Hunts wunderbarer Freistoß sichert 1:1 gegen den VfB

Samstag, 15.03.2014 // 17:25 Uhr

Zwar nicht den dritten Sieg in Serie eingefahren, aber immerhin blieb Werder Bremen dank eines 1:1 (0:0)-Unentschiedens am 25. Spieltag gegen den VfB Stuttgart zum numehr fünften Mal ...

Zwar nicht den dritten Sieg in Serie eingefahren, aber immerhin blieb Werder Bremen dank eines 1:1 (0:0)-Unentschiedens am 25. Spieltag gegen den VfB Stuttgart zum numehr fünften Mal in Serie ungeschlagen. Vor gut 41.000 Zuschauern im bestens gefüllten Weser-Stadion hätten die Gäste eigentlich schon mit dem Pausenpfiff in Führung gehen müssen, jedoch touchierte ein Handelfmeter des ehemaligen Bremers Martin Harnik nur den Außenpfosten. Trotzdem mussten die Gastgeber ab der 55. Minute einem Rückstand hinterherlaufen, da VfB-Innenverteidiger Georg Niedermeier aus Nahdistanz zum 0:1 abstaubte. Doch Werder steckte nicht auf und kam durch Aaron Hunts blitzsauberes direktes Freistoßtor noch zum Punktgewinn (79.).

Aufstellung und Formation:
Cheftrainer Robin Dutt vertraute wie schon bei den zwei vorangegangenen Siegen gegen den HSV und in Nürnberg der identischen Startaufstellung und taktischen Grundordnung. Nach dem Rückstand im zweiten Durchgang reagierte Dutt umgehend und brachte Martin Kobylanski für Petersen. Zudem wollte er später noch mehr Geschwindigkeit ins Spiel bringen, indem der dribbelstarke Flügelspieler Eljero Elia in der Offensive Obraniak ersetzte.

Harnik scheitert vom Elfmeterpunkt, Lukimya rettet vor der Linie

Emotional, präsent, zweikampfstark: Assani Lukimya (Foto: NPH).

Höhepunkte:

32. Minute: Erstmals beschworen die Grün-Weißen wirklich Torgefahr herauf: Nils Petersen gewann einen Zweikampf nahe des Stuttgarter Strafraums, steckte geistesgegenwärtig nach außen in Richtung des aufgerückten Luca Caldirola durch, der sich wiederum mit einen tollen Einsatz gegen Schwaab durchsetzte, scharf in den Fünfmeterraum legte, wo der eng bedrängte Franco Di Santo allerdings verzog.

34. Minute: Obraniaks Freistoß von der rechten Seite konnten die Gäste nicht klären, Sebastian Prödl nahm den freigewordenen Ball direkt aus der Drehung mit Links, Niedermeiers Körper entschärfte den Versuch zum Wohle des VfB.

45. Minute:  Eine schallende Böe der Erleichterung wehte durchs Weser-Stadion! Der ehemalige Werderaner Martin Harnik scheiterte mit einem Handelfmeter, den er in Richtung rechtes oberes Tordreieck zielte, aber letztendlich nur den Außenpfosten traf.

Schiedsrichter Kinhöfers Entscheidung war der Folge eines schnellen Doppelpasses zwischen Sakai und Cacau in Werders Strafraum entsprungen; Sakai nutzte daraufhin seine Schussposition aus 15 Metern, Assani Lukimya warf sich in den Ball und blockte diesen unglücklich mit Hand und Oberkörper.

48. Minute: Ludovic Obraniak mit einer Freistoßgelegenheit in aussichtsreicher Position. Doch anders als noch ein paar Wochen zuvor gegen Gladbach zirkelte der Pole den ruhenden Ball zwei Meter zu hoch.

52. Minute: Alles andere als ungefährlich: VfB-Angreifer Cacau legte sich den Ball unmittelbar an der Bremer Strafraumgrenze zurecht, zog ab, Prödls Gesäß veränderte die Schussbahn, doch Raphael Wolf - anfänglich bereits auf dem Weg ins andere Toreck - konnte den Ball rechtzeitig aufnehmen.

54. Minute: Hunt mit Ablage zum aufgerückten Ignjovski, dessen Schuss Ulreich sicher unter sich begrub. Auf der Gegenseite setzte sich Harnik im Alleingang gegen drei Bremer durch, überwand auch Wolf clever gegen dessen Laufrichtung, doch Lukimya rettete gerade noch so vor der Torlinie.

Niedermeier trifft aus Nahdistanz, Hunt hat die richtige Antwort

Nichts zu halten war für Sven Ulreich bei Aaron Hunts Freistoß (Foto: NPH).

55. Minute: Keine Minute später dann doch der 0:1-Rückstand aus Bremer Sicht: Einen eigentlich schon geklärten VfB-Eckball brachte Rausch im Nachgang erneut in den Strafraum, Prödl erreichte den hohen Ball nicht, merklich besser gelang das Stuttgarts Innenverteidiger Georg Niedermeier, der erst per Kopf am glänzend parierenden Wolf scheiterte, beim Abstauber jedoch keine Mühe hatte.

67. Minute: Stuttgarts emsiger Linksverteidiger Sakai bekam den Ball von Harnik in den Fuß gelegt, setzte mit einer Körpertäuschung Caldirola außer Gefecht, drosch dann aber vollkommen frei aus zehn Metern mit dem rechten Fuß weit über den Bremer Kasten.

79. Minute: Der 1:1-Ausgleich! Und zwar dank eines Geniestreiches von Aaron Hunt, der einen Freistoß zentral 19 Meter vor dem Tor herrlich über den sich in der Stuttgarter Mauer wegduckenden Assani Lukimya hinweg ins rechte untere Ecke schnibbelte. VfB-Keeper Sven Ulreich war chancenlos.


Szenerie und Auffälligkeiten des Spiels
: Mit Windstärken teils über Stufe neun auf der Richterskala mussten beide Kontrahenten zurechtkommen. Werder agierte von Anfang an mit zu wenig Ideen, um die bissigen Gäste wirklich kontinuierlich in Bedrängnis zu bringen. Viele Zweikämpfe, wenig Tempo und Spielfluss bestimmten das Spiel. Erst nach dem Seitenwechsel gewann die Partie merklich an Fahrt.

Spieler des Spiels:
Assani Lukimya! Sicherlich, ohne Aaron Hunts Können beim ruhenden Ball in der Schlussphase wäre es ziemlich eng geworden mit einem zufriedenstellenden Ausgang. Doch trotz des unglücklich entstandenen Handelfmeters bestach vor allem Assani Lukimya mit großer Präsenz und Aufmerksamkeit in Werders Innenverteidigung. Seine tadellose Leistung in der Defensive - unnachahmlich zweikampfstark am Boden und in der Luft - war augenfällig. Unter anderem rettete er kurz nach Wiederanpfiff für den bereits geschlagenen Wolf. Zudem sorgte der 28-Jährige während Hunts Freistoß für eine mitentscheidende Irritation in der Stuttgarter Mauer.

Fazit:
Im Endeffekt eine gerechte Punkteteilung, mit der die Bremer den schwäbischen Konkurrenten in der Tabelle weiterhin auf Abstand halten konnten. Zwar drückte der VfB insbesondere nach dem Bremer Rückstand auf ein mögliches zweites Tor, doch die Grün-Weißen stemmten sich dem - zwar ohne spielerische Glanzlichter, aber dafür mit aller Macht - entgegen. Den abschließenden Punkteertrag sicherte Aaron Hunts wunderbares Freistoßtor.


von Maximilian Hendel

Highlights und Stimmen des Spiels folgen im Laufe des Nachmittages auf WERDER.TV und WERDER.DE