Mittelfeld abnehmen. Durch solche Nachlässigkeiten kam der VfL Osnabrück dem Strafraum des SV Werder ein ums andere Mal gefährlich nahe. Auf der Gegenseite bot sich schließlich Zlatko Junuzovic in der 13. Minute eine gute Freistoßmöglichkeit vom rechten Strafraumrand. Seine Flanke fand in Marko Arnautovic einen Abnehmer. Der Kopfball des Österreichers landete bei Nils Petersen. Nach kurzem Ping-Pong-Spiel ging schon ein Raunen durch die Zuschauerränge, doch der Ball wollte nicht in den Kasten.

Nachdem die Gastgeber im Anschluss zwei weitere Möglichkeiten vergaben, wollten die Grün-Weißen über spielerische Mittel besser in die Partie finden und erarbeiteten sich weitere Möglichkeiten. Marko Arnautovic (21.) bekam die nächste Gelegenheit zum Ausgleich. Er ließ sich Zeit bei der Ballannahme, spielte seinen Gegenspieler lässig aus und scheiterte dann frei vorm Keeper. In der 29. Spielminute wurden die Gäste für ihre Inkonsequenz bestraft. Assani Lukimya kam zu spät, als sich VfL-Neuzugang Andreas Spann durch den Strafraum kämpfte. So konnte der VfL-Neuzugang, frei vorm Tor stehend, an „Miele" vorbei köpfen.

Werder machte weiter Druck, doch die Osnabrücker unterbrachen die Offensivbemühungen frühzeitig und versuchten immer wieder, selbst zu kontern. So verabschiedeten sich die Gastgeber mit einer 1:0-Führung in die Halbzeitpause.

"Leistung war nicht gut"

10.000 Zuschauer verfolgten den Test zwischen Werder und dem VfL in der "osnatel Arena".

Nach dem Seitenwechsel standen mit Mateo Pavlovic, Cedrick Makiadi, Eljero Elia und Niclas Füllkrug vier „frische" Akteure für den SV Werder auf dem Feld. Auch der VfL hatte kräftig durchgewechselt. Viel Zeit zum Eingewöhnen blieb den neuen Spielern nicht, denn beide Teams gaben sofort Vollgas. Die erste riesige Chance erkämpfte sich der SVW in der 50. Minute. „Lücke" legte im Strafraum auf Marko Arnautovic ab, der Österreicher hämmerte den Ball allerdings über das Tor. Nur zwei Minuten später sorgte wieder der eingewechselte Niclas Füllkrug für Unruhe im Osnabrücker Strafraum und einen lauten Aufschrei bei den Bremer Fans. Er visierte aus geringer Distanz das gegnerische Tor an, vergab die Möglichkeit aber. Auf der Gegenseite zimmerte Marcel Stadel einen Freistoß aus großer Entfernung nur knapp an Mielitz vorbei.

In der Folge agierten die Bremer zu hektisch und unkontrolliert. Osnabrück kam immer wieder zu guten Möglichkeiten: „Miele" entschärfte einen 40-Meter-Hammer von Merkens und lenkte das Leder gerade noch so mit den Fingerspitzen über den Kasten. Durch Dutts und Walpurgis „Wechselspiele" und die dadurch teilweise verloren gegangene Ordnung, gelang beiden Teams in der Folgezeit wenig Zählbares. Erst in der Schlussphase drehten beide Teams noch einmal auf. Sebastian Neumann trat zunächst zum Freistoß an und zimmerte den Ball ans linke Aluminium (90.). „Miele" wäre in dieser Situation machtlos gewesen. Kurz hatte Niclas Füllkrug noch einmal das 1:1 auf dem Fuß, doch auch er scheiterte.

Den Bremern fehlte gegen engagiert auftretende Osnabrücker heute die nötige Durschlagkraft. Das wusste auch Sebastian Prödl nach dem Spiel einzuordnen: „Wir waren in den Zweikämpfen nicht gut genug. Osnabrück war spritziger und agiler. Wir wollten uns auf den Qualitätsunterschied verlassen. Das geht nicht, das haben wir heute gesehen. Wir sind am Anfang der Vorbereitung. Fest steht aber: Das, was wir hier abgeliefert haben, war nicht gut." Schon am Mittwoch, 17.07.2013, kann der SV Werder in Lohne gegen den holländischen Erstligisten PEC Zwolle Wiedergutmachung betreiben und auf den positiven Pfad der Vorbereitung zurückfinden.

aus Osnabrück berichten Laura Ziegler, Timo Volkmann und Marcel Schmidt