Mielitz: "Ich habe mich verschätzt"

Sebastian Mielitz musste am Sonntag gegen Mainz dreimal hinter sich greifen (Foto: nph).
Profis
Sonntag, 24.11.2013 // 20:47 Uhr

Welchen Reifeprozess Torhüter Sebastian Mielitz in den vergangenen beiden Jahren durchgemacht hat, konnten Beobachter am Sonntagabend sehr gut in den Gesprächen mit Medienvertretern sehen, die den 24-Jährigen natürlich auf die ersten beiden Gegentore ansprachen, bei denen er nicht gut aussah.

Souverän stellte er sich der Kritik und analysierte in der ihm eigenen direkten und ehrlichen Art seine Fehler. „Ich muss mich bei der Mannschaft und den Fans dafür entschuldigen, dass sie so schnell mit zwei Treffern in Rückstand geraten ist. Das war für mich ein Spiel zum Vergessen", machte der Schlussmann ohne Umschweife klar, unterstrich jedoch auch, dass dieser Abend bei ihm nicht lange hängen bleiben wird. „Ich stelle mich der Kritik, aber ich weiß auch, was ich kann. Das wird mich nicht lange belasten. Ich denke, dass ich das im weiteren Spielverlauf auch zeigen konnte, indem ich einige Situationen noch entschärfen konnte."

Dass er die beiden Gegentore in den nächsten Tagen noch öfter zu sehen bekommen wird, stört ihn nicht. „Die werden ja sicher noch oft genug als Wiederholung gezeigt, dass muss ich wohl über mich ergehen lassen", so 'Miele', der eine Auffrischung der Erinnerungen an die beiden Szenen eigentlich nicht nötig hat. „Ich habe sie klar vor Augen. Wir wussten, dass die Mainzer viele Bälle aus dem Halbfeld vor das Tor schlagen. Deswegen wollte ich offensiv mitspielen und den Ball früh klären, als ich einen Bruchteil einer Sekunde später merkte, dass ich den Ball nicht erreiche. Ich habe dann versucht, schnell wieder zurück ins Tor zu kommen, aber da war es schon zu spät. Da hätte ich ganz klar im Tor bleiben müssen." Zum zweiten Gegentreffer sagte er: „Auch da habe ich mich verschätzt. Ich dachte, der Ball segelt drüber, aber dann klatscht er an die Latte. Und im Fußball ist das so, dass er dann natürlich einem Mainzer vor die Füße fällt. Ich muss den Ball einfach nur über die Latte lenken."

Geschäftsführer Thomas Eichin lobte diesen Umgang von Sebastian Mielitz mit der schwierigen Situation. „Das ist nun mal so als Profi. Es gibt Spiele, da bist du überragend und dann gibt es welche, in denen du schlecht aussiehst. Damit musst du als Profi umgehen können. Er muss die richtige Reaktion zeigen, und er hat gezeigt, dass er das kann."

Bemerkenswert war auch die Reaktion des ganzen Teams. Mielitz: „Ein großes Kompliment an die Mannschaft, die sich trotz dieses Fehlstarts dann wieder ins Spiel gekämpft hat. Fast hätte sie es noch geschafft. Die Hoffnung hatte ich bis zur letzten Sekunde. Leider hat es dann nicht gereicht."

Die Reaktion des Teams gefiel auch Cheftrainer Robin Dutt, der den Stab gar nicht so sehr über seinem Keeper brechen wollte. „Es fällt mir schwer, nach einer solchen Niederlage, die sehr schmerzt, alles nur an zwei Fehlern, die dem Torhüter unterlaufen, festzumachen. Nach dieser Partie weiß ich gar nicht, wen man mehr kritisieren muss, den Torhüter oder die Offensivspieler, die vorne die Chancen nicht nutzen. Die zwei Fehler des Keepers waren heute eben nicht die einzigen Fehler", so der Coach.


aus dem Weser-Stadion berichten Michael Rudolph, Dominik Kupilas und Timo Volkmann