Träumen ist noch erlaubt in Gladbach

Im Hinspiel trug Kevin De Bruyne (M.) entscheidend zum 4:0-Erfolg gegen Gladbach bei. So auch im Rückspiel?
Bundesliga
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Am kommenden Samstag, 9. März 2013, steht für Werder Bremen um 18:30 Uhr das nächste Auswärtsspiel in der Fußball-Bundesliga an. Für die Grün-Weißen geht die Reise am 25. Spieltag an den Niederrhein, die Fohlen-Elf aus Gladbach wartet.

Am kommenden Samstag, 9. März 2013, steht für Werder Bremen um 18:30 Uhr das nächste Auswärtsspiel in der Fußball-Bundesliga an. Für die Grün-Weißen geht die Reise am 25. Spieltag an den Niederrhein, die Fohlen-Elf aus Gladbach wartet. Eine schwere Aufgabe für die Mannschaft von SVW-Coach Thomas Schaaf. Der Formpfeil bei der Borussia zeigt aktuell wieder leicht nach oben und darüber hinaus gibt es für die Bremer durchaus beliebtere Gastspiele. Von den letzten sieben Auftritten in Gladbach konnte Werder nur eine Partie für sich entscheiden.

Borussia Mönchengladbach gegen Werder Bremen - wenn diese beiden Klubs aufeinander treffen, sind für die Heimmannschaft oft Punkte garantiert. Die Gladbacher konnten an der Weser bereits seit über 25 Jahren nicht mehr gewinnen und auch Werder tat sich in der Vergangenheit oft schwer im Borussen-Park oder damals noch im Bökelbergstadion. Der letzte Sieg der Grün-Weißen ist jedoch kein Vierteljahrhundert her: Im Oktober 2010 gewann die Schaaf-Truppe mit 4:1 in der Ferne. Die Tore erzielten damals Marko Marin, Wesley, Aaron Hunt, Claudio Pizarro und Per Mertesacker, wobei Letzterer mit einem Eigentor für Gladbach traf. Von den Akteuren, die sich damals in die Torschützenliste eintrugen, wird bei der Neuauflage nur noch Hunt mit von der Partie sein.

Verletzungspech in Bremen

Aaron Hunt (l.) war beim letzten Auswärtssieg der Bremer in Gladbach dabei. Nun soll der nächste folgen.

Und eben jener Hunt erlebt derzeit turbulente Tage bei Werder Bremen. Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge (Freiburg, Bayern, Augsburg) hat das Team im Mittelfeld an Boden verloren, steht sieben Punkte vor einem Relegationsplatz. Zum dazugehörigen Medienrummel gesellten sich in dieser Woche noch schwerwiegendere Rückschläge. Erst verletzte sich am vergangenen Sonntag Joseph Akpala (Innenbandriss), ehe sich am Dienstag kurioserweise gleich drei der vier Torhüter in die Verletztenliste einreihten. Am schlimmsten traf es Raphael Wolf, der mit einem Kreuzbandriss lange ausfallen wird. Und auch Kevin De Bruyne (Patellasehne) brach am Mittwoch das Training ab - sein Einsatz in Gladbach noch unsicher.

Darüber hinaus werden Sebastian Prödl und Sokratis (jeweils rot- und gelbgesperrt) in Gladbach fehlen. „Wie der Kader sich letztendlich zusammensetzt für das Spiel, müssen wir noch abwarten", erklärte Thomas Schaaf auf der offiziellen Pressekonferenz vor der Partie. Weiter mahnte der Coach: „Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass es in Gladbach von alleine läuft. Wir müssen uns noch mehr konzentrieren, müssen größeren Einsatz leisten, um zurück in die Spur zu finden." Das sieht auch Manager Thomas Eichin so, der darüber hinaus an das Team aber auch an das Umfeld appellierte, sich gegen die schlechte Stimmung zu wehren: „Ich sehe, wie hier gearbeitet wird und deshalb empfinde ich keine große Drucksituation." Angesprochen auf den kommenden Gegner, seinem früheren Verein Gladbach, erklärte er: „Ich habe sie über Jahre hinweg verfolgt. Zuletzt haben sie ein hervorragendes Jahr gespielt und auch jetzt sind sie wieder gut drauf und spielen geschickten Fußball."

Max Eberl: „Wir sind da“

Einmal Europa und zurück? Nicht, wenn es nach den Gladbacher Vorstellungen geht, die sich trotz des Ausscheidens gegen Lazio Rom im Sechzehntelfinale langfristig international etablieren wollen.

Die Formkurve der Gladbacher zeigt tatsächlich nach oben. Der etwas glückliche 1:0-Auswärtserfolg in der Vorwoche gegen Eintracht Frankfurt war wichtig, um den Anschluss zu den Europacup-Plätzen nicht zu verlieren. Im Gegensatz zu Bremen ist das Träumen vom internationalen Geschäft in Gladbach noch erlaubt. Ohnehin hat das Team von Trainer Lucien Favre sich in dieser Saison oft als starker Gegner präsentiert, insbesondere wenn es gegen die Top Drei der Liga ging. Gegen Bayern und Dortmund (jeweils 1:1), sowie gegen Leverkusen (3:3) stemmten sich Juan Arango, Luuk de Jong und Co. zuletzt so sehr, dass es immerhin zu verdienten Punkteteilungen reichte.

Mit einem Unentschieden am kommenden Samstagabend könnten die Bremer allerdings sicher zufriedener sein, als die Borussen. Diese wollen mit einem Sieg ihren Positivtrend bestätigen, um auch in der kommenden Saison auf europäischer Bühne zu tanzen. Erst vor kurzem schied das Favre-Team in der K.O.-Runde vor dem Achtelfinale gegen Lazio Rom aus. Danach holte die Mannschaft aus zwei Spielen vier Punkte. Für Sportdirektor Max Eberl ein gutes Zeichen: „Das war eine super Reaktion auf das Ausscheiden in Rom, und das richtige Signal, dass wir da sind." Wenn nun die Bremer und im darauffolgenden Spiel Hannover 96 kommen, erwartet Eberl Spiele „auf des Messers Schneide." Entgegen Eberls Erwartungen für das Rückspiel war das Hinspiel eine eindeutige Angelegenheit. Werder gewann 4:0 und hätte sicher nichts dagegen, dieses Erlebnis zu wiederholen.

Von Cord Sauer