1:0! Werder holt Dreier gegen Bayer!

Profis
Samstag, 21.12.2013 // 17:28 Uhr

Mit viel Kampf, Engagement und Leidenschaft hat Werder Bremen am 17. Spieltag der Fußball-Bundesliga einen 1:0 (0:0)-Sieg gegen den Tabellenzweiten Bayer 04 Leverkusen errungen.

Mit viel Kampf, Engagement und Leidenschaft hat Werder Bremen am 17. Spieltag der Fußball-Bundesliga einen 1:0 (0:0)-Sieg gegen den Tabellenzweiten Bayer 04 Leverkusen errungen. Lange sah es nach einem torlosen Unentschieden aus, doch eine knappe Viertelstunde vor dem Abpfiff traf Santiago García zur Führung. Mit einer respektablen Leistung, 19 Punkten und einem Sprung in der Tabelle verabschieden sich die Bremer nun in die Winterpause.

Trotz enttäuschender Hinrunden- und Gesamtjahresbilanz war der Optimismus bei Werder Bremen vor dem letzten Pflichtspiel 2013 gegen Bayer 04 Leverkusen groß. Schließlich liefen die Grün-Weißen auch dieses Mal traditionell in ihren Weihnachtstrikots auf. Nur zwei von zehn Partien, in denen das beliebte Tannenbaumlogo im Spiel war, verloren die Bremer. Ein gutes Omen also auch für das Duell mit dem Ex-Klub von Werder-Coach Robin Dutt? Als positives Vorzeichen konnte immerhin schon einmal die Rückkehr von Basti Prödl (nach siebenwöchiger Verletzungspause) in die Startelf gewertet werden. Für ihn rotierte Lukimya auf die Bank. Es war der einzige Wechsel auf Seiten der Hausherren, Aaron Hunt konnte entgegen anders lautender Meldungen auflaufen. Bayer-Trainer Sami Hyypiä verzichtete auf Wechsel und schickte dieselbe Elf auf den Rasen, die in der Vorwoche mit 0:1 gegen Frankfurt verloren hatte.

Werder kämpft – und begegnet Bayer auf Augenhöhe

Erstes Spiel als Chefcoach gegen Werder: Bayer-Trainer Sami Hyypiä.

Gleich die ersten Minuten des Spiels konnten sich wahrlich sehen lassen. Erste Chancen von Petersen (6.) und Kießling (8.) machten Lust auf mehr und beide Teams waren bemüht, dementsprechend mehr zu bieten. Die Folgeminuten gehörten eindeutig den Gastgebern: Werder fand über den Kampf ins Spiel, zeigte sich leidenschaftlich, laufbereit und äußerst wachsam. Der Tabellenzweite aus Leverkusen hatte auch deshalb Mühe, in der Offensive Akzente zu setzen. Plötzlich, in der 24. Minute, stockte allen Werder-Fans der Atem. Nach einer Ecke zog Rolfes von links ab, der Ball trudelte nach Wolf-Parade nur hauchdünn am rechten Pfosten vorbei. Ohnehin hätte dieser Treffer aber aufgrund einer Abseitsposition nicht gezählt.

Hektische Szene dann wenige Momente später auch im Bayer-Strafraum: nach einer Hereingabe von Hunt köpfte Petersen die Kugel an den Außenpfosten (28.). Um ein Haar wäre dies die Werder-Führung gewesen. Immer wieder hatte die Dutt-Elf in der ersten Halbzeit gute Kontermöglichkeiten, doch konsequent beenden konnten die Werderaner ihre Angriffe nicht. Und auch eine aussichtsreiche Freistoßmöglichkeit, die Eljero Elia in der 40. Minute nach einer Einzelaktion herausgeholt hatte, verpuffte wirkungslos (43.). Dennoch: mit einer respektablen ersten Hälfte, in der die Bremer ordentlich gespielt hatten, ging es in die Katakomben. Allein es fehlten die grün-weiße Tore für einen vollends versöhnlichen Jahresabschluss.

García bricht den Bann

Unermüdlich: Nils Petersen.

Die erste Großchance des zweiten Abschnitts hatten die Bremer: Nils Petersen setzte sich im Strafraum der Leverkusener gut durch und zog aus spitzem Winkel ab, sein Ball landete aber eine Etage über dem Gehäuse von Bayer-Keeper Bernd Leno (57.). Die Gäste vom Rhein bekamen auch weiterhin kaum ein Bein auf den Boden, Werder war längst die spielbestimmende Mannschaft und eroberte sich durch Hunt, Elia und Co. immer wieder wichtige Bälle. Dass es Mitte der zweiten Halbzeit noch immer 0:0 stand, lag aber auch an einer sehr gut stehenden Bremer Defensive, in der vor allem der wiedergenesene Prödl mit vielen guten Aktionen herausstach.

Die bis dahin beste Aktion der Bremer folgte in der 69. Minute: Hunt schleppte die Kugel aus eigener Hälfte die komplette linke Seite in Richtung Bayer-Strafraum, flankte dann gut ins Zentrum, wo Petersen lauerte, aber nicht präzise abschließen konnte. Ein möglicher Nachschuss von Di Santo wurde schnell abgeblockt. Aber die Bremer schienen ihren Weg gefunden zu haben. In der 74. Minute ähnliches Bild: Hunt trug den Ball ein weiteres Mal energisch nach vorn, passte zu Makiadi in den Strafraum. Der verstolperte das runde Leder zwar, doch der mitgelaufene Garcia nutzte einen Moment der Leverkusener Unachtsamkeit und schob den Ball locker links über die Linie (74.). 1:0 Werder - das vorgezogene Weihnachtsgeschenk für alle Fans der Grün-Weißen?

In der Schlussviertelstunde wurde das Weser-Stadion zum Hexenkessel. Bayer drängte auf den Ausgleich, Werder verteidigte den knappen Vorsprung mit aller Macht. Und die Fans standen Kopf und bejubelten jede Aktion der Bremer, und war sie noch so klein und unbedeutend. Was für eine tolle Unterstützung! Mit vereinten Kräften schafften die Bremer so das kleine Wunder und bezwangen mit Leverkusen jene Mannschaft, die eine exzellente Vorrunde gespielt hatte und verdient auf Platz 2 überwintert. Bremen hingegen rutscht mit dem Drei-Punkte-Erfolg von Platz 14 auf 11 und schafft es, dass sich die Anhänger trotz eines wenig erfolgreichen Jahres 2013 schon jetzt wieder auf ein neues Werder-Jahr 2014 freuen können.

Von Cord Sauer

Nachberichte und Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE!