SVW in Freiburg: Sternstunden und Abstiegskampf

Angelos Charisteas feierte beim 6:0 in Freiburg sein wohl größtes Spiel im Werder-Dress. Er traf dreimal (Foto: Getty).
Profis
Dienstag, 18.03.2014 // 09:17 Uhr

Andi Herzog und Dieter Eilts im Werder-Trikot, Volker Finke auf der Freiburger Trainerbank und das Bundesligadebüt des jungen Stürmertalents Ivan Klasnic. So ziemlich alles hat sich seit dem ersten Spieltag der Saison 2001/02 verändert, nur eines ist geblieben: Seit dem 3:0-Erfolg konnte der SC Freiburg kein einziges Heimspiel mehr gegen den SV Werder gewinnen. 13 Jahre und 6:23 Tore später, sind die Grün-Weißen am Freitagabend, um 20.30 Uhr, wieder zu Gast im MAGE Solar Stadion.

4:2, 6:0, 6:0 - zeitweise waren die Auswärtsfahrten zum Sport-Club Freiburg wahre Bremer Schützenfeste. Doch auch in sportlich schwierigen Zeiten konnte der SVW in Freiburg wichtige Erfolge feiern. Gegen keinen anderen Bundesligisten hat Werder eine derartig gute Bilanz, vor allem am Breisgau. Für WERDER.DE Grund genug zurückzublicken, auf drei der wichtigsten Erfolge an der Dreisam.

2004/05, 16. Spieltag, 6:0 - "Charisteas Sternstunde an der Dreisam":

Schon in der Doublesaison durften die Grün-Weißen über vier Tore in Freiburg jubeln. Ein Jahr später packte Werder sogar noch einen drauf. Nach 90 Minuten hieß es 0:6 - oder aus Bremer Sicht 6:0! Schon in der ersten Halbzeit brachte Miroslav Klose das Team mit einem Doppelschlag (20./23.) in Front, Angelos Charisteas steuerte das dritte Tor bei (29.). Nach der Pause bescherten zwei weitere Treffer von Charisteas (57./86.) sowie ein Tor von „le chef", Johan Micoud, den Hausherren eine ihrer höchsten Heimniederlagen - und Werder einen glamourösen Auswärtserfolg. Nach dieser Schlappe rutschte der SCF auf den letzten Tabellenrang, am Saisonende stieg der Club sogar ab. Doch auch nach dem Wiederaufstieg des SC - übrigens unter dem heutigen Werder-Coach Robin Dutt - vier Jahre später, riss die Bremer Siegesserie nicht: Werder wiederholte sogar den Kantersieg, ebenfalls 6:0 hieß es am 29.11.2009.

2010/11, 25. Spieltag, 3:1 - "Wichtige Punkte im Abstiegskampf":

Zur Mitte der Rückrunde steckte Werder ganz tief im unteren Tabellendrittel. Da kam die Auswärtspartie beim Lieblingsgegner Freiburg genau zum richtigen Zeitpunkt. Sandro Wagner erzielte früh im Spiel sein allererstes Bundesliga-Tor (12.), doch Freiburg kam nach dem Seitenwechsel durch Cissé zurück ins Spiel. Als Claudio Pizarro allerdings zum 2:1 traf, war ein neues Bremer-Sturmduo geboren: „Wagner-Piza". Der eingewechselte Marko Marin sorgte in der Nachspielzeit schließlich für die Entscheidung (90.+2). Die Saison blieb am Ende aber ähnlich erfolglos, wie das neugeborene „Wagner-Piza"-Duo. Die drei Punkte aus dem Freiburg-Spiel waren ein wesentlicher Teil von Werders dünnem Fünf-Punkte-Polster vor den Abstiegsrängen. Mit dem bis dato erst zweiten Auswärtssieg der Spielzeit zeigte Werder, dass man auch in schwierigen Situationen gerne im Breisgau zu Gast ist.

2012/2013, 5. Spieltag, 2:1 - "Spiel gedreht, Dreier erkämpft":

Der SV Werder feierte am 5. Spieltag der vergangenen Saison einen enorm wichtigen Auswärtssieg. Dabei sah es lange nicht danach aus. Jonathan Schmid brachte die Hausherren in der 36. Minute mit einem Freistoß-Traumtor in Führung. Unter dem Freiburger Flutlicht tat sich Werder lange schwer, und erst im zweiten Durchgang fand die Elf besser ins Spiel. Joseph Akpala schoss bei seinem Startelf-Debüt sein allererstes Bundesliga-Tor (47.).

Den Blitzstart in Durchgang zwei krönte Aaron Hunt kurze Zeit später mit dem Führungs- und gleichzeitig Schlusstreffer. Doch bis zum knappen 2:1-Sieg mussten die Werder-Fans zittern: Daniel Caliguiri scheiterte nur am Pfosten, der Freiburger Sturmlauf der letzten Minuten blieb ohne Konsequenz. Für die Werderaner war somit der insgesamt neunte Bundesligasieg im 15. Auswärtsspiel bei den Freiburgern perfekt.

Von Yannik Cischinsky