Drei Hochzeiten und ein großes Ziel

Augen zu und durch - ein mögliches Motto von vielen beim Rückrundenauftakt der Bundesliga. Bremen empfängt Dortmund.
Bundesliga
Donnerstag, 17.01.2013 // 13:21 Uhr

Das erste Pflichtspiel des neuen Jahres wird für Werder Bremen gleich zu einem echten Kracher. Am Sonnabend, den 19.1.2013, empfangen die Grün-Weißen im Abendspiel um 18.30 Uhr ...

Das erste Pflichtspiel des neuen Jahres wird für Werder Bremen gleich zu einem echten Kracher. Am Sonnabend, 19.01.2013, empfangen die Grün-Weißen im Abendspiel um 18.30 Uhr keinen geringeren als den deutschen Meister Borussia Dortmund im Bremer Weser-Stadion. Der BVB hat sich für die Rückrunde ein großes Ziel gesteckt und möchte in allen drei Wettbewerben für Furore sorgen. Nicht zuletzt für dieses Vorhaben konnte in der Winterpause ein großer Transfercoup vermeldet werden, denn: der verlorene Sohn ist zurück.

Einmal Dortmund, Madrid, Liverpool und zurück: Nuri Sahin, einer der Garanten der Dortmunder Meistermannschaft 2011, ist wieder zu Hause. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc konnten Sahin für die Rückrunde und die komplette darauffolgende Saison von Real Madrid ausleihen. Der 24-jährige Türke, der sich nach einer langen Verletzung bei den Königlichen nie durchsetzen konnte und auch an der Anfield Road in Liverpool sein Glück nicht fand, kehrt damit zurück in die Bundesliga. Für ihn eine Herzensangelegenheit: „Ich bin absolut glücklich, wieder zu Hause zu sein. Dortmund ist meine Stadt, mein Verein", erklärte Sahin im Zuge seiner Rückkehr.

Fünf Spieler für zwei Positionen

Zurück im schwarz-gelben Revier: Nuri Sahin.

Bei seinem Verein und besonders bei seinem alten und neuen Cheftrainer Jürgen Klopp sorgt Sahin nun endgültig für ein „Luxusproblem im Mittelfeld", wie er selbst sagt. Neben Sebastian Kehl, Ilkay Gündogan, Sven Bender und Moritz Leitner gehört Sahin zum Kreis derer, die auf der „Doppel-Sechs" spielen wollen. Fünf Spieler für zwei Positionen - es lebe das Rotationsprinzip. Ein weiterer Klopp-Schützling hat den Konkurrenzkampf im BVB-Mittelfeld derweil aufgegeben und ist zu einem Ligarivalen gewechselt: Ivan Perisic schnürt seine Fußballschuhe seit Anfang Januar für den VfL Wolfsburg.

Doch auch ohne den Kroaten bleibt die Offensive der Schwarz-Gelben mit Mario Götze, Marco Reus und Co. auf internationalem Topniveau. Und genau dieser Status soll im ersten Halbjahr des neuen Kalenderjahres 2013 weiter gefestigt werden. Neben den zwei nationalen Wettbewerben, wo ein möglicher Weg zu Titeln nur über den FC Bayern München führt, geht es auch in der Königsklasse weiter. Nachdem die Borussia die Vorrunde souverän als Gruppenerster überstand und die jeweiligen Landesmeister Manchester City, Real Madrid und Ajax Amsterdam auf die hinteren Plätze verwies, wartet ganz Dortmund jetzt auf das Achtelfinale der Champions-League. Mitte Februar wartet dort Schachtar Donezk.

„Dicke Socken und Moonboots“ gegen die Kälte

Marcel Schmelzer (l.) und Memo Ekici (r.) erinnern sich gut: beim letzten Gastspiel des BVB im Oktober 2011 verlor Werder 0:2.

Bevor es zu einer nächsten Sternstunde auf europäischem Parkett kommen könnte, geht es für den BVB zunächst ins Weser-Stadion. Werder bittet zum Rückrundenauftakt und hat gegen Dortmund sicher noch etwas gerade zu rücken, hatten die Grün-Weißen doch im Hinspiel über die volle Spielzeit gut mitgespielt, sich als Gegner auf Augenhöhe erwiesen und doch unglücklich verloren (1:2). Daran erinnert sich auch Werder-Trainer Thomas Schaaf, der zugleich voraus schaut: „Wir haben in Dortmund ein interessantes Spiel gezeigt und den BVB vor das eine oder andere Problem gestellt. Das muss uns auch jetzt wieder gelingen, hoffentlich mit einem besseren Ergebnis."

Nach einem guten Trainingslager in Belek und vier Testspielen, von denen keines verloren wurde (3 Siege, 1 Remis), geht Werder mit breiter Brust in die Partie. Und auch sonst zeigt sich Schaaf gut vorbereitet. Gegen die zu erwartenden eisigen Temperaturen am Wochenende gäbe es laut Werder-Coach nur ein Mittel: „Dicke Socken und Moonboots." Man muss wahrlich kein Prophet sein um zu erahnen, dass weder die Bremer noch die Dortmunder am Samstag mit Schneestiefeln auflaufen werden. Beide Teams setzen darauf, dass den Spielern in einer heißen Partie auch ohne Hilfsmittel warm wird. Ein umkämpfter Pflichtspielauftakt 2013 ist also garantiert. Für BVB-Trainer Klopp ist es zugleich der Startschuss für eine ereignisreiche Halbserie. Auf drei Hochzeiten will er mit seinem Klub tanzen und dabei möglichst eine gute Figur machen. Deshalb gibt es trotz Dreierbelastung für den Coach nur ein großes Ziel: „Wir wollen einfach die beste Rückrunde spielen, die möglich ist."

Von Cord Sauer