Fans und Team - eine eindrucksvolle Einheit

Profis
Samstag, 12.04.2014 // 21:54 Uhr

Weit nach Abpfiff, das bittere 0:3 in Mainz war schon über 60 Minuten alt, waren sie immer noch zu hören: die Fans standen im nach wie vor proppenvollen Gäste-Block und sangen unermüdlich und lautstark Werder-Sprechchöre. Immer wieder schallte ein 'Werder Bremen, olé' durch das ansonsten komplett geleerte Rund der Coface Arena. „Das, was ich eben gerade in der Fankurve erlebte habe, bevor ich zur Pressekonferenz gekommen bin", begann ein sichtlich bewegter Robin Dutt wenig später in den Katakomben, „das war unfassbar, unglaublich! Mir fehlen ein wenig die Worte", setzte der 49-Jährige fort.

Die Aktion der Fans hatte sichtlich Eindruck hinterlassen bei Werders Cheftrainer, der die Aktion hautnah auf dem Spielfeld vor dem Fanblock erlebte. Gemeinsam mit seinen Spielern hatte Dutt sich aus dem Innenraum auf dem Weg zu den Anhängern gemacht, um diese Emotionen aufzusaugen, sich aber auch gleichzeitig dafür zu bedanken. Denn: Team und Fans sind eine unzertrennliche Einheit, auch in sportlich schwierigen Zeiten. „Es hat sich die Verantwortung vor der Reaktion, die wir nächste Woche zeigen müssen, abgeleitet. Es ist einfach unglaublich, wie sich unsere Fans verhalten. Und das nach solch einer Niederlage. So beharrlich zu singen bis die Mannschaft dann noch mal rauskommt, ist phänomenal. Ich glaube, sie wollen ihren Titel verteidigen, den sie vergangenes Jahr schon bekommen hatten", sagte Dutt.

Junuzovic: "Sind den Fans eine Reaktion schuldig"

Mit dem Titel verwies der Werder-Coach auf den SportBild-Award für die ‚Beste Fanaktion des Jahres‘. Den erhielten die Werder-Fans für ihren unermüdlichen Support , der zum Ende der letzten Spielzeit in der Aktion ‚ALLEz GRÜN‘ gipfelte. Es war der 31. Spieltag in Leverkusen, als Werder mit 0:1 unterlag, doch die Fans nach Spielschluss so gar nicht daran dachten zu gehen. Nein, sie blieben und verwandelten die menschenleere BayArena schon damals mit ‚Werder Bremen, ole‘-Sprechchören in einen grün-weißen Hexenkessel.

Und nun, fast ein Jahr später, ereigneten sich ähnliche stimmgewaltige Bilder über deren Bedeutung sich Fritz und Co. im Saisonendspurt im Klaren sind. „Es sind wieder tausende Fans mit uns nach Mainz gereist. Allein ihnen schulden wir im nächsten Heimspiel gegen Hoffenheim eine Reaktion auf die schlechte Leistung heute", sagte Zlatko Junuzovic nach dem Abpfiff. „Wir müssen uns schämen. Die Fans sind soweit hierher gereist und wir liefern dann so ein Spiel ab", äußerte auch Kapitän Clemens Fritz, der für jeden Unmut der Werder-Fans Verständnis gehabt hätte. Doch es kam bekanntlich ganz anders.

Das Szenario in der Mainzer Coface Arena macht eines deutlich: Das Verhältnis zwischen Team und Fans ist intakter denn je und sucht in dieser Form in der gesamten Liga seines Gleichen.

aus Mainz berichten Timo Volkmann und Yannik Cischinsky