Ärgernis des Spiels: Klares Chancenplus reicht nicht zum Sieg

Es sollte nicht sein! Petersen und Co. holten in der Fürther Trolli ARENA nur ein 1:1-Remis beim fränkischen Aufsteiger.
Profis
Samstag, 27.10.2012 // 19:52 Uhr

Nils Petersen probierte es - und scheiterte. Wenige Sekunden später wollte Marko Arnautovic die Chance nutzen - und scheiterte ebenfalls. Die beiden Werderaner fanden ihren Meister in dieser Szene jeweils in Fürths Keeper Max Grün, der zweimal glänzend parierte. Die Doppelchance in der 59. Minute stand sinnbildlich für den Verlauf der Bundesliga-Partie des SV Werder bei Liganeuling Greuther Fürth. Die Grün-Weißen hatten viele, viele Chancen, doch in 90 Minuten konnten sie nur eine einzige nutzen. Die Folge: Ein Remis in Mittelfranken, mit dem sich niemand zufrieden geben wollte. Klaus Allofs formulierte bereits unter der Woche: „Mittelfristig wollen wir zurück nach Europa. Dafür brauchen wir aber auch Auswärtssiege. Nur mit guten Resultaten zuhause erreicht man dieses Ziel nicht, es gehören auch Auswärtssiege dazu." In Fürth sollten also drei Punkte her, es wurde aber nur ein Pünktchen. „Mit einem Sieg wären wir nach ganz oben durchgeschossen, deshalb ärgere ich mich, dass wir nur einen Punkt geholt haben", zeigte sich Allofs nach dem Spiel beim Aufsteiger unzufrieden.

Weiter Aussagen und Stimmen aus der Mixed Zone der Trolli ARENA in Fürth hat WERDER.DE für Sie thematisch zusammengetragen:

Zum Spielausgang:

Thomas Schaaf: „Das war eine sehr intensive Begegnung. Beide Mannschaften wollten unbedingt den Erfolg. Leider ist Fürth das erste Tor gelungen. Danach waren wir aber gut im Spiel. Ich glaube, dass heute mehr drin gewesen wäre, aber jetzt müssen wir mit dem Punkt leben. Wir haben uns über weite Strecken des Spiels gut präsentiert, haben es aber verpasst ein Tor nachzulegen und dann reicht es eben nicht für einen Sieg. Wir sind heute auch auf einen Gegner getroffen, der sich mit aller Macht dagegen gewehrt hat."

Sebastian Prödl: „Im Großen und Ganzen haben wir heute auswärts ein gutes Spiel abgeliefert - darauf können wir aufbauen. Kann sein, dass die Doppelchance der Knackpunkt war. Danach ist das Spiel von unserer Seite her etwas abgeflacht. Da haben wir uns unserem Schicksal ergeben, obwohl noch genug Zeit war. Am Ende ist der eine Punkt zu wenig. Wir waren die bessere Mannschaft, hatten die besseren Chancen. Es ist uns aber nicht gelungen, die zu nutzen."

Nils Petersen: „Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht, haben uns viele hochkarätige Chancen herausgespielt. Wenn man dann aber von zehn guten Möglichkeiten nur eine nutzt, dann müssen wir uns das ankreiden. Dennoch lässt sich auf die Leistung aufbauen, da wir ähnliche Spiele auch schon ganz abgeschenkt haben. Heute haben wir zumindest noch einen Punkt geholt."

Zlatko Junuzovic: „Es ist ein sehr, sehr gemischtes Gefühl. Wir waren eindeutig das bessere Team, hatten die deutlich besseren Chancen - Fürth hat sich auf das Kontern beschränkt. Leider haben wir den Gegner einmal zum Tore schießen eingeladen und konnten selber nur eine Möglichkeit nutzen."

Sebastian Mielitz: „Am Ende müssen wir mit dem einen Punkt leben. Es ist schade, dass wir nicht mehr erreicht haben, wir wollten heute unbedingt gewinnen. Dennoch werden wir jetzt auf diesem Spiel aufbauen, wir haben zuletzt auswärts nicht so viele Punkte geholt. Am Anfang habe ich gedacht: Nicht schon wieder. Noch wacher halten, noch mehr aufmuntern, noch mehr Hilfestellungen geben. Daran werden wir in den nächsten Tagen weiter arbeiten."

Klaus Allofs: „Heute haben wir es sicher über weite Strecken besser gemacht, als in Augsburg, aber es hätten zwei Punkte mehr sein können. Wir müssen dazulernen und uns verbessern."

Zum wiederholt frühen Rückstand:

Sebastian Prödl: „In der Anfangsphase waren wir nicht nah genug an den Leuten. Das Tor spielen die Fürther gut raus, aber wir hätten das natürlich verhindern können. Im Gegensatz zu Augsburg war das heute aber ein Weckruf. Danach haben wir unser Spiel durchgebracht."

Marko Arnautovic: „Die ersten zehn Minuten haben wir verschlafen, das darf uns nicht passieren. Danach haben wir unser Spiel aufgezogen und uns viele Chancen erspielt. Schade, dass wir nur eine Möglichkeit nutzen konnten und nicht zwei oder drei."

Nils Petersen: „Der Rückstand ist unnötig. Wir haben lange darüber gesprochen, dass wir von Anfang an da sein müssen. Die hatten die ersten vier Spiele kein Tor gemacht und dann bekommen die in den ersten zehn Minuten so ein Geschenk. Damit baut man den Gegner auf und macht das Publikum heiß und laut. Bis auf die ersten zehn Minuten, die wir verschlafen haben, haben wir unser Spiel aufgezogen. Wir hatten gefühlt 70 Prozent Ballbesitz und eine Vielzahl an Chancen."

Thomas Schaaf: „Wir sind gut gestartet, aber in der Situation haben wir einen Fehler begangen."

Zur Doppelchance in der 59. Spielminute:

Marko Arnautovic: „Bei der Chance haben wir einfach zu ungenau gezielt, da hätten wir mehr in die Ecken schießen müssen. Da hat uns das Glück gefehlt. Der eine Punkt ist angesichts der vielen Chancen, die wir hatten, viel zu wenig."

Thomas Schaaf: „Wir sind sehr, sehr gut in die zweite Halbzeit gekommen. Die deutlichste Phase hatten wir dann bei der Doppelchance rund um die 60. Minute. In dieser Szene hätten wir das Tor machen müssen. Danach stand der Gegner tiefer gestaffelt und wir hatten nicht mehr die Ruhe in unserem Spiel."

Zlatko Junuzovic: „Ein Punkt auswärts ist grundsätzlich ganz okay, aber wir hatten genug Chancen, damit mehr dabei rumkommt. Der Doppelchance trauere ich ein bisschen hinter her."

Ausblick auf das Mainz-Spiel:

Zlatko Junuzovic: „Die ersten zehn Minuten haben wir verpennt, danach sind wir aufgewacht und haben unser Spiel durchgebracht und eine gute Reaktion gezeigt. Auf dem Punkt werden wir aufbauen. Jetzt werden wir die Woche hart arbeiten und dann gegen Mainz haben wir wieder ein Heimspiel und wollen da wieder gewinnen."

Klaus Allofs: „Natürlich hatten wir viele Chancen, aber auswärts muss auch mal ein Tor für einen Sieg reichen. Nächste Woche gegen Mainz wollen wir wieder so spielen wie gegen Gladbach. Da nehmen wir einen neuen Anlauf."

aus Fürth berichtet Dominik Kupilas