"Torsten hatte den Ehrgeiz, wir nicht!"

Frings' Brüder Christian (links) und Michael (rechts) standen 'Lutscher' an diesem Tag bei und lagen sich nach der Partie in den Armen. (Foto: Heidmann)
Profis
Montag, 09.09.2013 // 19:32 Uhr

Torsten Frings wollte sie unbedingt dabei haben: Christian und Michael - seine Brüder. Bei seinem großen Abschiedsspiel mit alten Weggefährten und treuen Begleitern durften die beiden nicht fehlen. Mit Christian fing der ‚Lutscher‘ das Fußballspielen beim SC Rot-Weiß Alsdorf (Rheinland) an, Michael begleitete ihn während seiner aktiven Karriere zu vielen Spielen, egal ob national oder international. Am vergangenen Samstag konnte Torsten sowohl dem jüngeren als auch dem älteren Bruder einen Traum erfüllen.

„Es war sensationell, es war ein Riesengefühl. Ich bin total dankbar, dass ich daran teilnehmen durfte. Es war ein Riesenerlebnis. Ich bin total stolz", sprudelte es nur so aus Michael Frings heraus.

Er war Teil eines nostalgischen Abends - zwischen Stars wie Michael Schumacher, Michael Ballack, Diego, Johan Micoud, Frank Bauman, um nur einige zu nennen. Genau wie für Christian Frings. „Es war traumhaft schön. Wir haben im Vorfeld schon mal über seine Vorstellungen des Abends gesprochen. Ich glaube, diese wurden sogar noch übertroffen. Er hat sich diesen Abschied redlich verdient", freute sich der 33-Jährige über den Ausklang der großen Karriere seines prominenten Bruders.

Und dieser verriet bereits einige Tage vor seinem Abschiedsspiel, dass Michael und Christian richtig aufgeregt seien. Doch sie machten ihre Aufgabe gut, Michael erzielte sogar das zwischenzeitliche 5:7 für ‚Torsten&Friends‘. Warum es in der Familie Frings dennoch ‚nur‘ zu einer großen Karriere reichte, weiß Christian Frings genau: „Talent hatten wir alle drei. Es war jedoch eine Frage des Ehrgeizes. Diesen Ehrgeiz hatte Torsten, Christian und ich dagegen eher weniger. Er hat sich durchgebissen."

Für den mittleren der drei Frings-Brüder beginnt nun endgültig ein neuer Abschnitt seines Lebens. Es steht die tägliche Trainingsarbeit als ‚Co‘ auf dem Platz mit der U23 an, dazu kommen weitere Elemente seines Coach-Trainee-Programms. Torsten Frings ist sich seiner neuen Aufgabe mehr als bewusst: „Ein Spieler mit einer großen Karriere muss nicht zwingend ein großer Trainer sein. Ich muss diesen Beruf von der Pike auf lernen. Hier in Bremen habe ich die besten Bedingungen dafür. Ich bin den Werder-Verantwortlichen total dankbar, dass sie mir diese Chance ermöglicht haben."

Michael, selbst als Geschäftsführer im Brennstoffhandel tätig, sieht Bruder Torsten der neuen Aufgabe durchaus gewachsen. „Torsten macht seinen Job bislang richtig gut. Er ist mit Spaß bei der Sache. Das ist sehr wichtig. Ich freue mich auf sein nächstes Leben."

Dieses neue Leben hat für Torsten Frings am Samstagabend, kurz vor Mitternacht, endgültig begonnen.


von Timo Volkmann