Deutliche Niederlage: Werder verliert Testspiel mit 1:4 beim FC St. Pauli

Auch Nils Petersen konnte an diesem Abend die Niederlage gegen den Zweitligisten nicht verhindern. (Foto: nph)
Profis
Donnerstag, 05.09.2013 // 20:21 Uhr

Der Test im Zuge der Länderspielpause ist für den SV Werder eindeutig in die Hose gegangen! Bei der 1:4-Niederlage gegen den FC St. Pauli konnte sich die Mannschaft von ...

Der Test im Zuge der Länderspielpause ist für den SV Werder eindeutig in die Hose gegangen! Bei der 1:4-Niederlage gegen den FC St. Pauli konnte sich die Mannschaft von Trainer Robin Dutt kein Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben in der Bundesliga holen. Am Donnerstagabend dominierte der ambitionierte Zweitligist die Grün-Weißen nach Belieben und verließ den Platz absolut verdient als Sieger. Vor 3.426 Zuschauern im Hamburger Stadion „Hohe Luft" waren Marcel Halstenberg (3.), Sebastian Maier (24.), Christopher Nöthe (28.) und John Verhoek (69.) die Matchwinner für den ‚Gastgeber‘, die den Gegner nicht wie gewohnt im Millerntor-Stadion in Empfang nahmen. U23-Nachwuchstalent Martin Kobylanski (51.) konnte zwischenzeitlich lediglich Ergebniskosmetik betreiben.

Robin Dutt war nach der herben Niederlage sichtlich verärgert: "Man darf sich so nicht präsentieren, vor allem nicht wenn man das Werder-Trikot trägt. Gegen einen Zweitligisten kannst du nicht mit Halbgas ins Spiel gehen, auch wenn wir hart trainiert haben. Aber diese Ausreden gelten heute nicht." Ebenso Felix Kroos äußerte sich nach der Partie geknickt: "Das ist eine klare Enttäuschung für uns, da brauchen wir nicht drumherum reden. Wir hatten uns mehr vorgenommen, wollten uns Selbstvertrauen holen und das ist leider in die falsche Richtung gegangen", äußerte sich ein genickter Felix Kroos nach der Partie.

Beim Wiedersehen mit den Ex-Werderanern Lennart Thy und Kevin Schindler baute Robin Dutt, aufgrund der sich auf Reise befindenden Nationalspielern, seine Startformation auf einigen Positionen um. Im 4-2-3-1-System ließ er Franco Di Santo als einzige Spitze auflaufen, für offensiven Schwung aus dem Mittelfeld sollten Aaron Hunt, Nils Petersen sowie Eljero Elia sorgen und das defensive Mittelfeld-Gespann durften Felix Kroos und Mehmet Ekici bilden. Assani Lukimya und Luca Caldirola betraten erstmals als Innenverteidiger-Duo den Rasen, Mateo Pavlovic versuchte sich als Rechtsverteidiger und Neuzugang Santiago Garcia feierte sein grün-weißes Debüt auf der linken Abwehrseite.

St. Pauli erwischt Werder eiskalt

Die 'Hausherren' durften bereits relativ früh dreimal jubeln. (Foto: nph)

In dieser neuformierten Elf wollte aber zunächst gar nichts zusammenlaufen. Eiskalt und auf dem falschen Fuß wurde Werder bereits in der 3. Spielminute erwischt. Nach einer Freistoßflanke war es St. Paulis Halstenberg, der komplett freistehend ohne große Mühe einköpfen und so die ‚Hausherren‘ schon sehr früh mit 1:0 in Führung bringen konnte. Werder sichtlich geschockt vom Gegentor, fand auch in der Folge nicht ins Spiel. Eine Doppelchance von Lennart Thy (13.) und Fin Bartels (14.) hätte Werder beinahe noch schneller und deutlicher in Rückstand gebracht. Sebastian Mielitz reagierte aber zweimal bravourös und verhinderte somit zunächst die höhere Führung der ‚Gastgeber‘. Aber auch die ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Grundlinien-Zuspiel von Thy auf Maier war Mielitz dann doch machtlos und musste zum zweiten Mal an diesem Abend hinter sich greifen (24.). Wer nun dachte, dass müsste jetzt reichen, der irrte! Es kam tatsächlich noch dicker! Bereits vier Minuten später durfte Nöthe, nach einem Garcia-Foul an Florian Kringe, den FC St. Pauli per Foulelfmeter (Garcia "Für mich war das kein Elfmeter.") mit 3:0 in Führung schießen (28.).

Offensivaktionen der Gäste aus Bremen waren dagegen in den ersten 45 Minuten eindeutig Mangelware. Lediglich Di Santo (19.), Petersen (41.) und Ekici (44.) sorgten mit ihren Abschlüssen für den Hauch eines Lebenszeichens, konnten die Zuspiele ihrer Kollegen aber trotzdem nicht in Zählbares verwerten.

Zwischenzeitliches Lebenszeichen reicht nicht

Neuzugang Santiago Garcia hätte sich seinen Werder-Einstand sicherlich auch anders vorgestellt. (Foto: nph)

Die Ansprache von Robin Dutt in der Halbzeitpause schien vorerst zu fruchten, denn Werder kam kaum wieder zu erkennen aus der Umkleidekabine. Nachdem zunächst Petersen, im Zuge einer schönen Einzelaktion, die große Chance zum Anschlusstreffer hatte (48.), dann aber doch vorm leeren Tor scheiterte, machte es der eingewechselte Martin Kobylanski drei Minuten später besser. Das Nachwuchstalent aus der U23 fügte sich perfekt ein und musste nach einem feinen Elia-Zuspiel nur noch einschieben (51.).

So stark wie Werder auch in Halbzeit zwei angefangen hatte, genauso stark ließen sie nach dem 1:3-Anschlusstreffer wieder nach. Ein trockener 18-Meter-Schuss von John Verhoek (69.) stellte den alten Abstand nämlich relativ schnell wieder her. Nochmal Verhoek (74.) und zweimal Rzatkowski (80., 83.) hätten für die ‚Kiezkicker‘ das fünfte Tor erzielen, wenn nicht sogar das Dutzend an diesem Abend vollmachen können. Während der Holländer haarscharf am Werderaner Kasten vorbeiköpfte, rettete gegen die Schüsse von Letzterem nur noch das Aluminium.

Nach dem zwischenzeitlichen grün-weißen Lebenszeichen wollten für die Spieler von der Weser dagegen keine Strafraumszenen, geschweige denn Torchancen, zustande kommen. Mit einer deutlichen 1:4-Niederlage, die sicherlich teilweise den schweren und müden Beinen aus einer intensiven Trainingswoche geschuldet war, musste Grün-Weiß die Heimreise nach Bremen antreten. Sebastian Mielitz wusste direkt nach dem Spiel, worauf es jetzt die nächsten Tage ankommen wird: "Wir werden die Fehler klar ansprechen, so darf man nicht auftreten. Wir müssen aber auch die Gedanken recht schnell frei bekommen, damit wir gestärkt in die Partie gegen Eintracht Frankfurt gehen können." Bleibt nur zu hoffen, dass die richtigen Schlüsse aus diesem Spiel gezogen werden können, um sich bestmöglich auf den kommenden Gegner aus Frankfurt (Sa, 14.09.2013) einzustellen.


von Marcel Schmidt