Viel Alu, ein offener Schlagabtausch, aber null Punkte

Das Ende der Mini-Serie: Die Werder-Profis zeigten sich nach der 2.3-Heimniederlage gegen Freiburg niedergeschlagen.
Profis
Samstag, 16.02.2013 // 19:36 Uhr

Fast ratlos standen die Werder-Profis noch Minuten nach dem Schlusspfiff auf dem Platz. Keiner konnte richtig verstehen, was passiert war. Warum sie den Schwung aus zwei starken Spielen in Folge nicht nutzen konnten? Warum sie innerhalb einer Halbzeit so schwankende Leistungen zeigten? Warum sie gegen den SC Freiburg mit 2:3 verloren hatten? Beispielhaft für alle stand Stürmer Nils Petersen mittendrin. „Es ist noch nie passiert, dass ich zwei Tore mache und hinterher keinen Grund zum Lachen habe", so der Stürmer, der seinen zweiten Heimspiel-Doppelpack in Folge machte, aber auch mehrfach knapp scheiterte. Trotz aller Enttäuschung stellten sich die Bremer im Anschluss den Fragen der Medienvertreter zu den Themen des Spiels.

Zum Spielverlauf:

Thomas Eichin: "Das war ein schweres Spiel gegen die Freiburger. Man konnte sehen, dass wir uns gute Chancen erspielen konnten, wenn wir sie unter Druck gesetzt haben. Wenn alle richtig mitgemacht haben, aber das ist uns leider nicht konsequent gelungen. Die Freiburger stehen nicht umsonst da oben in der Tabelle, man muss sie 90 Minuten beschäftigen, wenn man die Punkte behalten will."

Thomas Schaaf: "Ich ärgere mich, dass wir die Dinge, die uns in den letzten beiden Spielen ausgemacht haben, heute nur bruchstückhaft gezeigt haben. Ich ärgere mich, weil ich weiß, dass meine Mannschaft viel besser spielen kann. Wir haben zu viele Fehler gemacht, waren einfach zu passiv. Man kann der Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie zu wenig nach vorn gemacht hat, aber sie hat in allen Bereichen zu fehlerhaft gespielt. Wir haben sogar in der ersten Viertelstunde gut angefangen, sind dann aber immer weiter zurückgewichen. Die Freiburger haben dann auch das Pass-Spiel, um daraus Nutzen zu schlagen."

Nils Petersen: "Wir haben die erste Halbzeit total verschlafen, standen völlig neben den Schuhen. Das war eine der schlechtesten Halbzeiten von uns und nach so einer Halbzeit ist es dann schwer, wieder zum eigenen Spiel zu finden. Das ist uns zwar gelungen, aber am Ende ist der Sieg für die Freiburger nicht unverdient. Nach dem 2:2 hatten wir einige gute Möglichkeiten, da haben wir auch ein bisschen Pech und scheitern mehrfach am Aluminium. Wenn wir da treffen, geht das Spiel anders aus. Das 2:3 fällt dann nach einer Standardsituation. Da waren wir eigentlich in Überzahl. Da haben wir es dem Gegner zu einfach gemacht. Heute sieht man, warum wir das Wort 'Europa League' nach den beiden Siegen nicht in den Mund genommen haben."

Zlatko Junuzovic: "Das war heute ein Sechs-Punkte-Spiel. Es wäre sehr wichtig gewesen, hier nicht zu verlieren, so haben wir jetzt sechs Zähler Rückstand auf die Freiburger. In der ersten Halbzeit haben wir uns sehr schwer getan, weil die Freiburger sehr hoch standen. In der zweiten Halbzeit war es dann ein offener Schlagabtausch. Da hatten wir dann auch Pech mit dem Elfmeter und den Alu-Treffern. Wir sind sehr enttäuscht über das Ergebnis, weil wir uns natürlich sehr viel mehr vorgenommen haben. Mit einem Sieg hätten wir einen großen Schritt nach vorne gemacht. Die Gegentore waren allesamt vermeidbar, es hat die Aggressivität gefehlt. Außerdem haben wir den Freiburgern im Mittelfeld zu viel Raum gelassen und die haben den Platz gut genutzt."

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Was meine Mannschaft in der ersten Halbzeit gegen ein Bremer Team im Aufwind geleistet hat, fand ich beachtlich. Man konnte eigentlich nur kritisieren, dass wir aus unseren Chancen zu wenig gemacht haben. Im zweiten Durchgang war es dann ein offener Schlagabtausch mit dem nötigen Glück für uns. Es war gut, wie wir dann am Ende gegen die Bremer Wucht gegengehalten haben."

Über die Elfmeter-Entscheidungen:

Zlatko Junuzovic: "Bei dem Elfmeter haben einige von uns gedacht, es sei ein Freistoß, aber ich weiß auch nicht, ob der Ball drin war oder draußen. Der Schiedsrichter hat jedenfalls auf den Punkt gezeigt. Ich weiß aber nicht, ob in der einen Situation nicht auch ein Handspiel vorlag und wir nicht auch einen Elfmeter hätten kriegen müssen."

Zum nächsten Spiel:

Thomas Eichin: "Wir fahren nach München, um es besser zu machen. Wir haben eine Woche Zeit, um an uns zu arbeiten. Auch in München ist es möglich, etwas zu holen."

Nils Petersen: "Da haben wir nichts zu verlieren. Wir freuen uns auf das Spiel und fliegen da mit erhobenem Haupt hin."

Über die Eichin-Premiere auf der Bank:

Thomas Eichin: "Möglicherweise habe ich heute schon die gesamte Bandbreite von Werder Bremen miterlebt. Ich saß auf der Bank, um die Emotionen aufnehmen. Innerlich hat es gebrodelt. Das war keine neue Erfahrung für mich, ich kannte das schon aus meiner aktiven Zeit. Aber es war sehr interessant, aufregend, aber am Ende mit dem falschen Ergebnis."

aus dem Weser-Stadion berichten Michael Rudolph, Dominik Kupilas und Timo Volkmann