Werder geht mit 0:3 in Mainz unter

Bundesliga
Samstag, 12.04.2014 // 17:26 Uhr

Das hatten sich die Bremer ganz anders vorgestellt. Vor nicht ganz ausverkaufter Kulisse in der Mainzer Coface-Arena musste Werder Bremen eine bittere 0:3 (0:3)-Niederlage einstecken, die auch in der Höhe völlig in Ordnung ging.

Das hatten sich die Bremer ganz anders vorgestellt. Vor nicht ganz ausverkaufter Kulisse in der Mainzer Coface-Arena musste Werder Bremen eine bittere 0:3 (0:3)-Niederlage einstecken, die auch in der Höhe völlig in Ordnung ging. Nach einem frühen Eigentor von Nils Petersen legten Moritz und Malli für die 05er zeitig nach, so dass die Partie bereits zur Pause entschieden war.

Aufstellung und Formation: Nur auf einer Position musste Werder-Trainer Robin Dutt eine Veränderung vornehmen. Franco Di Santo, der zuletzt in den Spielen gegen Hannover und Schalke getroffen hatte, fehlte gelbgesperrt. Für ihn rückte Nils Petersen in die Sturmspitze. Ansonsten blieb die Bremer Startelf im Vergleich zur Vorwoche unverändert und lief gegen den die Mainzer mit Werder-Raute im 4-4-2-System auf.

Höhepunkte des Spiels

Nichts zu holen in Mainz für Cedrik Makiadi und seine Teamkollegen (Foto: NPH).

5. Minute: TOR für den FSV Mainz! Nach einer Eckballhereingabe von Geis segelt der Ball auf den Fuß von Nils Petersen, der im eigenen Strafraum verteidigen will aber die Kugel per Querschläger unbedrängt und unhaltbar für Raphael Wolf ins eigene Gehäuse befördert. Denkbar unglückliche Szene, denkbar unglücklicher Start für Werder.

16. Minute: TOR für den FSV Mainz! Nach holpriger Anfangsphase ist Werder gerade dabei, sich ins Spiel zu kämpfen. Plötzlich tauchen die Gastgeber aber wieder in der Offensive auf. Bei einem Abwehrversuch von Prödl im eigenen Strafraum prallt der Ball von dessen Brust direkt vor die Füße von Christoph Moritz, der ungedeckt voll draufhält und die Kugel in die Maschen drischt. 2:0 für die 05er.

22. Minute: Fritz flankt von der rechten Außenbahn, Aaron Hunt kommt einen Meter vor dem zweiten Pfosten an die Kugel, trifft aber nicht zum Anschluss, weil ein Mainzer Bein zur Ecke klärt. Die darauffolgende Ecke bringt erneut Gefahr - Prödls Kopfball kommt mittig aufs Tor, wird aber von Okazaki auf der Linie geklärt.

25. Minute: Okazaki lässt an der Bremer Strafraumgrenze zwei Gegenspieler aussteigen und zieht ab. Einen halben Meter am linken Pfosten vorbei.
30. Minute: Eric-Maxim Choupo-Moting mit einem guten Abschluss, der knapp über die Latte segelt.

39. Minute: TOR für den FSV Mainz! Das 3:0 erzielt Yunus Malli, der nach schöner Steilpass-Vorlage von Pospech aus rechter Position einfach abzieht und das Leder wuchtig unter die Latte setzt. Die Tuchel-Elf spielt konsequent ihren Stiefel runter, die Führung auch in der Höhe nur die logische Konsequenz.

58. Minute: Zeitweise kommt Werder verbessert aus der Kabine, Mainz aber bleibt das Team mit den viel besseren Chancen. Fast das 0:4, aber Malli setzt das Ding freistehend an den linken Pfosten.

67. Minute: Wieder Malli, der den Ball nur knapp neben den linken Pfosten setzt.

70. Minute: Elia mit einer Möglichkeit zum 1:3. Der eingewechselte Obraniak steckt schön durch, Elia lässt mit einer Drehung einen Gegenspieler aussteigen aber schließt dann verfrüht ab, weil Karius aus dem Tor eilt. Knapp neben das Tor.

90. Minute: Abpfiff nach einer weitaus weniger ereignisreichen zweiten Halbzeit, die sich kurzerhand auch so beschreiben ließe: Werder konnte und Mainz wollte nicht mehr.

Die Analyse

Auch Junuzovic konnte gegen starke Mainzer nicht viel ausrichten (Foto: NPH)

Auffälligkeiten des Spiels:
- Mainz gewann im ersten Durchgang nicht nur deutlich mehr Zweikämpfe, sondern hatte auch konstant über 60 Prozent Ballbesitz. Werder blieb auch deshalb nur wenig Raum zur Entfaltung und wirkte teilweise arg verunsichert nach den zwei frühen Gegentreffern.

- Zur Halbzeit stand es bereits 3:0 für die Hausherren, womit das Spiel nahezu entschieden war. Nie führte Mainz höher in der Bundesliga, wenn es nach 45 Minuten in die Kabinen ging.

- Für den zweiten Durchgang brachte Dutt Theodor Gebre Selassie, der Petersen ersetzte und über die rechte Seite das Werder-Spiel belebte. Hunt rückte zudem wieder in die Spitze und belebte damit das Offensivspiel. Die Mittelfeld-Raute damit gesprengt und etwas in die Breite gezogen. Ein Schachzug, der zeitweise aufging. Leider aber zu spät.

Werder-Spieler des Spiels: Man mag keinen Spieler so recht herausheben nach einem solch enttäuschenden Auftritt. Dennoch: Eljero Elia war mit 95-prozentiger Passquote, einem guten Abschluss und vereinzelt aufblitzenden Offensivaktionen noch der beste Bremer. Sein Team aus dem Schlamassel herausziehen konnte er an diesem rabenschwarzen Tag allerdings auch nicht.

Szene des Spiels: Das unglückliche Eigentor von Nils Petersen war nicht nur eine Schlüsselszene der Partie sondern auch sinnbildlich für den Auftritt der Bremer in der Coface-Arena. Frei nach dem Motto „Hat man kein Glück, kommt auch noch Pech dazu" bugsierte der Stürmer die Kugel unhaltbar in den eigenen Torgiebel. Jetzt heißt es nur noch: abhaken und nach vorne schauen.

Fazit: Mit einem Punktgewinn hätte Werder den Abstand auf die unteren Ränge weiter vergrößern können. Nach dem 0:3 ist der zwischenzeitlich erarbeitete Sechs-Punkte-Vorsprung aus den Vorwochen zwar nicht passé - trotzdem aber konnten Freiburg, Stuttgart und Hannover in den Parallelspielen punkten und den Kampf im unteren Tableau weiter zuspitzen. Nächsten Samstag gastiert 1899 Hoffenheim im Bremer Weser-Stadion. Dann können die Grün-Weißen ihren jüngsten Auftritt ganz schnell wieder vergessen machen.

Von Cord Sauer

Highlights und Stimmen des Spiels folgen im Laufe des Abends auf WERDER.TV und WERDER.DE