Dem Trainer sei Dank - Werders Stürmer treffen dreifach

Erzielte den wichtigen Führungstreffer in der 37. Spielminute: Nils Petersen.
Profis
Samstag, 20.10.2012 // 22:31 Uhr

„Wir haben alle hart dafür gearbeitet", so die simple Erklärung von Petersen. Hart gearbeitet - damit dürfte der 23-Jährige auch die Extra-Einheit mit Cheftrainer Thomas Schaaf meinen, der schon am Donnerstag auf der Pressekonferenz scherzte und sagte: „Ich habe Nils gezeigt, wo das Tor steht." Nach der Begegnung gegen den Europa- League-Teilnehmer ergänzte der Bremer Coach süffisant: „Wir haben ein Tor hingestellt und drauf geschossen. Das ist ganz neu, das haben wir vorher noch nie geübt", relativierte Schaaf anschließend aber schnell und gab zu Protokoll: „So einfach ist es nicht."

Am Ende war es ein perfekter Abend im Weser-Stadion. Der SV Werder bezwang Borussia Mönchengladbach in beeindruckender Manier, blieb ohne Gegentor und traf selbst viermal ins Schwarze. In Person von Nils Petersen, Marko Arnautovic und Niclas Füllkrug trugen sich dabei gleich drei Stürmer in die Torschützenliste ein und polierten die Bilanz der Abteilung „Attacke" deutlich auf.

Einen Beitrag dürfte die Torschuss-Einheit aber tatsächlich geleistet haben. „Das Training hat mir Sicherheit und ein gutes Gefühl gegeben", verrät Petersen. „Aber es ist schon kurios, dass ich unter der Woche gefühlte 300 Mal auf das Tor geschossen, aber heute mit dem Kopf getroffen habe." Ob Kopf, ob Fuß - das dürfte der Leihgabe vom FC Bayern recht egal gewesen sein, zu wichtig war dieses Tor „für die Mannschaft und natürlich auch für mich persönlich. Vor der Führung hatten wir keine großen Chancen, danach ist uns alles etwas leichter gefallen."

Dass sich die Zuschauer im Stadion nicht direkt sicher waren, ob der Kopfball von Petersen bei dem Rettungsversuch von Tony Jantschke tatsächlich hinter der Linie war, störte den Stürmer ebenfalls nicht. „Ich habe direkt gesehen, dass der Ball hinter der Linie war - wahrscheinlich auch deswegen, weil ich unbedingt wollte, dass der Ball reingeht. Aber es war ja dann doch auch sehr eindeutig und es war ein super Gefühl."

Richtig in Wallung brachte die 42.100 Zuschauer im Weser-Stadion dann anschließend das Tor von Marko Arnautovic kurz vor dem Pausenpfiff. Der Österreicher überlupfte nach tollem Zuspiel von Aaron Hunt den herausstürmenden Marc-André ter Stegen und markierte das 2:0. „Der Pass von Aaron war überragend. Ich musste nicht abbremsen, es war genau meine Laufrichtung", lobte Arnautovic den Vorlagengeber. „Das war mein erstes Tor in dieser Saison, darauf habe ich sehr lange gewartet. Ich hoffe der Knoten ist jetzt geplatzt und es geht so weiter."

Einen Lauf hatte Arnautovic auf jeden Fall beim anschließenden Jubel. Mit den zu einem Herzen geformten Händen rannte der 23-Jährige zur Tribüne. „Mein Bruder saß im Stadion. Das Herz galt aber nicht nur ihm, sondern meiner ganzen Familie. Meine Frau hat vor dem Spiel zu mir gesagt, dass ich endlich treffen und das Tor unserer Tochter widmen soll, das habe ich getan." Auftrag ausgeführt. Doch damit war der Jubel noch nicht beendet. Nach dem Spiel ging es für Arnautovic als Taktgeber zu den Fans in die Ostkurve. „Das war das erste Mal das ich bei den Fans war. Aber da feiern alle mit, schließlich haben wir als Mannschaft gewonnen." Und für einen perfekten Abend gesorgt.

aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas, Michael Rudolph und Timo Volkmann