Mielitz: Vorfreude auf neue Stadt und neue Gesichter

Abschied vom Weser-Sadion, Dank an die Ostkurve: Sebastian Mielitz bei seiner offiziellen Verabschiedung am Samstag.
Profis
Dienstag, 06.05.2014 // 12:27 Uhr

Eine kräftige Gänsehaut hatte Sebastian Mielitz am Samstagnachmittag kurz vor Anpfiff dann doch, als er mit Blumenstrauß und Erinnerungscollage offiziell verabschiedet wurde. „Es waren schon sehr emotionale Momente, wenn man bedenkt, dass ich seit neun Jahren im Verein bin. Die Fans haben es mir sehr schwer gemacht am Samstag, Tschüss zu sagen, das muss ich zugeben", blickt 'Miele' auf die Verabschiedung im Weser-Stadion zurück.

Doch für den Keeper, der in der Bundesliga insgesamt 63-mal das Trikot des SV Werder getragen hat, ist der Abschied aus Bremen auch ein Neuanfang. „Es war sicher ein schöner Moment, aber das Kapitel ist bald zu Ende und dann schlage ich ein neues Kapitel auf, auf das ich mich sehr freue. Abschiede gehören zum Profigeschäft dazu, so spielt nun mal der Fußball", äußert er sich ganz pragmatisch. Gemeinsam mit den engsten Freunden und Mitspielern wurde deshalb am Samstagabend im Hause Mielitz auch noch gefeiert. „Wir haben das letzte Heimspiel mit denen, die meine Freundin und ich teilweise schon seit Jahren kennen, gut ausklingen lassen", schmunzelt 'Miele'.

Miele: "Das waren prägende Momente"

Dabei blieb auch Zeit, ein persönliches Fazit seiner Werder-Zeit zu ziehen. Und das fällt durchweg positiv aus: „Ich habe mich hier zum Profi entwickelt. Bei Werder habe ich mich von ganz unten, von der U 17 mit Bernd Pfeiffer als Trainer, über die U 19 mit Mirko Votava und die U 23 mit Thomas Wolter hochgearbeitet bis zu den Profis. Schlussendlich hat mich Thomas Schaaf hochgezogen und mich zur Nummer eins gemacht", lässt der 24-Jährige seine Stationen im Werder-Dress noch einmal Revue passieren.

Vor allem an den Start bei den Profis erinnert sich Mielitz gerne zurück. „Mein schönstes Erlebnis war auf jeden Fall mein allererstes Bundesliga-Spiel. Das war leider nicht im Weser-Stadion, sondern in Köln, aber es war auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis", so der gebürtige Zehdenicker. Sein eigentliches Debüt an der Weser gab er aber schon drei Tage zuvor beim 4:1-Sieg in der Europa League gegen National Funchal. „Das waren sehr prägende Momente; Dinge, an die man sich gerne erinnert und die man mitnimmt", so Mielitz weiter.

Neue Stadt - neue Herausforderung - Neuanfang

Wohin sein Weg ihn in der kommenden Saison führen wird, steht noch nicht endgültig fest, eine Tendenz gibt es allerdings schon, wie er im Interview mit WERDER.TV verrät. Die Vorfreude auf eine neue Station und eine neue Stadt in seinem Leben ist aber bereits groß: „Ich freue mich riesig auf die neue Aufgabe. Es ist auf jeden Fall reizvoll, in eine andere Stadt zu gehen und neue Leute kennen zu lernen. Ich habe hier in Bremen viele Menschen kennen und schätzen gelernt, aber jetzt ein paar neue Gesichter zu sehen, ist gut - ich denke, auch für meine persönliche Entwicklung. Darauf freue ich mich am meisten."

Und möglicherweise dürfen die Werder-Fans Mielitz schon bald wieder in der Hansestadt begrüßen. „Wer weiß, mit welchem Verein ich mal zurückkehre ins Weser-Stadion", blickt er bereits schmunzelnd in die Zukunft. „Dann freue ich mich als erstes auf die Werder-Fans. Die haben mich hier immer tatkräftigt unterstützt und am Wochenende war das noch mal einzigartig. Das ist nicht überall so üblich und wer mich kennt, der weiß, dass ich schon als kleines Kind Werder-Fan war und ich die Raute auch immer weiter im Herzen tragen werde."

Von Yannik Cischinsky