Doppelpack-Memo: Ein kleines bisschen Comeback

„Ja, is' denn heut' scho' Weihnachten? Mehmet Ekici und Aaron Hunt freuen sich über ihre Treffer beim Sieg in Stuttgart.
Profis
Samstag, 09.02.2013 // 18:50 Uhr

Die Unterstützung für den türkischen Nationalspieler wurde schon auf dem Feld deutlich, als er nach seinem Traumtor in den Winkel von einer ganzen Spielertraube „begraben" wurde. Wirklich jeder Grün-Weiße wollte mit ihm jubeln. Kapitän Aaron Hunt dazu: „Wir haben doch alle mit ihm mitgefiebert. Wir haben gesehen, wie er immer weitergemacht hat, auch als es nicht so lief und ihm die Daumen gedrückt. Wir haben ihn nie hängen lassen, denn wir wussten, was er kann. Die ganze Mannschaft gönnt ihm diese Tore."

Nein, als Comeback wollte er dieses Spiel mit seinem ersten Doppelpack im Werder-Trikot nicht beschrieben wissen. Mehmet Ekici, der Mann des Spiels, der Mittelfeldspieler, der zu Beginn der Saison mehrere Partien sogar von der Tribüne aus sehen musste, war dennoch sehr glücklich, dass ihm endlich wieder ein Ausrufezeichen gelungen war. „Comeback wäre doch zuviel gesagt. Es ist ja nicht so, dass ich hier noch keine Spiele gemacht habe. Sicher lief es nicht immer so, wie ich mir das vorgestellt habe, aber ich wusste immer, was ich kann. Und ich habe mit einer Mannschaft und einem Trainer gearbeitet, die mir immer den Rückhalt gegeben haben, den man in schwierigen Phasen braucht. Ich bin heute wirklich sehr glücklich", so der 22-Jährige.

Auch Keeper Sebastian Mielitz gehört zu den Ekici-Fans: „Das freut mich für Memo. Wie er sich in den letzten Monaten trotz des Gegenwinds entwickelt hat, ist beeindruckend." Verteidiger Lukas Schmitz fügte an: „Es ist der Konkurrenzkampf im Team, der ihn weitergebracht hat. Das macht uns alle besser. Wir haben eine gute Breite im Kader, das Niveau beim Training ist sehr hoch, die Stammplätze sind begehrt. Das hilft jedem weiter."

Für Cheftrainer Thomas Schaaf war die erneute Nominierung Ekicis in die Startelf schon vor ein paar Tagen klar: „Memo stand nach der Partie gegen Hannover 96 nicht zur Diskussion. Wir sehen endlich die Sachen, die wir erwarten, die wir von ihm schon gesehen haben. Er bringt sich voll ein und hat auch den Zug zum Tor mit dem entspechenden Abschluss. Dass er das kann, hat er heute gezeigt."

Und wie Mehmet Ekici das heute gezeigt hat! Die Szene seines schönsten Treffers, der Freistoß in den Winkel, wird ihm heute noch lange im Kopf bleiben. „Naja, es ist ja ohnehin so, dass man nach solchen Spielen fast nicht einschlafen kann. An den Freistoß werde ich wohl noch ein bisschen denken. Ich stand mit Aaron am Ball, er hatte es ein paar Minuten zuvor an der gleiche Stelle probiert. Deswegen wollte ich es versuchen. Und das war die richtige Entscheidung", grinste Ekici. Hunt sah es genauso: „Für die Freistöße sind Memo, Kevin und ich eingeteilt. Mein erster Versuch war nicht so gut, deswegen war es ohne große Worte klar, dass Memo dran ist."

Das Ende ist bekannt. Lattenunterkante und rein! Ein Spiel mit den ersten Ekici-Treffern nach November 2011. Ein bisschen Comeback war es dann doch.

 

Aus Stuttgart berichtet Michael Rudolph