"Philipp ist in einer beeindruckenden Form"

Jaaaaa! Philipp Bargfrede jubelte nach seinem Ausgleichstreffer gegen Hoffenheim mit Eljero Elia (Foto: nph).
Profis
Montag, 21.04.2014 // 12:37 Uhr

Als Philipp Bargfredes Direktabnahme in der 18. Spielminute im linken oberen Torwinkel landete, wusste Werders Mittelfeldmann noch gar nicht, dass er sich mit diesem Treffer selbst die Krone aufsetzen sollte. Die Krone für eine starke Leistung, auch über die weiteren 72 Minuten. Der neutrale Beobachter könnte meinen, dass Bargfrede seit seiner Vertragsverlängerung vor einem Monat beflügelt daherkommt. Doch der Defensivakteur selbst wiegelt ab: „Ich bin einfach nur froh, nach meiner langen Verletzung wieder auf dem Platz stehen zu dürfen. Ich bin durch diese harte Verletzungszeit gelassener geworden. Davon profitiere ich vielleicht etwas."

Aufgrund einer Außenmeniskusverletzung fehlte der 25-Jährige in den ersten 13 Saisonspielen. Auch im Jahr davor mussten die Grün-Weißen lange auf ihn verzichten. Erst zwickte die Achillessehne, dann schmerzte der Meniskus. Ausgerechnet im 14. Ligaspiel, das Hinrundenduell gegen die TSG 1899 stand an, feierte Bargfrede sein Comeback. Der Mann mit der 44 auf dem Rücken wurde in der 70. Minute eingewechselt und sorgte mit seinem Treffer zum 4:4 in der Nachspielzeit für einen Punktgewinn. Ein Punkt für die Moral, und das bei seinem allerersten Tor in der höchsten deutschen Spielklasse.

Abheben verboten!

Beim 2:0 in Nürnberg folgte Bundesligator Nummer zwei, ehe er seine Quote im Rückrundenspiel gegen Hoffenheim am Samstag auf drei Treffer hochschraubte. „Ich habe das Tor abends noch einmal in der Zusammenfassung gesehen. Der Ball war ja noch leicht abgefälscht, das hatte ich so gar nicht wahrgenommen. Das ist mir aber auch egal. Ich freue mich einfach über diese drei Punkte. Denn sie sind ganz wichtig für uns." Wichtig, da „wir jetzt einen guten Abstand auf die Abstiegsplätze haben. Ich denke, da wird nicht mehr so viel passieren", glaubt Bargfrede.

Ebenso wie Raphael Wolf, der kurz vor Schluss einen Elfmeter hielt, muss auch Bargfrede eher in die Kategorie 'bodenständiger Sieger' eingeordnet werden. „Wenn ich gute Leistungen zeigen kann, freue ich mich natürlich darüber. Doch das ist jetzt kein Grund, um verrückt zu spielen. Wenn es nicht so gut läuft, versuche ich gelassen zu bleiben. Wenn es gut läuft, hebe ich nicht gleich ab."

So müssen andere Verantwortliche beim SV Werder lobende Worte für Bargfredes Leistung finden. „Philipp hat mir sehr gut gefallen. Er hat auch schon gegen Schalke und in Hannover stark gespielt. Er ist derzeit in einer guten, beeindruckenden Form", so Cheftrainer Robin Dutt. Und Thomas Eichin, Werders Geschäftsführer Sport, sagt: „Bargi war unglaublich präsent und zweikampfstark. Er hat alles dabei gehabt, sogar ein Tor geschossen. Er hat mir richtig gut gefallen."

Sein Schuss als größte Waffe? "Im Moment schon"

Auffällig dabei: sein Schuss! In Sinsheim knallte er das Leder aus elf Metern in die Ecke, in Nürnberg aus etwa 26 Metern, und auch gegen Hoffenheim traf er mit einem mehr als sehenswerten Treffer aus der Distanz. Auf die Frage, ob seine Schusstechnik seine größte Stärke sei, antwortet Bargfrede mit einem Lachen: „Im Moment schon."

Drei Spiele hat Philipp Bargfrede noch Zeit, seine Schussqualitäten unter Beweis zu stellen. Dann wird der Deckel auf die Saison 2013/2014 gesetzt. Wo landet der SV Werder um Bargfrede und Co. nach dem letzten Ligaspiel in Leverkusen? „Es kann nicht unser Anspruch sein, am Ende auf Platz 15 zu stehen. Wir wollen so weit nach oben, wie es noch geht. Dafür brauchen wir möglichst viele Punkte", so die Zielvorgabe des 25-Jährigen.

von Timo Volkmann