Wahnsinnige Fans sorgen für emotionalen Ausnahmezustand

Jeder Fan wollte Robin Dutt nach Abpfiff drücken (Foto: nph).
Profis
Samstag, 21.12.2013 // 19:39 Uhr

Welches Jahr der SV Werder und seine Fans hinter sich haben, konnten selbst Außenstehende um 17.21 Uhr im Weser-Stadion spüren. Der Schlusspfiff löste einen emotionalen Ausnahmezustand bei den knapp 40.000 Zuschauern aus. Die Profis lagen sich in den Armen, die Fans herzten sich, jeder Spieler wollte die Anhänger im Weihnachtsmannkostüm beschenken und Santiago Garcia und Robin Dutt wurden quasi in die Ostkurve gezogen, wo der Zwillingsbruder des Argentiniers schon für mächtig Stimmung gesorgt hatte.

„Wenn du nach so einem Spiel in der Nachspielzeit mit 1:0 führst, dann fühlt sich so ein Schlusspfiff unglaublich gut an. Die letzten zehn Minuten kamen mir vor wie noch mal 90 Minuten. Mein Gefühl war Galaxien davon entfernt, dass wir die drei Punkte im Sack hatten", beschrieb Dutt, den Moment in dem die Steine von den Herzen aller Werder-Fans fielen.

Neben der persönlichen Freude und Erleichterung, gönnte der Cheftrainer aber vor allem dem Umfeld dieses „tolle Trostpflaster", mit dem alle besser Weihnachten feiern können. „Für diese Unterstützung haben sich alle diesen Sieg verdient. Was hier in Bremen abläuft, gibt es nicht so oft in der Bundesliga. Das ist Wahnsinn. Wie uns alle am Ende eines so schwierigen Jahres angefeuert haben. Mir fehlen wirklich etwas die Worte. Das war heute einer der emotionalsten Momente seit ich hier bin. Ich bin glücklich, auch wenn es natürlich nur eine Momentaufnahme ist. Die Fans haben uns über dieses schwierige halbe Jahr getragen. Sie waren auch eine Quelle, aus der wir Kraft schöpfen konnten."

Geschäftsführer Thomas Eichin schloss sich dem Riesen-Dankeschön an. „Die Fans waren nicht nur heute ganz, ganz stark. Sie haben gemerkt, dass die Mannschaft Hilfe braucht. Sie haben akzeptiert, dass wir heute tief stehen mussten. Sie sind so wichtig. Aber es ist auch wichtig, dass sie das durchhalten. Dieser Rückhalt ist ein wichtiger Faktor für unsere Mannschaft", so der Geschäftsführer.

Dass ausgerechnet ein Tor von Publikumsliebling Santiago Garcia die Weihnachtsstimmung entfachte, passte zum Jahresend-Happyend. Denn Garcia symbolisiert wie kein anderer, dass die Mannschaft auch die Fans mitnimmt, Nähe zulässt. Santiago feierte seine Treffer enthusiastisch mit Sprüngen ins Publikum. Da passt es, dass Zwillingsbruder Manuel Garcia, der aus Argentinien in den vergangenen Wochen in Bremen zu Besuch war, darauf bestand, seinen Bruder aus der Ostkurve heraus die Daumen zu drücken. Die Jubelszenen nach Ende des Spiels inmitten der Fans sprachen Bände. Die Fans und das Team - das passt!

aus dem Weser-Stadion berichen Michael Rudolph, Timo Volkmann und Timo Fresen