Eichin: "Seinen Abgang werden wir kompensieren müssen"

Frank Baumann wird sich im Sommer 2015 neu orientieren (Foto: Getty).
Profis
Donnerstag, 10.04.2014 // 18:27 Uhr

Nachdem Frank Baumann in dieser Woche seinen Rückzug als Direktor Profifußball und Scouting beim SV Werder Bremen nach der Saison 2014/2015 ankündigte, reagierte Geschäftsführer Thomas Eichin am Donnerstag gelassen. „Ich arbeite sehr eng mit Frank zusammen. Er hat mich bereits im vergangenen Jahr in Kenntnis gesetzt, dass er seinen Posten abgeben möchte. Diesen Plan verfolgt er schon seit Längerem. Das haben wir zu respektieren. Es ist sicherlich ein großer Verlust. Frank hat durch seine sachliche und ruhige Art sehr gute Arbeit geleistet. Seinen Abgang werden wir kompensieren müssen", sagte Eichin im Pressegespräch.

‚Baumi‘, der zehn Jahre für den SVW als Profi aktiv war, neun Jahre davon als Kapitän agierte und folgerichtig als siebter Werder-Akteur 2009 zum Ehrenspielführer ernannte wurde, wird also im Sommer 2015 die Grün-Weißen verlassen. Die Gründe für die frühe Bekanntgabe nannte der 38-Jährige selbst im Anschluss an die Pressekonferenz. „Thomas hat es ja vorhin schon mal gesagt: Die Entscheidung steht schon seit Längerem. Ich habe das der Geschäftsführung auch schon frühzeitig mitgeteilt, weil ich möchte, dass der Verein rechtzeitig nach einem Nachfolger für mich suchen kann. Es ist auf keinen Fall so, dass ich unzufrieden bin oder war. Ich übe meinen Job als Direktor sehr gerne und leidenschaftlich aus. Doch ich habe in meinem Leben noch nie eine Karriereplanung gemacht. Ich hatte damals schon unter Klaus Allofs gesagt, dass ich diesen Job ein paar Jahre ausüben möchte, mir danach aber auch vorstellen kann, mich in anderen Bereichen verwirklichen zu wollen. Genau diesen Zeitpunkt sehe ich nächstes Jahr gekommen."

Nachfolger-Position? "Die muss sitzen!"

Dabei zog Baumann Parallelen zu seiner Entscheidung nach dem Sieg im DFB-Pokalfinale 2009, seine Karriere als Fußball-Profi beim SV Werder zu beenden. „Auch damals war es so. Ich hatte noch Lust am Fußball spielen, hätte noch ein, zwei Jahre auf einem gewissen Niveau weitermachen können, doch auch da sagte ich: Ich will die Entscheidung selbst treffen. Irgendwann war der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mich aus persönlichen Gründen für ein Ende meiner Karriere entschieden hatte. Genau so möchte ich auch jetzt einen Cut machen."

Nach seinem Karriereende wechselte der gebürtige Würzburger nach einer halbjährigen Auszeit zum 01.01.2010 als Assistent in die Geschäftsführung und übernahm Ende 2012 den Direktorenposten für Profifußball und Scouting. Der Unterfranke ist durch all die 15 Jahre in Bremen selbstredend mittlerweile mehr denn je grün-weiß gefärbt. Deshalb kann er nicht ausschließen, in ferner Zukunft zum SV Werder zurückzukehren. „Ich werde Werder als treuer Verbündeter, als Fan und als Mitglied immer erhalten bleiben. Ich bin dem Verein sehr dankbar, gerade auch für die Zeit nach meiner aktiven Karriere. Ich werde in Bremen wohnen bleiben und mich erst einmal um die Sachen kümmern, die zuletzt etwas auf der Strecke blieben - meine Familie. Ich möchte aber auch einfach wieder mehr Zeit für mich zu haben. Dennoch: Ich möchte nicht ausschließen, dass ich in einigen Jahren bei Werder in anderer Funktion, zum Beispiel als U12-Trainer, wieder auftauche."

Indes will sich Thomas Eichin bei der Suche nach einem neuen ‚Baumi‘ Zeit lassen. „Fakt ist, dass wir diese Stelle bei uns brauchen, da ich als Geschäftsführer viele Tätigkeiten habe. Die Position ist sehr wichtig für uns. Ich lasse mir jedoch Zeit bei der Suche. Die muss sitzen."

Ob seine Position intern oder extern neu besetzt wird, ist noch unklar. Fest steht allerdings, dass Baumi seinen Nachfolger, sobald dieser gefunden ist, in den kommenden Monaten in einer „Einarbeitungsphase" auf seine neue Aufgabe vorbereiten wird.