Zwei-Siege-Fluch gestoppt, am Boden geblieben

Erschöpfte, aber glückliche Werder-Profis: Mit dem 4:1 in Stuttgart gelang der erste Doppelsieg nach 15 Monaten.
Profis
Samstag, 09.02.2013 // 21:34 Uhr

Es ist vollbracht! Die Grün-Weißen haben den zweiten Sieg in Folge eingefahren. Was ihnen im gesamten Kalenderjahr 2012 nicht vergönnt war, sicherten sie sich in Stuttgart mit einer „eiskalten" Vorstellung - abgeklärt, torhungrig, erfolgreich. Zu den vier Treffern und drei Punkten kam außerdem jede Menge Selbstvertrauen und Teamgeist. Ausdruck dafür war nicht zuletzt der geschlossene Kreis nach dem Spielschluss. Statt wilder Freudentänze, eine letzte Ansprache nach dem erfolgreichen Arbeitstag. In der Mixed-Zone wirkte es anschließend, als wurde in dieser Runde Bodenständigkeit und Konzentration gepredigt. Kein Werder-Profi präsentierte sich anschließend als jubilierender Sieger, sondern eher als konzentrierter Teilnehmer nach Start einer hoffentlich erfolgreichen Mission.

So stapfte Kapitän Aaron Hunt nach dem 4:1-Auswärtssieg vor die Mikrofone und bilanzierte. „Ich bin nicht richtig zufrieden. Wir können sicher viel mehr. Wenn man beide Phasen zu Beginn der Halbzeit zusammenrechnet, haben wir 25 Minuten keinen guten Fußball gespielt." Auf Nachfrage, ob das nicht etwas zu zurückhaltend wäre, antwortete der Torschütze. „Ich kann mich nicht hier hinstellen und erzählen, dass alles toll war, nur weil alles jetzt eine Sieger-Geschichte schreiben wollen. Fakt ist: Es war nicht alles super. Wir haben Stuttgart nicht an die Wand gespielt. Wir hatten das Glück, die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht zu haben. Diese ganze Geschcihte mit den beiden Siegen in Folge ist für mich kein Thema. Das ist doch keine Serie. Wir sind gut beraten, jetzt nur an die Partie gegen Freiburg zu denken."

Die Teamkollegen äußerten sich nach der Partie ähnlich: WERDER.DE hat die wichtigsten Aussagen notiert:

Über die Bedeutung des Hannover-Siegs aus der Vorwoche:

Thomas Schaaf: „Nach dem Ausgleich der Stuttgarter hätte das Spiel auch noch mal kippen können. Aber wir hatten das Selbstvertrauen, das uns half, diese Situation zu überstehen und unseren Weg weiterzugehen. Da hat keiner plötzlich verrückt gespielt. Dafür war sicher auch die Partie gegen Hannover in der vergangenen Woche hilfreich. Auch dieser Sieg heute wird uns in dieser Hinsicht wieder weiterhelfen."

Sebastian Mielitz: „Wir haben fest daran geglaubt, dass wir dieses zweite Spiel in Folge gewinnen können. Das Hannover-Spiel in der Vorwoche war dafür ganz wichtig. Das waren heute wirklich ganz andere Voraussetzungen. Wir sind hier in Stuttgart mal mit einem richtig guten Gefühl in ein Spiel gegangen. Das konnte man merken, auch als es nicht gleich lief. Es stimmt einfach in dieser Mannschaft."


Zum holprigen Werder-Start in die Partie:

Thomas Schaaf: „Der VfB hat zu Beginn richtig losgelegt. Wir waren zu passiv und sind unter Druck geraten, sodass wir zwei sehr große Möglichkeiten der Stuttgarter überstehen mussten. Dann haben wir aber langsam besser ins Spiel gefunden und einen sehr ordentlichen Auftritt hingelegt."

Lukas Schmitz: „Wir haben zwar insgesamt gut gestanden, doch wir haben auch wieder mehr Chancen zugelassen als in der letzten Woche. Da müssen wir aufpassen und in den kommenden Tagen wieder ansetzen. Im Spiel nach vorn hätten wir auch wieder viel früher die Treffer zwei und drei machen können. Zum Glück ist uns das am Ende dann noch gelungen."

Sebastian Mielitz: „Das war ein ganz komisches Spiel heute, irgendwie zerfahren und ungeordnet. Ich hatte zwar nicht soviel zu tun, doch man musste sehr konzentriert bleiben. Wir haben uns zu Beginn beider Halbzeiten schwer getan. Das Gegentor wurmt mich natürlich. Das wird heute Abend noch an mir nagen, denn ich hätte nicht nur gern zwei Mal in Folge gewonnen, sondern auch zwei mal in Folge zu Null gespielt. Gut, am Ende musste ich die Kugel nur einmal aus dem Netz holen, Rückenschmerzen sind mir da erspart geblieben."

Zur Tabellensituation:

Thomas Schaaf: „Ich freue mich heute nur über die Leistung der Mannschaft. Wenn wir weiter Punkte sammeln, kommen in der Tabelle automatisch interessante Konstellationen zustande. Wir lassen uns von diesen Situationen aber nicht immer hin und her reißen. Wir sollten jetzt die volle Konzentration auf die Partie gegen Freiburg richten. Der Erfolg kommt über die Beständigkeit."

Lukas Schmitz: „Wir sollten jetzt nicht so viel darüber reden, sondern weiter arbeiten und punkten."

 

Aus Stuttgart berichtet Michael Rudolph