Die Rückkehr der Double-Helden

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums kommen die Doublesieger zum Heimspiel gegen Herha nach Bremen (Foto: nph).
Profis
Dienstag, 29.04.2014 // 17:56 Uhr

Ein eiskalter Abstauber von Ivan Klasnic. Ein wundervoll eleganter Heber von Johan Micoud. Ein gefühlvoller Schlenzer von Torschützenkönig Ailton. Welcher Werder-Fan erinnert sich nicht an die denkwürdigen Tore zum 3:1-Sieg im Münchner Olympiastadion Anfang Mai 2004. Die Treffer bildeten den zwischenzeitlichen Höhepunkt einer Saison, die am Ende mit dem Double aus Meisterschaft und DFB-Pokalsieg in die grün-weißen Geschichtsbücher einging.

Genau zehn Jahre nach dem bislang größten Triumph der Vereinsgeschichte lässt Werder den Double-Erfolg noch einmal aufleben. Zum letzten Heimspiel der Saison am kommenden Samstag, 03.05.2014, gegen Hertha BSC, zelebriert Werder das „Doubiläum": für die Fans, für die Kult-Elf von 2003/04, aber vor allem auch mit nahezu allen Werderanern von damals. Ob „le chef" Johan Micoud oder „Kugelblitz" Ailton, ob „Killer" Ivan Klasnic oder "Harry" Angelos Charisteas - sie alle kommen am Samstag ins Weser-Stadion. Auch Meistertrainer Thomas Schaaf lässt sich nicht zweimal bitten, um das Hertha-Spiel gemeinsam mit den Jungs von damals zu verfolgen.

Gemeinsam mit den Fans im ausverkauften Weser-Stadion wollen die "Doubilanten" in der Halbzeitpause das zehnjährige Bestehen des Erfolgs würdigen, aber auch die aktuelle Mannschaft zum Sieg gegen Hertha BSC treiben. Wie schon vor zehn Jahren wohnen Micoud, Ailton und Co. für das Wochenende im Bremer Parkhotel am Bürgerpark, wo die Mannschaft die letzte Nacht vor jedem Heimspiel verbrachte, um den Teamgeist und die Konzentration zu stärken.

Ailton, mit 28 Treffern der erfolgreichste Bremer Torschütze in der Double-Saison, kommt für das Event extra aus Mexiko nach Bremen. Sturmkollege Angelos Charisteas, der 2004 auch noch den Europameistertitel mit Griechenland unter Ex-Werder-Coach Otto Rehhagel gewann und im Winter der darauffolgenden Spielzeit zu Ajax Amsterdam wechselte, fliegt aus Australien zum grün-weißen Treffen in die Hansestadt. Gemeinsam mit Bundesliga-Kollege Sotiris Kyrgiakos kickt „Harry" aktuell beim australischen Zweitligisten Sydney Olympics. Zum zweiten Mal nach dem Abschiedsspiel von Torsten Frings wird dagegen Johan Micoud die Werder-Fans im Weser-Stadion begrüßen. Ümit Davala nutzt das Wochenende ebenfalls, um alte Freunde aus Bremen zu besuchen, die der aktuelle Co-Trainer von Galatasaray Istanbul schon lange nicht mehr gesehen hat.

Doch nicht alle, die vor einem Jahrzehnt erst die Schale und kurz darauf auch den Pott in den Himmel streckten, können am Samstag nach Bremen reisen. Für Christian Schulz (Hannover 96) und Manuel Friedrich (Borussia Dortmund) stehen beispielsweise wichtige Bundesliga-Partien im Terminkalender, Krisztián Lisztes spielt mit seinem Team Soroksar SC um den Aufstieg in die zweite ungarische Liga. „Es tut mir sehr leid, dass ich nicht dabei sein kann. Ich hätte wirklich alle sehr gerne wiedergetroffen. Es war die beste Zeit meiner Karriere, und mein Herz schlägt immer noch für Werder. Leider konnte ich mich nach meiner Verletzung nie richtig von den Fans verabschieden. Ich hoffe, das klappt irgendwann noch mal", bedauert der 37-Jährige.

Gefreut über ein Wiedersehen mit dem alten Weggefährten Lisztes hätten sich mit Sicherheit auch Tim Borowski, Viktor Skripnik und Frank Baumann gefreut, die alle drei in unterschiedlicher Funktion noch immer beim SV Werder tätig sind. Ob die Wiedervereinigung des Sturmduos Klasnic-Ailton oder die Zusammenführung der Meisterraute mit Ernst, Borowski, Lisztes und Micoud - gefeiert wird aber auf alle Fälle ordentlich. Am Abend wird die Mannschaft samt Betreuer, Physiotherapeuten und dem Team um das Team feiern.


Alle Zusagen für das "Doubiläum" im Überblick:

Andreas Reinke, Fabian Ernst, Frank Baumann, Paul Stalteri, Angelos Charisteas, Johan Micoud, Pascal Borel, Ivan Klasnic, Ailton, Marco Stier, Nelson Valdez, Tim Borowski, Holger Wehlage, Viktor Skripnik, Markus Daun und Ümit Davala sowie Dieter Burdenski, Karl-Heinz Kamp und Thomas Schaaf aus dem Trainerteam.